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Gemeinsam voran: die Mainzer Talente Paul Nebel (rechts) und Niklas Tauer.
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Gemeinsam voran: die Mainzer Talente Paul Nebel (rechts) und Niklas Tauer.

Erfolgreiche Nachwuchsarbeit

Bundesliga: Mainz 05 gibt der Jugend eine Chance

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Aus der Not haben die Mainzer längst eine Tugend gemacht. Das hilft ihnen nun auch, da der Corona-Ausbruch im Team viele Spieler außer Gefecht gesetzt hat.

Voller berechtigtem Stolz hat Mainz 05 via Twitter verkündet, dass beim 1:0-Sieg gegen RB Leipzig sieben Spieler aus dem eigenen Nachwuchs zur Bundesligastartelf gehörten: Torwart Robin Zentner, die Abwehrspieler Stefan Bell und Alex Hack, die defensiven Mittelfeldmänner Leo Barreiro und Niklas Tauer und die Offensivleute Paul Nebel und Jonny Burkardt.

Paul Nebel und Niklas Tauer überzeugen

Nebel (18) und Tauer (20) waren wegen der corona-bedingten Ausfälle von elf Profis vorgerückt und erledigten ihre Aufgaben vorbildlich. Sie werden auch am Samstag beim Auswärtsspiel bei Aufsteiger VfL Bochum benötigt. Sportdirektor Martin Schmidt spricht von der Mainzer „next generation“, die von Trainer Bo Svensson herangeführt wird. Nebel und Tauer gehören dem Profikader seit einem Jahr an.

Die Nachwuchsarbeit der Nullfünfer ist in der Tat vorbildlich. Das gilt für Spieler wie für Trainer gleichermaßen. Nach Thomas Tuchel (2009 bis 2014), Martin Schmidt (2015 bis 2017) und Sandro Schwarz (2017 bis 2019) ist Bo Svensson der vierte Chefcoach, der in Mainz zuvor den Nachwuchs trainierte.

Volker Kersting ist der Baumeister

Volker Kersting (49) leitet das 05-Nachwuchsleistungszentrum seit zwölf Jahren unaufgeregt und strategisch klug. Dass gegen Leipzig so viele Spieler aus der Talentschmiede im selben Spiel in der Bundesliga aufliefen, ist im gegenwärtigen deutschen Profifußball absolut beispiellos.

„Ich glaube, dass es in diesem familiären Verein vielleicht etwas einfacher ist, mit einer solchen Situation umzugehen als woanders“, sagt der kleine Techniker Nebel. Den in Bad Nauheim geborenen U19-Nationalspieler holten die Mainzer 2016 aus der Jugend von Kickers Offenbach. Zufall ist das nicht: Das gesamte Rhein-Main-Gebiet haben die Nullfünfer schon lange intensiver im Blick als etwa Eintracht Frankfurt. Niklas Tauer, in Mainz geboren und inzwischen U20-Nationalspieler, spielt schon seit der D-Jugend für die Rheinhessen.

Christian Heidel erklärt das Konzept

Sportvorstand Christian Heidel erklärt, seit geraumer Zeit werde in Mainz noch mehr Wert auf die Qualität der Jugendtrainer gelegt - ein bedeutender Mosaikstein im Konzept. Heidel ist sicher, dass Nebel und Tauer „auch in naher Zukunft nicht die Letzten“ sein werden, die der Verein hervorbringt. Er hat festgestellt, dass die Nullfünfer sich längst republikweit einen hervorragenden Ruf erarbeitet haben. „Junge Spieler mit 14, 15, 16 wissen, dass Mainz 05 eine gute Alternative ist“. Der Sieg gegen Topteam Leipzig am vergangenen Sonntag habe diesen Ruf noch einmal bestätigt: „Ein besseres Marketing hätten wir uns dafür gar nicht vorstellen können.“

Mit Bo Svensson weiß Heidel einen Cheftrainer an der richtigen Stelle, der nicht nur von der Weiterentwicklung junger Spieler spricht, sondern sie auch praktiziert. „Wir können es uns nicht leisten, mit den Talenten Zeit aus dem Fenster zu werfen“, sagt Svensson, „wir wissen, dass wir eine klare Strategie brauchen. Das ist ein wichtiger Teil unserer Philosophie.“

Quarantäne bald beendet?

Für das Spiel in Bochum könnte der Trainer höchstwahrscheinlich auf neun Spieler zurückgreifen, die im Fall eines negativen PCR-Tests am Freitagnachmittag aus der Corona-Quarantäne entlassen würden. Aber Svensson weiß: „Nach so langer Zeit ohne Fußballtraining kann ich nicht 90 Minuten mit ihnen planen.“

Derweil hat Mainz 05 auf Ermittlungen des DFB reagiert, nachdem Profis den Sieg gegen Leipzig entgegen der Corona-Richtlinien mit Fans auf der Tribüne gefeiert hatten. Heidel: „Wir hatten sicher schon bessere Ideen, aber alle Spieler, die dort waren, sind geimpft, alle Fans geimpft, genesen oder getestet. Ich hoffe, dass mildernde Umstände anerkannt werden und das mit einer Ermahnung ausgeht.“

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