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Bremer Niedergang - Druck auf dem Management ist enorm

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Werder Bremen hängt an der Schlucht zur zweiten Liga und an der Peripherie zur Insolvenz. Mit einer Zwischenlösung aus der Vergangenheit soll nun der Sprung in die Zukunft gelingen.

Scheiden tut weh: Im Mai 2013 lehnte es der seinerzeit wegen der ausbleibenden Vertragsverlängerung tief getroffene Thomas Schaaf ab, Werder Bremen nach mehr als 14 Jahren noch als Trainer zum letzten Saisonspiel nach Nürnberg zu begleiten. Acht Jahre später holte der nun 60-Jährige das gewissermaßen nach. Acht Jahre später geht es seinem Herzensverein, für den er schon als Elfjähriger in der D-Jugend spielte, noch schlechter. Acht Jahre später ist der Niedergang, den der umjubelte Meistertrainer Schaaf mit einleitete, manifestiert. Acht Jahre später hat der Klub wieder ein prägnantes, am Ende aschfahles Gesicht verloren: damals Schaaf, jetzt Florian Kohfeldt, der ein neuer Schaaf werden sollte und es gut angehen ließ.

Als es abwärts ging, ist die Werder-typische gegenseitige Zuneigung zwischen Aufsichtsratsboss Marco Bode, Sportchef Frank Baumann und Kohfeldt viel später gebröckelt, als das an den allermeisten anderen Standorten der Fall gewesen wäre. Man sah sich offenkundige Fehler nach, die anderswo längst zu Zerwürfnissen geführt hätten. Baumann und Bode schluckten beispiellose Niederlagenserien, Kohfeldt schluckte 48-stündige Unsicherheit über seine Weiterbeschäftigung, aber am Ende war dabei zu viel kaputtgegangen. Das ist bedauerlich, weil die Versuchsanordnung mit einem jungen, talentierten, offensiv denkenden, heimatverbundenen Kerl wie Kohfeldt Potenzial für eine neue Ära zu haben schien. Stattdessen hängt der stolze SV Werder Bremen nicht nur an der Schlucht zur zweiten Liga, sondern auch an der Peripherie zur Insolvenz.

Mit einer Zwischenlösung aus der Vergangenheit soll nun ein verzweifelter Sprung über den Abgrund in die Zukunft gelingen. Aber natürlich werden sie sich in Bremen auch dringend fragen müssen, was abseits der Kreidelinien noch falsch gelaufen ist in den vergangenen Jahren, in denen Kohfeldt auch sich selbst verraten hat, wohl auch verraten musste, weil mit dieser Mannschaft kein aufregender Offensivfußball möglich war. Manchmal hat er sich und sein Team dabei zu klein gemacht. Er wird daraus lernen.

Der Druck, der auf dem Werder-Management nun lastet, ist enorm, allen voran der auf Baumann. Es kann keinen Zweifel geben, dass jene Konkurrenz, die finanziell vormals auf Augenhöhe agierte - Frankfurt, Stuttgart, Union Berlin, Mainz und Freiburg - auf dem komplizierten Spielermarkt klüger und weitsichtiger unterwegs ist. Die stillen Reserven einer überalterten Bremer Truppe heißen Milot Rashica, Marco Friedl und Maxi Eggestein. Auch das gehört zur ernüchternden Wahrheit.

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