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Oh ja! Hertha-Cheftrainer Bruno Labbadia. 

Berliner Sieg gegen Hoffenheim

Bruno Labbadia feiert starkes Hertha-Debüt

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Trainer Bruno Labbadia feiert ein starkes Debüt für Hertha BSC - das 3:0 in Sinsheim macht den Berlinern Hoffnung, sportlich wieder in die Spur finden zu können.

Ja wo sind sie denn? Im Moment der größten Freude blickte Bruno Labbadia zunächst etwas verdutzt, weil auf leere Ränge. Ganz schön spooky, dachte sich der 54-Jährige offenbar, ballte die Fäuste trotzdem, hüpfte wie Rumpelstilzchen durch seine Coaching Zone - und suchte den Augenkontakt zur vierköpfigen Hertha-Delegation, die sich auf der Tribüne breitgemacht hatte. „In meinem Herzen“, sagte der neue Hertha-Coach nach dem ebenso klaren wie überzeugenden 3:0-Sieg der Berliner bei der TSG Hoffenheim, „ist immer Emotion“.

Ein Debüt wie gemalt. 364 Tag nach seinem letzten Spiel als Trainer des VfL Wolfsburg setzte der wohl am meisten unterschätzte Fußballlehrer seine ganz besondere Erfolgsgeschichte fort. Die Wölfe coachte er vor einem Jahr bis in die Europa League, die „Alte Dame“ soll er nun vorm Abstieg bewahren - und es gehört nach seinem gelungenen Einstand nicht viel dazu, zu prophezeien, dass ihm dies gelingen wird. In nur fünf Wochen und mit viel Videorauschen rund um die Hertha-Kabine ist dem ehemaligen Topstürmer offenbar das gelungen, was seinen Vorgängern Ante Covic, Jürgen Klinsmann und Alexander Nouri versagt geblieben war: den selbsternannten „Big City Club“ zurück in der Spur zu führen. Fürs Erste zumindest. „Ich bin nicht so vermessen und sage, dass jetzt alles klasse ist“, beschwichtige Labbadia. Denn mit 31 Punkten habe noch keiner die Klasse gehalten. Wohl wahr.

Dass die Herthaner immer für einen Aufreger gut sind, demonstrierten sie auch gegen Hoffenheim. Die Herren Profis suchten nach Toren von Ibisevic, Cunha und dem Eigentor von Akpoguma beim gemeinsamen Jubel - entgegen einer Empfehlung der DFL - stets den Körperkontakt. Ein Aufregerthema für viele, nicht aber für Labbadia: „Wir müssen aufpassen, dass wir jetzt nicht wie im Kirchenchor auftreten.“ Emotionen gehörten einfach dazu. Im Herzen des Trainers - und auf dem Platz.

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