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Joachim Löw: Alles nicht so dramatisch.

Nationalmannschaft

Bundestrainer Löw bezeichnet Toni Kroos als „unverzichtbar“

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Nationalspieler kontert „Dieseltraktor“-Kritik von Bernd Schuster und findet Abschied von Hummels, Boateng und Müller „nicht so dramatisch“

Fußball-Nationalspieler Toni Kroos erweckt vor dem mit Hochspannung erwarteten EM-Qualifikationsspiel am Sonntagabend (20.45 Uhr, RTL) in Amsterdam gegen die Niederlande nicht den Eindruck, als bedaure er die Abwesenheit von drei prominenten ehemaligen Mitspielern. Die Ausmusterung von Mats Hummels (30), Thomas Müller (29) und Jerome Boateng (30) sei „keine Entscheidung wegen des Alters“ gewesen, sagte der 29-Jährige bei der Spieltagspressekonferenz in der Johan-Cruyff-Arena. „Mit 29 kann man, glaube ich, noch ordentlich Fußball spielen.“ Ergo sei es eine Entscheidung „der Qualität“ gewesen. Ohnehin sei die Tatsache, dass die Drei nicht mehr dabei sind, „nicht so dramatisch“, wie es mitunter dargestellt worden sei. Schließlich hätte Boateng schon Ende des vergangenen Jahres gefehlt und Müller sei lediglich von der Bank gekommen.

Joachim Löw voll des Lobes

An seine eigenen Qualität hat Kroos keine Zweifel und ist sich dabei mit Bundestrainer Joachim Löw einig. Kritik vom ehemaligen Real-Madrid-Star Bernd Schuster, er bewege sich im Tempo eines Dieseltraktors auf dem Platz herum, prallten am gewohnt tiefenentspannten Kroos ab: „Es wird in diesem Fußballerleben keiner mehr hinkriegen, dass ich Selbstzweifel habe.“ Ihm gehe es „fantastisch“, wiewohl die Saison bei Real eine „mit Licht und Schatten“ sei, „etwas mehr Schatten, als man es bisher gewohnt war, aber das gehört nach drei Jahren, wo man alles gewinnt, mal dazu“. Schusters Kritik habe „keinen Inhalt. Meine Spielart ist von Anfang an immer die gleiche gewesen, die hat sich bis heute nie verändert". Es sei nie der Typ gewesen, „der 90 Minuten nur über den Platz sprintet und 28 Grätschen macht“.

Löw kriegte sich etwas später in einer wahren Orgie des Lobes über den 91-fachen Nationalspieler fast gar nicht mehr ein: „Er ist für unsere Mannschaft ein unglaublicher Gewinn. Seine Art und Weise zu spielen, die Ballbehandlung, seine Fähigkeit, ein Spiel zu lenken, seine Sicherheit am Ball und Übersicht sind einmalig. Er ist für uns unverzichtbar.“ In der ausverkauften Amsterdamer Arena wird Kroos an der Seite von Joshua Kimmich das defensive Mittelfeld bestellen, Kroos hält das für eine „gute Option für die Zukunft“.

Die deutsche Mannschaft sieht er gegen die Niederlande „nicht chancenlos“, auch Löw gab vor, er habe „kein mulmiges Gefühl“, ganz im Gegenteil: „Mein Gefühl ist gut. An eine Niederlage denken wir nicht.“ Den Optimismus ziehen Kroos und Löw aus der Begegnung in Gelsenkirchen im vergangenen November, als Deutschland lange 2:0 führte, ehe die Niederländer in der Schlussphase noch den Ausgleich schafften. Die 0:3-Auswärtsniederlage aus dem vergangenen Oktober habe sich aufgrund des Spielverlaufs nicht so deutlich angefühlt. Schließlich habe das DFB-Team lange mitgehalten.

Der Bundestrainer räumte ein, dass die Mannschaft sich „logischerweise noch finden“ müsse, sowohl auf dem Spielfeld als auch außerhalb. „Es muss sich eine Hierarchie herausbilden. Es ist ein Findungsprozess.“

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