Mal wieder kein Tor: Mario Gomez (links) spricht mit Schiedsrichter Patrick Ittrich nach einer knappen Abseitsentscheidung. 
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Mal wieder kein Tor: Mario Gomez (links) spricht mit Schiedsrichter Patrick Ittrich nach einer knappen Abseitsentscheidung. 

DFB wehrt sich gegen Vorwürfe

„Das ist so ein Bullshit“

  • Daniel Schmitt
    vonDaniel Schmitt
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Mario Gomez verzweifelt am Videobeweis, nachdem sein fünftes vermeintliches Tor in drei Spielen aberkannt wurde.

In jenem Moment, als im Keller eifrig Linien gezogen wurden, als es Schiedsrichterhelfer Lasse Koslowski auf seinem bequemen Stuhl im fensterlosen Kölner Souterrain wohl recht unbequem wurde ob dieser Zentimeterentscheidung, wusste der Hauptdarsteller nicht, wie er sich denn nun verhalten sollte. Jubeln? Fluchen? Mario Gomez entschied sich für etwas dazwischen. Er schmunzelte. Nicht vor Glück, eher aus purem Sarkasmus.

Also stand der Ex-Nationalstürmer des VfB Stuttgart im Strafraum des Stadions am Darmstädter Böllenfalltor und redete mit Schiedsrichter Patrick Ittrich. Es war ein friedliches Gespräch, Gomez wusste ja, dass der Unparteiische der Zweitligapartie nur tat, was er tun musste. Ittrich wartete auf die Überprüfung einer Abseitsstellung und bekam dann aufs Ohr getextet, dass Gomez tatsächlich vor seinem vermeintlichen 2:1 gegen den SV 98 ein Knie hauchzart über die imaginär gezogene Linie bewegt hatte. Kein Tor, auch kein Sieg für den VfB, stattdessen nur ein 1:1, und ein zürnender Gomez: „Das ist einfach so ein Bullshit“, schimpfte der 34-Jährige später in die TV-Kamera: „Vielleicht ist das jetzt die Quittung der Schiedsrichter, die da im Keller sitzen, dafür, dass ich ihnen 20 Jahre auf dem Platz auf die Eier gegangen bin“.

Natürlich ist sie das nicht, den faktisch befand sich Gomez in unerlaubter Abseitsstellung, seine Aufregung war aber doch irgendwie nachvollziehbar. Schließlich war der Nicht-Treffer von Darmstadt bereits der fünfte von Gomez in den vergangenen drei Partien. Es sei nicht sinnvoll, so Gomez, „wenn wir jetzt immer wegen zwei Zentimetern zurückpfeifen – und so wie ich das sehe, waren es nicht mal zwei. Das ist ein Witz.“

Gegen den Rundumschlag des Spielers wehrte sich gestern der DFB. „Wir laden Mario Gomez gerne ein. Er kann gerne mal zu uns ins Videoassistcenter kommen und sich das Ganze anschauen“, sagte Jochen Drees, Projektleiter Videobeweis beim DFB: „Wir können ihm gerne erklären, wie der Videoassistent und die kalibrierte Linie funktionieren.“ Die hochauflösenden Kameras produzierten laut Drees bis zu 150 Bilder pro Sekunde. „Die Linien sind sehr genau.“

So bleibt für Mario Gomez nur folgende persönliche Hinrundenbilanz übrig: zwei Tore, fünf Abseitstreffer. Ärgerlich. (dpa/dani)

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