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Lässt nach der Niederlage gegen Borussia Dortmund den Kopf hängen: Werder Bremens Trainer Florian Kohfeldt. Foto: Carmen Jaspersen/dpa

Heimniederlage gegen BVB

Bremer Negativtrend: Entscheidungswochen für Kohfeldt

Die nächsten Bundesligaspiele gegen Frankfurt und in Berlin entscheiden über die nähere Zukunft des abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten Werder Bremen. Die Negativrekorde an der Weser purzeln weiter.

Bremen (dpa) - Die düstere Prognose kam vor den beiden bislang wichtigsten Spielen seiner Trainerkarriere von Florian Kohfeldt persönlich.

Gelingt dem Coach des stark abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten Werder Bremen in den kommenden beiden Ligapartien nicht die Wende, wird der zweite Abstieg nach 1980 immer wahrscheinlicher und auch der Coach dürfte dann kaum zu halten sein. "Wir müssen gegen Frankfurt und in Berlin punkten, um realistische Chancen zu haben, in der Klasse zu bleiben. Da gibt es keine Ausreden", sagte der Trainer des Tabellen-17. nach der 0:2-Heimniederlage gegen Borussia Dortmund.

Die Situation an der Weser ist nach der neunten Niederlage aus den vergangenen zehn Ligaspielen "dramatisch". Kohfeldt macht keinen Hehl daraus. "Es werden immer weniger Spiele, wir haben wenig Zeit", sagte der Trainer des Jahres 2018. Wenn es auch in den nächsten beiden Partien gegen die Eintracht am 1. März und bei Hertha BSC sechs Tage später nichts Zählbares gibt, könnte es das auch für den 37-Jährigen gewesen sein. "Was dann wäre, würden wir dann besprechen", betonte Kohfeldt. "Entscheidende Wochen, was mich angeht, kann ich nicht ausrufen. Das müsste jemand anders tun."

Gemeint ist damit Sportchef Frank Baumann. Der frühere Nationalspieler wiederholte nach weiteren Negativrekorden durch das 0:2 gegen den BVB aber vorerst sein Treuebekenntnis zu Kohfeldt. "Wir diskutieren mit dem Trainer, wie wir die Situation bewältigen können. Wir reden weiter mit dem Trainer und nicht über den Trainer", sagte Baumann nach der sechsten Heimpleite in Serie.

Durch den Düsseldorfer Sieg in Freiburg (2:0) ist der Relegationsplatz 16 drei Punkte entfernt. Alle Plätze oberhalb der Gefahrenzone sind noch weiter entfernt. Kohfeldt versuchte auch nach der fünften Niederlage hintereinander mit aller Macht, an das Positive zu glauben. "Es ist noch nicht vorbei", erklärte der Werder-Trainer. Geschäftsführer Baumann sprach davon, dass sein Club bereits "von vielen abgeschrieben sei". "Dies spornt mich noch mehr an, es zu schaffen. Dafür brauchen wir Siege, Punkte und auch eine kleine Serie", forderte der Bremer Ehrenspielführer.

Wie dies nach den Leistungen in den vergangenen Wochen und Monaten gelingen soll, bleibt ein großes Fragezeichen. Alle Gegner, nicht nur die Top-Mannschaften aus Dortmund oder am Wochenende zuvor RB Leipzig (0:3), haben die Bremer Schwachstellen problemlos entschlüsseln können.

Auch die eigentlichen Abstiegs-Konkurrenten Union Berlin (0:2), FC Augsburg (1:2), Mainz 05 (0:5) und Köln (0:1) haben es erkannt: Im Laufe des Spiels wird Werder seine Fehler machen. Gegen Dortmund patzte Davie Selke vor dem 0:1 durch Dan-Axel Zagadou. Es war das 16. Gegentor nach einer Standardsituation und zeigte einmal mehr, wie anfällig die Bremer sind. Liegen sie zurück, ist das Match eigentlich entschieden.

Denn auf der anderen Seite ist die Bremer Offensive an Harmlosigkeit kaum zu überbieten. Milot Rashica hieß Werders letzter Torschütze beim 1:6 in München - neun Tage vor Weihnachten. Danach folgten noch zwei Eigentore aus acht Partien und eine vielleicht Handvoll guter Tor-Gelegenheiten. "Es fehlt uns die Durchschlagskraft", erkannte Kohfeldt. Lösungen sollen im Training gefunden werden.

Das Ultimatum läuft: Neue Hoffnung oder fast sicherer Abstieg. "Wir sehen uns nächstes Jahr", sagte Kohfeldt in Richtung seines Dortmunder Kollegen Lucien Favre nach der Pressekonferenz. Ob als Werder-Trainer oder in einer anderen Funktion, wird sich wahrscheinlich schon in zwei Wochen entscheiden.

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