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Bundesliga: Eine Tendenz ist zu erkennen – drei Trainerwechsel zum Saisonende

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Nach dem letzten Bundesliga-Spieltag verkündeten gleich zwei Trainer ihren Abschied - ein weiterer folgte. Warum wechseln jetzt so viele Vereine den Trainer?

Augsburg ‒ Markus Weinzierl, Adi Hütter und Florian Kohfeldt: Für sie war es am Samstag (14. Mai) jeweils das letzte Bundesliga-Spiel als Cheftrainer ihrer Mannschaft. Weinzierl und Hütter gaben sogar direkt in den Interviews nach den Spielen die Trennung bekannt. Die Gründe sind unterschiedlich. Eine Tendenz ist dennoch zu erkennen.

„Wir sind nach guten Gesprächen zu dem Entschluss gekommen, dass wir uns einvernehmlich trennen und jeder seinen Weg geht“, sagte Ex-Eintracht-Trainer Hütter auf der Pressekonferenz nach dem 5-1-Sieg von Borussia Mönchengladbach gegen die TSG Hoffenheim. „Am Ende waren es viele Punkte, die zu der Entscheidung geführt haben. Ich möchte auch niemandem im Wege stehen“, begründet der Österreicher die Trennung. „Es ist schade und tut mir leid, dass wir diese Erwartungen - sowohl von meiner Seite als auch vom Klub - nicht erfüllen konnten.“ Die Erwartungen waren sicherlich ganz andere.

TrainerVereinAmtszeit
Adi HütterBorussia Mönchengladbach1 Jahr
Markus WeinzierlFC Augsburg1 Jahr, 2 Monate
Florian KohfeldtVfL Wolfsburg7 Monate

Bundesliga: Drei Trainerwechsel stehen schon fest

Gladbach ließ sich die Dienste Hütters 7,5 Millionen Euro Ablöse kosten. Nach einer durchwachsenen Saison unter seinem nach Dortmund abgewanderten Vorgänger Marco Rose sollte in jedem Fall das internationale Geschäft wieder angepeilt werden. Das misslang jedoch völlig. Gladbach startete schlecht in die Saison und stand nach fünf Spieltagen auf dem Relegationsplatz. Nach der Hinrunde war die Borussia diesem immer noch näher (2 Punkte Vorsprung) als dem internationalen Geschäft (acht Punkte Rückstand). Die Rückrunde verlief zwar besser, die gewünschte Konstanz blieb jedoch über weite Strecken aus.

Hinzu kamen Turbulenzen von außen, wie der Rücktritt des langjährigen Sportdirektors Max Eberl und lange ungeklärte Vertragssituationen wie bei Matthias Ginter. Dafür kann der Trainer nichts, es wirkt sich aber auf seine Arbeit aus. Trainer und Verein haben sich von der Zusammenarbeit mehr erwünscht und halten daher einen Neuanfang auf beiden Seiten für die richtige Entscheidung.

Die Trainer Adi Hütter (links) und Markus Weinzierl verkündeten beide ihren Abschied nach der Saison.
Die Trainer Adi Hütter (links) und Markus Weinzierl verkündeten beide ihren Abschied nach der Saison. © Eduard Martin/imago

In Augsburg gestaltet es sich etwas anders. Der FC Augsburg hat unter Weinzierl den Klassenerhalt vorzeitig klargemacht. Viel mehr konnte auch nicht das Ziel der Augsburger gewesen sein. Bis zuletzt schien es auch so, als würde der Trainer seinen auslaufenden Vertrag verlängern. Jedoch erklärte der am Samstag (14. Mai) nach Spielende mit Blick auf eine Vertragsverlängerung: „Wenn am letzten Spieltag noch kein Gespräch geführt worden ist, dann ist das ein klares Zeichen.“ Damit ließ Weinzierl anklingen, dass er nicht zufrieden mit der Herangehensweise von Manager Stefan Reuter ist und zog einen Schlussstrich.

Bundesliga: Wolfsburg trennt sich schon vom zweiten Trainer in dieser Saison

Der Dritte im Bunde ist Florian Kohfeldt. Er muss nach nicht einmal einer kompletten Saison den Trainerstuhl beim VfL Wolfsburg schon wieder räumen. Kohfeldt folgte in der gerade beendeten Saison auf Mark van Bommel, der nach nur wenigen Spieltagen entlassen wurde. Dabei musste Kohfeldt unter anderem eine Serie von neun Spielen ohne Sieg überstehen. Selbst der Klassenerhalt war beim VfL, der mit Europapokal-Ambitionen in die Saison gestartet war, teilweise in Gefahr. „Wir sind zu der Erkenntnis gekommen, dass wir von Beginn an einer Drucksituation ausgesetzt wären, die eine zu große Bürde für Mannschaft, Trainer und Klub bedeuten würde“, begründete Wolfsburgs Sport-Vorstand Jörg Schmadke die Trennung mit Blick auf die nächste Saison.

Eine Tendenz lässt sich erkennen, die bei allen drei Trainerwechseln eine Rolle gespielt haben könnte. Sowohl Vereine als auch Trainer möchten frühestmöglich Klarheit und Planungssicherheit für die kommende Saison haben. Außerdem wollen sie lieber vor der Saison handeln, um dann bestenfalls um Entlassungen während der Spielzeit verzichten zu können. Bereits vor der Saison 2021/2022 setzten acht Vereine auf neue Trainer zum Saisonstart. (Jan Oeftger)

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