Phillip Schulz.
+
Phillip Schulz.

FSV Mainz 05

Zwei Mainzer Toptalente streben in die Bundesliga

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
    schließen

Der Fußball-Bundesligist traut den gerade erst 17 Jahre alt gewordenen Nelson Weiper und Philipp Schulz viel zu.

Die Talententwicklung von Mainz 05 ist gleichermaßen von Kontinuität und Klasse geprägt. Wer am Trainingszentrum Bruchwegstadion den Aufgang zur Haupttribüne nimmt, in dem auch das von Volker Kersting geleitete Nachwuchsleistungszentrum untergebracht ist, sieht Bilder mit prominenten Namen. Alles Männer, die aus Mainzer Herstellung kommen, wie ganz unten rechts Nationalspieler Ridle Baku, zudem aktuelle oder ehemalige Topleute wie Jonathan Burkardt, Stefan Bell, André Schürrle, Manuel Friedrich, Suat Serdar oder die inzwischen gestandenen Bundesligatorhüter Robin Zentner und Florian Müller und viele, viele mehr.

Unter Kersting (49), seit drei Jahrzehnten im Verein, haben die Nullfünfer vergangene Saison Niklas Tauer und Paul Nebel zu Bundesligaprofis entwickelt, allerdings mit unterschiedlichen Perspektiven. Der technisch hochveranlagte ehemalige Offenbacher Nebel schaffte es nicht, Cheftrainer Bo Svensson nachhaltig zu überzeugen. Letztlich spielt der 19-Jährige bisher zu unökonomisch, es kommt am Ende zu wenig dabei heraus, sowohl was Vorlagen als auch Tore angeht. Ergo haben die Rheinhessen den Junioren-Nationalspieler - in Mainz mit zehn Erstligaeinsätzen, davon zweimal in der Startelf - an den Karlsruher SC in die zweite Liga ausgeliehen, Rückkehroption inklusive.

Svensson soll Jugend fördern

Niklas Tauer trauen sie in Mainz mehr zu, entsprechend wurde der Vertrag des 21-Jährigen diese Woche vorzeitig um zwei Jahre bis 2025 verlängert. Tauer, bisher 16 Bundesligaeinsätze, kann im defensiven Mittelfeld oder als Innenverteidiger eingesetzt werden. Bo Svensson sagt in seiner ihm eigenen auch öffentlich stets transparenten, ehrlichen Art: „Niklas hat das Zeug, Stammspieler in der Bundesliga zu werden. Dazu gehört es aber, das er sein Niveau jeden Trainingstag präsentiert, nicht nur mittwochs eine halbe Stunde und im Abschlusstraining zehn Minuten lang.“

Svensson erwartet vom Klub und von sich selbst, noch mehr Talente stabil auf Bundesliganiveau zu hieven. Die Chancen stehen bestens: Denn derzeit gibt es zwei hochveranlagte Nachwuchsleute, die regelmäßig im Bundesligakader mittrainieren und denen sie in Mainz zutrauen, sich auch oben durchzusetzen: Nelson Weiper, in Mainz geboren, bei Mainz 05 seit seiner Kindheit ausgebildet, vor drei Monaten erst 17 Jahre alt geworden. Mittelstürmer, der für Deutschlands U17 in 14 Spielen nicht weniger als 13 Treffer erzielte und schon regelmäßig in der U-19-Bundesliga auf Torejagd ging. Toptalent Weiper, stattliche 1,92 Meter groß, wurde von der halben Bundesliga umworben und hatte auch Angebote aus der Premier League.

Der Mainzer Sportdirektor Martin Schmidt hat gemeinsam mit Kersting ganze Arbeit geleistet, Weiper und dessen Eltern vom Bleiben zu überzeugen. Das gilt ganz ähnlich für Philipp Schulz, wie Kumpel Weiper Jahrgang 2005 und seit der U8 im Trikot von Mainz 05 unterwegs. Auch der erst seit etwas mehr als einem Monat 17 Jahre junge Defensivspezialist wird nicht nur von den Mainzer Machern als Ausnahmetalent eingeschätzt. Es wird spannend zu beobachten, wie die beiden sich in diesen Wochen im Profitraining präsentieren. Fest steht jedenfalls: Der FSV Mainz 05 betreibt im Rhein-Main-Gebiet die mit einigem Abstand beste Nachwuchsarbeit, weit besser jedenfalls als Eintracht Frankfurt, Darmstadt 98, Kickers Offenbach oder Wehen Wiesbaden. Im Treppenhaus zur Haupttribüne hängen die Beweise.

Nelson Weiper.