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Bundesliga-Schiedsrichter wollen konsequenter durchgreifen

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Von: Jan Christian Müller

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Zeiget zum Drittligaauftakt schon Mal, auf welche Konsequenz sich Erstligaprofis einstellen müssen: Schiedsrichter Daniel Schlager.
Zeiget zum Drittligaauftakt schon Mal, auf welche Konsequenz sich Erstligaprofis einstellen müssen: Schiedsrichter Daniel Schlager. © IMAGO/foto2press

Künftig wieder mehr Gelbe Karten für Spielverzögerungen und Abwinken. Schiri-Sportchef Peter Sippel: : „Da wurden Grenzen verschoben, wir wollen sie wieder zurückziehen.“

Die 24 Schiedsrichter der Fußball-Bundesliga wollen in der am Freitag beginnenden Saison konsequenter bei Unsportlichkeiten weniger Gnade vor Recht ergehen lassen. Das erklärten die DFB-Schiedsrichter bei einem Medienworkshop im neuen Campus des Deutschen Fußball-Bundes in Frankfurt.

Es ist für Fans und Gegner ein ständig wiederkehrendes Ärgernis, dass Spieler sich zum Zwecke der Spielverzögerung bei gegnerischen Freistößen vor den Ball stellen oder diesen gar wegspitzeln, ehe der Freistoß ausgeführt werden kann. Schon im Winter 2020 hatten die DFB-Schiedsrichter bekannt, dass sie künftig auf derlei Unsportlichkeiten mehr achten und diese sanktionieren würden. Passiert ist das anfangs auch, wurde jedoch im Laufe der Zeit schleifen gelassen.

Fortan will man in solchen Situationen wieder entschiedener handeln und mit Gelb ahnden. „Wir wollen das konsequent bestrafen“, sagt Fifa-Referee Daniel Schlager und ergänzt: „Überwiegend wollen die Vereine das auch so.“ Peter Sippel, der Sportliche Leiter der Erstligareferees, kündigte zudem an, dass „klares außenwirksames Abwinken“ von Spielern und Trainern sanktioniert würde. „Da wurden die Grenzen sehr verschoben, wir wollen sie wieder zurückziehen.“

Bis Ende August werden die Schiedsrichter sämtliche Vereine vor Ort zur Regelschulung aufgesucht haben. Etliche dieser Schulungen haben bereits stattgefunden. So besuchte der Unparteiische des Pokalfinales, Sascha Stegemann, Sieger RB Leipzig unter anderem auch, um atmosphärische Störungen zu beheben. „Die Initiative ging auch von den Leipzigern aus“, erklärte Schiedsrichterchef Lutz Michael Fröhlich. Stegemann war von den Sachsen trotz deren Erfolgs im Endspiel gegen den SC Freiburg nach dem Spiel weitgehend grundlos vehement kritisiert worden.

Die deutschen Elitereferees haben sich in einem sechstägigen Trainingslager in Herzogenaurach intensiv auf die neue Saison vorbereitet. Ziel ist es laut Peter Sippel, „dass die Schiedsrichter noch mehr Fußballkompetenz entwickeln“. Will heißen: Die Schiris sollen noch besser erkennen, wie sich Spiele entwickeln, wo Zweikämpfe stattfinden, wann Gegenpressing-Situationen entstehen, wann es zu gefährlichen Torraumszenen kommen kann, wann also besondere Aufmerksamkeit geboten ist. Aus diesem Grund referierte der vormalige Bundesligatrainer Manuel Baum in Herzogenaurach zum Thema.

Außerdem drängt Jochen Drees, der Leiter der Videoassistenten, darauf, dass die Bundesligaklubs flächendeckend die technischen Voraussetzungen schaffen, damit Szenen bei Eingriffen des Videoassistenten auf den Stadionleinwänden laufen können und die Fans auf den Tribünen somit im Bilde sind. „Das ist die Verantwortung der Vereine, wir haben nichts zu verstecken“, so Drees.

Auch in ihrer Öffentlichkeitsarbeit wollen die Schiedsrichter noch mehr Transparenz offenbaren: Vom zweiten Spieltag an wird ein Unparteiischer oder einer der Schiedsrichterchefs regelmäßig jeden Sonntagmorgen im Fußballstammtisch „Doppelpass“ bei Sport1 zugeschaltet.

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