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Breitenreiter soll die TSG Hoffenheim emotional aufpumpen

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Von: Jan Christian Müller

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Vermittelt Freude: TSG-Trainer André Breitenreiter.
Vermittelt Freude: TSG-Trainer André Breitenreiter. © Imago/Eibner Europa

Der Bundesliga-Check, Teil 15: TSG Hoffenheim Der neue Trainer André Breitenreiter soll die Sinsheimer wieder attraktiver machen.

Im schönen Kraichgau geht es dem Dorfklub auch deshalb finanziell so gut, weil die coronabedingten Verluste von 23 Millionen Euro dank der überdimensionalen Transfererlöse der Vergangenheit vom seriös wirtschaftenden Finanzchef Frank Briel ganz gut kompensiert werden konnten. Sportlich möchte die TSG Hoffenheim mit dem neuen Trainer André Breitenreiter (für den eher zurückhaltend agierenden und am Ende glücklosen Sebastian Hoeneß) nach dem nach dem heillos verpatzten Saisonfinale und der so verpassten Europa-League-Qualifikation wieder mehr begeistern. Das ist auch dringend notwendig.

Wie stark ist der Kader?

Hängt sehr davon ab, ob die von RB Leipzig heftig umworbene Rakete David Raum bleibt und weiter so verlässlich zündet. Und davon, ob der neue Innenverteidiger Ozan Kabak (6,5 Millionen Euro, zuletzt Leihspieler bei Premier-League-Absteiger Norwich City), für den Schalke 04 vor drei Jahren noch satte 15 Millionen Euro an den VfB Stuttgart überwiesen hatte, wieder Topform erreicht und so die löchrige Abwehr endlich stopft. Und ob Stürmer Andrej Kramaric nach seiner betulichen Ausbeute von nur sechs Treffern der Vorsaison wieder verlässlich zweistellig trifft. Und nicht zuletzt, ob Rückkehrer Grischa Prömel den Laden so klasse zusammenhält, wie der Mittelfeldspieler das zuletzt bei Union Berlin geschafft hat und auch im Härtetest gegen Hellas Verona (3:2) mit zwei Toren demonstrierte.

Worauf steht der Trainer?

Vor allem natürlich auf Erfolg. Den hatte André Breitenreiter just mit dem FC Zürich zur Genüge, den der 48-Jährige als Vorjahresachten übernahm und prompt zum Titel führte. Mit Schalke hat der gebürtige Hannoveraner 2015 schon mal in Europa hineingeschnüffelt. Das soll er mit Hoffenheim nun wieder schaffen. Und natürlich ist er mehr als ein Gute-Laune-Bär. Man darf sich auf ebenso gepflegten wie hingebungsvollen Fußball einstellen.

Wo hapert es noch?

Vor allem die ohnehin überschaubare Anzahl an Fans, die sich für die TSG begeistern können, sollte dringlich erhöht werden. Während die meisten Konkurrenten nach Öffnung der Stadien wieder nahezu unter Vollauslastung unterwegs waren, blieben in der schönen Arena in Sinsheim regelmäßig viel zu viele Plätze leer. Ergo: Breitenreiter soll den Klub emotional wieder aufpumpen.

Wer sticht heraus?

In der vergangenen Saison war das zweifellos Linksverteidiger David Raum, der auf seiner Seite alles in Grund und Boden lief, was sich ihm in den Weg stellte. Wenn der opulent tätowierte Überflieger bleiben sollte, wäre er der Star der Mannschaft. Aber das Hoffenheimer Geschäftsmodell basiert auch auf klugen Transfers. Weshalb es noch einen Star gibt es bei der TSG: Alexander Rosen, seit 2010 im Verein, seit zehn Jahren als Sportchef, verblüfft immer wieder mit schlauen Ein- und Verkäufen, weshalb Investor und Mäzen Dietmar Hopp schon lange kein Geld mehr zuschießen muss. Zuletzt gelang dem 43-Jährigen mit Raum ein Schnäppchen. Logisch, dass Rosen seinen Vertrag gerade bis 2025 verlängert hat.

Was ist drin?

Irgendwo im Dickicht des Mittelfelds dürfte der Leuchtturm-Verein der Rhein-Neckar-Metropolregion am Ende landen. Es wäre eine Überraschung, würden Breitenreiter an die größeren Zeiten, die die TSG unter Ralf Rangnick vor 14 Jahren und unter Julian Nagelsmann zum Ende des vergangenen Jahrzehnts erlebte, anknüpfen können.

Tipptabelle Hoffenheim
Tipptabelle Hoffenheim © FR

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