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Bundesliga null, Europa sechs

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Von: Jörg Hanau

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Derzeit rollt der Ball für die deutschen Bundesligisten immer in die falsche Richtung.
Derzeit rollt der Ball für die deutschen Bundesligisten immer in die falsche Richtung. © afp

Der deutsche Fußball ist im Herbst 2017 weit entfernt von seinen eigenen hohen Ansprüchen. Ein Kommentar.

Die nackten Zahlen sind ernüchternd. Bundesliga null, Europa sechs. Binnen nur drei Tagen legte die deutsche Eliteliga auf kontinentaler Bühne einen krachenden Salto nullo hin. Sechs deutsche Klubs kassierten sechs Niederlagen. Schlechter geht’s nicht. In der Fünfjahreswertung der Uefa wurde die Bundesliga binnen eines Spieltags von Rang zwei auf vier durchgereicht.

Erschreckend: In der Saisonwertung wird das Land des Weltmeisters nach zwei Spieltagen nur auf Platz 26 gelistet - hinter solchen Fußballgroßmächten wie etwa Aserbaidschan oder Kasachstan, Mazedonien oder Slowenien. Unfassbar!

Als die deutsch-deutschen Klubs letztmals in Europa vergleichbar vorgeführt wurden, stand noch die Berliner Mauer. 36 Jahre ist das her, damals hießen die Wettbewerbe nicht Champions League sondern Europapokal der Landesmeister, die Europa League nannten wir Uefa-Pokal. Und den Europapokal der Pokalsieger gab’s 1981 auch noch. 

Der deutsche Fußball ist im Herbst 2017 ohne Frage weit entfernt von seinen eigenen hohen Ansprüchen. Wenn der FC Bayern und die Borussen aus Dortmund nicht funktionieren, das ist allerdings keine furchtbar neue Erkenntnis, wird’s rasch düster. In der Europa League blamieren sich die deutschen Vertreter nämlich mit einer Regelmäßigkeit, die einen schon die Sinnfrage stellen lässt. Erst wird geklotzt, alles unternommen, um dabei sein zu dürfen.

Ist das Ticket dann sicher, klagen die Kluboberen genauso intensiv über die nun anstehende Doppel- oder Dreifachbelastung durch das europäische Geschäft – und rotieren sich prompt aus selbigem. Da werden Stammkräfte schon mal zu Hause gelassen, um sie für das Kerngeschäft Bundesliga zu schonen. Das ist paradox. Mit fußballerischem Mittelmaß lässt sich aber selbst in Schweden oder Bulgarien nicht mehr gewinnen. Ein Teufelskreis, an dessen Ende es immer denselben Verlierer gibt: den deutschen Fußball. 

In Zeiten, in denen deutsche Fußball-Kapitalgesellschaften vermehrt internationale Märkte erobern möchten, die weltweite Vermarktung künftig eine zentrale Rolle spielen wird, beschädigen die Klubs sehenden Auges ihre eigene Marke. Das ist unprofessionell und zu schlechter Letzt auch ziemlich dumm. 

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