Frank Baumann.
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Abstiegsduell

Bremen gegen Paderborn: Am Abgrund

  • Frank Hellmann
    vonFrank Hellmann
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Der SV Werder Bremen und der SC Paderborn kämpfen im direkten Duell um ihre letzte Chance.

Pressekonferenzen sind in der Regel nicht der große Quotenbringer in den Sozialen Medien. Die am Donnerstag erfolgte Videobefragung von Florian Kohfeldt und Frank Baumann, Trainer und Manager des SV Werder, hat vor dem Kellerduell am Samstag beim SC Paderborn (15.30 Uhr) größeres Interesse gefunden. Die 190-Sekunden-Zusammenfassung verzeichnete auf Youtube schnell mehr als 5000 Abrufe. Weil bei den Bremern in einem „sehr bedeutsamen Spiel“ (Kohfeldt) mehr auf dem Spiel steht, als im Kampf gegen den zweiten Abstieg nach 1980 den letzten Strohhalm zu greifen. Längst werden an der Weser die Zukunftsfragen besprochen.

Lange erweckten der bei Werder sozialisierte Aufsichtsratschef Marco Bode, der im eigenen Verein ausgebildete Kohfeldt und der als Ehrenspielführer der Doublegewinner 2004 aktive Baumann den Eindruck, als würde dieses Triumvirat wie der Roland auf dem Marktplatz alle Stürme überstehen. Inzwischen scheint das längst nicht mehr sicher.

Kohfeldt bezog nun Stellung zum Gerücht, er sei sich bereits mit der TSG Hoffenheim einig, was übrigens auch sein Berater Marc Kosicke umgehend dementierte. „Ich habe nur einen Fokus: mit Werder die Klasse zu halten. Ich beschäftige mich mit nichts anderem“, betonte der mit einem Cheftrainervertrag bis 2023 ausgestattete Kohfeldt. Interessant ist nur, dass der 37-Jährige erst nach der Saison „und keinen Tag vorher“ über seine Zukunft sprechen will. Damit wird aber ein Abgang aus freien Stücken möglich. Derweil hat der bis 2021 gebundene Baumann Bereitschaft bekundet, auch den Neuaufbau bei Abstieg anzugehen. „Es gehört zu einer Verantwortung, sich auch in schlechten Zeiten zu stellen und nicht davon zu laufen“, sagte der 44-Jährige.

Ansonsten möchte auch der Geschäftsführer Sport über seine Position bitte erst nach Saisonende reden. Der Bremer Aufsichtsrat wird genau prüfen, welche Verantwortung Kohfeldt und Baumann tragen, die zu lange die grün-weiße Talfahrt schöngefärbt und auf die anfänglich zugegebenermaßen dramatische Verletzungsmisere geschoben haben. Für Werder geht es in Paderborn im „allerwichtigsten Spiel“ (Baumann) um enorm viel. Hoffnungsträger könnte der nach neun Monaten Verletzungspause genesene Stürmer Niclas Füllkrug sein, der als Joker parat steht.

Ein Spiel um die letzte Chance am Abgrund ist es definitiv für Paderborn. Acht Punkte liegen die Ostwestfalen bereits hinter dem Relegationsrang. Alles andere als ein Sieg wäre wohl gleichbedeutend mit dem Gang in die zweite Liga. „Wir haben noch nicht abgeschenkt und sind schon erpicht, diese drei Punkte zu holen“, versicherte Trainer Steffen Baumgart. Kleiner Hoffnungsschimmer: Fortuna Düsseldorf auf Platz 16 hat zwei schwere Aufgaben vor sich – erst gegen Borussia Dortmund, dann bei RB Leipzig. Wenn die Ostwestfalen sich also noch an einen Rettungsanker klammern wollen, dann am besten an diesem 31. Spieltag. Was Mut machen kann: Im Hinspiel in Bremen schaffte der SCP dank eines Tores von Sven Michel in der 90. Minute einen 1:0-Erfolg. Einer von bislang nur vier Siegen.

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