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Seine Rückkehr kann Schalke keinen Auftrieb geben: Huub Stevens.

Bundesliga

Schalke verliert auch mit Stevens

Unaufhaltsam taumelt Schalke auch mit Huub Stevens in Richtung Abstiegsplätze. Hannover steigert die Leistung - ohne davon zu profitierten. Der Spieltag im Überblick.

Der FC Schalke 04 hat den Huub-Effekt nicht genutzt. Beim Comeback-Spiel von Trainer Huub Stevens unterlagen die Königsblauen am Samstag gegen RB Leipzig mit 0:1 (0:1) und sind somit am 26. Spieltag wie Hannover 96 ein Verlierer im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga. Während S04 durch die Niederlage sogar auf den 15. Platz abrutschte und nur noch drei Punkte vor dem Relegationsrang liegt, punkteten die direkten Konkurrenten aus Augsburg und Stuttgart.

Der FC Augsburg drehte gegen Hannover 96 im direkten Duell das Blatt und verbuchte durch das 3:1 (0:1) drei ganz wichtige Punkte. Der VfB Stuttgart trotzte 1899 Hoffenheim beim 1:1 (0:1) immerhin einen Zähler ab und versetzte den Europacup-Hoffnungen der Kraichgauer einen Dämpfer. Der VfL Wolfsburg erhöhte seinen Vorsprung vor Hoffenheim durch einen 5:2 (1:1)-Erfolg gegen Fortuna Düsseldorf auf vier Punkte und festigte damit den für einen internationalen Startplatz möglicherweise wichtigen siebten Rang.

Für Schalke begann der Neuanfang mit den Club-Legenden Stevens, Mike Büskens und Gerald Asamoah auf der Trainerbank vielversprechend. Ein frühes Tor von Mark Uth (2. Minute) wurde wegen einer Abseitsstellung aber nicht anerkannt. Schalke kämpfte, Schalke zeigte Leidenschaft. Doch Leipzig traf ins Tor und das unter gütiger Mithilfe der Gastgeber. Mehrfach konnte der Ball nicht aus der Gefahrenzone befördert werden, bevor Timo Werner (14.) einschoss. Alles Aufbäumen nutzte vier Tage nach dem 0:7 bei Manchester City nichts, am Ende gab es trotz konzentrierter Leistung keine Punkte.

Auch Hannover zeigte in Augsburg einen Aufwärtstrend und führte durch ein Tor von Hendrik Weydandt (8.) früh. Die Gastgeber demonstrierten aber Nervenstärke und kamen durch die Treffer von Sergio Cordova (65.), Jonathan Schmid (78.) per frechem Freistoß und André Hahn (86.) zum Sieg. Während Augsburg mit 25 Punkten Schalke (23 Punkte) überholte, hat Hannover nach der nächsten Pleite schon sechs Zähler Rückstand auf den VfB Stuttgart (20) auf dem Relegationsrang. Der 1. FC Nürnberg könnte schon mit einem Punkt am Sonntag bei Eintracht Frankfurt die Niedersachsen wieder zum Schlusslicht der Bundesliga machen.

Steven Zuber (66.) traf für Stuttgart im Derby gegen 1899. Andrej Kramaric (42.) hatte zuvor mit seinem 46. Tor den Hoffenheimer Club-Rekord von Sead Salihovic eingestellt. Dennoch reichte es für die Remiskönige der Liga nur zum elften Unentschieden der Saison.

Weghorst-Gala bei Wolfsburger 5:2-Spektakel gegen Düsseldorf

Fortuna-Schreck Wout Weghorst hat den VfL Wolfsburg zurück auf Europapokal-Kurs geführt. Wie im Hinspiel war der Niederländer auch beim 5:2 (1:1) im Rückspiel an allen Toren gegen den Aufsteiger beteiligt. Am Samstag schoss der Niederländer drei Tore selbst (54. Minute/59./88.) und bereitete die beiden übrigen Treffer von Admir Mehmedi (34.) und Robin Knoche (57.) vor. Kaan Ayhan (30.) hatte die nur in der ersten Halbzeit überzeugende Fortuna in Führung geschossen, Benito Raman (65.) erzielte das zweite Düsseldorfer Tor.

Schon beim 3:0 Ende Oktober war Weghorst an allen VfL-Toren beteiligt gewesen. Erneut führte der 26-Jährige Wolfsburg am Samstag vor 25 350 Zuschauern zu einem Sieg gegen die Fortuna: Auch im achten Pflichtspiel gegen die Rheinländer blieb der VfL unbesiegt.

Mit nun 42 Punkten aus 26 Spielen hat Wolfsburg als Tabellen-Siebter nach zuvor zwei sieglosen Partien wieder Anschluss an die Europapokalränge. Die Fortuna bleibt mit 31 Zählern noch im gesicherten Mittelfeld. Im Niederrhein-Duell in zwei Wochen nach der Länderspielpause gegen Borussia Mönchengladbach muss das Team von Trainer Friedhelm Funkel ohne Angreifer Dodi Lukebakio nach dessen fünfter Gelben Karte auskommen.

