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Manuel Baum.

Kommentar Bundesliga

Schlechte Vorzeichen für Augsburg

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Seit zehn Spielen sind die Augsburger ohne Sieg, der Abstieg droht. Ein Kommentar.

Für die FR gehört der FC Augsburg seit Jahren in die zweite Liga. Fast schon traditionell landeten die Fuggerstädter beim vorsaisonalen Tabellentippen der Sportredakteure auf einen Abstiegsplatz. Das sich wiederholende Urteil: Augsburg ist qualitativ und quantitativ zu schwach besetzt. Das kann nicht reichen. Diesmal nicht. Nun ist es so, dass die Augsburger Verantwortlichen diese Ratespielchen seit jeher mit einem Schmunzeln zur Kenntnis nehmen. Kurzes Achselzucken, die schon wieder, und weiter geht’s. Davon lässt sich nun wirklich niemand aus der Fassung bringen. Die Platzierungen: zwölf, 13, zwölf, fünf, acht, 15 und 14 - im achten Jahr ist Augsburg Bestandteil der deutschen Eliteklasse. Unerhört, finden die Experten.

Den großen Topf an Ironie mal weggelassen, ist es natürlich gar nicht unerhört, was da seit Jahren in Augsburg geleistet wird. Vielmehr dient der Klub als Paradebeispiel für gute Arbeit. Als Exempel dafür, wie man aus wenig viel macht. Gerade Manager Stefan Reuter macht einen hervorragenden Job. Vor allem weil er diesem mit Ruhe nachgeht. Reuter scheut populistische Entscheidungen, er handelt gar antizyklisch - und das aus voller Überzeugung.

Kurz nach seinem Amtsantritt 2012 hielt er trotz magerer neun Punkte aus der Hinrunde an Trainer Markus Weinzierl fest - mit Erfolg, 24 Zähler holte das Team in der zweiten Saisonhälfte. Defensivdenker Dirk Schuster hingegen musste 2016 zwei Spiele vor der Winterpause gehen, obwohl seine Punkteausbeute in Ordnung war - rückblickend eine richtige Entscheidung, passte es doch im Binnenklima zwischen Team und Trainer überhaupt nicht. Und Manuel Baum wiederum erhielt 2017 trotz freien Falls öffentlich Rückendeckung von seinem Chef. Ergebnis: Klassenerhalt.

Seit zehn Spielen sind die Augsburger auch jetzt unter Baum wieder ohne Sieg, der Abstieg droht. Am Sonntag wartet zudem das schwere Heimspiel gegen formstarke Mainzer. Reuters Kommentar zur aufkeimenden Trainerdiskussion, die auch durch wenig bedachte Aussagen von Abwehrkante Martin Hinteregger („Keine Entwicklung“, „Ich kann nichts Positives, aber auch nichts Negatives über den Trainer sagen“) befeuert werden: „Wir sind absolut überzeugt von Manuel. Wir überlegen gemeinsam, wie wir wieder in die Erfolgsspur kommen.“ Wohltuende Worte, die den Klassenerhalt verdient hätten. In der Ruhe liegt die Kraft, das könnte funktionieren.

Eines spricht dann aber doch gegen den FCA: Vor dieser Saison tippte die allwissende FR-Runde die Fuggerstädter ausnahmsweise zum Klassenerhalt, Platz 13 - wenn das kein schlechtes Vorzeichen ist.

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