Im ersten Spiel nach dem angekündigten Abschied von Trainer Bruno Labbadia im Sommer spielte der VfL lange Zeit gehemmt und drehte erst nach der Pause auf. Unerklärlich blieben die plötzlichen Abwehr-Unsicherheiten der Gäste, die in der ersten Halbzeit noch so kompakt und sicher gestanden hatten. Auch Fortuna-Keeper Michael Rensing irrte einige Male abenteuerlich durch den Strafraum.

Fünf Minuten reichten, um das vor der Pause gute Düsseldorfer Spiel zunichte zu machen. Beim 2:1 und 3:1 durch Weghorst und Knoche waren die VfL-Stürmer deutlich entschlossener im Zweikampf. Beim zweiten und vierten Wolfsburger Tor legte Rensing dem Gegner zudem den Ball vor die Füße.

Vor der Pause hatten die Gäste dem VfL kaum Raum gegeben und waren sogar nicht unverdient durch einen herrlichen Freistoßtreffer von Ayhan aus knapp 20 Metern in Führung gegangen. Angesichts des Ergebnisses wirkt es kurios, dass die Fortuna durchaus höher hätte führen können. Dies verhinderte vor allem Rouwen Hennings. Nur eine Minute nach der Führung schoss der Stürmer freistehend Wolfsburgs Keeper Koen Casteels den Ball kläglich in die Arme. In der 33. Minute fand ein Kopfball Hennings‘ das Tor nicht ganz. Das rächte sich.

Direkt im Anschluss traf Mehmedi sehenswert per Lupfer über Rensing hinweg ins Tor. Schiedsrichter Bastian Dankert überprüfte den Treffer nach einem Hinweis des Videoassistenten indes. Vorlagengeber Weghorst hatte den Ball zwar an die Hand bekommen, Dankert erkannte darin aber nichts Verwerfliches: Der Ausgleich zählte und das Spiel kippte.

Leihgabe Zuber rettet dem VfB einen Punkt gegen Hoffenheim

Ausgerechnet Steven Zuber hat dem VfB Stuttgart im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga wenigstens einen Punkt beschert und die Europapokal-Hoffnungen der TSG 1899 Hoffenheim gedämpft. Der von den Kraichgauern ausgeliehene Schweizer sorgte am Samstag mit seinem Treffer in der 66. Minute für den 1:1 (0:1)-Endstand im Baden-Württemberg-Duell. Zuvor hatte Andrej Kramaric (42.) die Gäste in einem unterhaltsamen Spiel in Führung gebracht.

Der VfB verharrt damit weiter auf dem Abstiegs-Relegationsplatz – und die Hoffenheimer ärgerten sich über die zehnte Partie in dieser Saison, in der sie aus einer Führung keinen Sieg machten.

Für TSG-Trainer Julian Nagelsmann hatte es vor dem Anpfiff ein kurioses Wiedersehen mit seinem VfB-Kollegen Markus Weinzierl gegeben. Erstmals in seiner noch jungen Bundesliga-Karriere traf Nagelsmann zum zweiten Mal nacheinander auf denselben VfB-Trainer. Und eine ähnlich torreiche Partie wie bei der 0:4-Niederlage des VfB im Hinspiel deutete sich auch diesmal an.

In den vergangenen 18 Bundesliga-Duellen zwischen beiden Teams waren immer Tore gefallen. Auch diesmal entwickelte sich früh eine unterhaltsame, aber teilweise auch zerfahrene Partie mit vielen Strafraumszenen. Schon in der 4. Minute musste Hoffenheims Torhüter Oliver Baumann gegen VfB-Angreifer Alexander Esswein eine erste starke Parade zeigen.

Und das Tempo blieb hoch. Dirigiert von Mittelfeldspieler Gonzalo Castro versuchte der VfB über schnelle Gegenstöße die Defensivschwächen der Gäste auszunutzen. Hoffenheim erarbeitete sich zunächst ein Chancenübergewicht, dann aber schlugen die Gastgeber beinahe zu: Eine Direktabnahme des Ex-Hoffenheimers Andreas Beck (37.) ging allerdings an den Innenpfosten. Beeindrucken ließ sich die TSG aber auch davon nicht – und schlug nur fünf Minuten später zu.

Nach schöner Vorarbeit von Ishak Belfodil erzielte der starke Kramaric aus kurzer Distanz sein 46. Bundesliga-Tor für die TSG. Der Kroate ist nun gemeinsam mit dem Sejad Salihovic Toptorschütze der TSG in der Bundesliga. Und dieses Gegentor brachte die bis dahin guten Stuttgarter deutlich aus dem Tritt.

Selbst die Halbzeitpause half nicht, denn nur zwei Minuten nach dem Seitenwechsel hätte Pavel Kaderabek fast das 2:0 erzielt – sein Kopfball nach Demirbay-Ecke landete jedoch am Pfosten. Demirbay (64.) hätte fast nachgelegt, ehe der von Hoffenheim ausgeliehene Zuber die Schwaben aufweckte. Einen flachen Pass von Beck musste der Schweizer aus kurzer Distanz nur noch zum Ausgleich einschieben. (dpa)

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