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Akrobat schön: Breel Embolo trifft per Fallrückzieher.
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Akrobat schön: Breel Embolo trifft per Fallrückzieher.

Klassetreffer per Fallrückzieher

Breel Embolo killt den Chancentod

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Der Stürmer bringt Borussia Mönchengladbach nach dem 1:0 gegen Borussia Dortmund nun mit dem 3:1 beim VfL Wolfsburg noch mehr zurück in die Spur.

Der neue Gladbacher Trainer Adi Hütter hat schon gewusst, bei wem er sich besonders bedanken musste nach diesem packenden, aufreibenen und am Ende siegreichen Spiel, das war nicht so schwer: bei Breel Embolo. Also umarmte er nach den 90 Minuten den Schweizer Stürmer mit kamerunischen Wurzeln, er tätschelte dessen Wange, strahlte übers ganze Gesicht, hinterher sagte er dann Sätze, die einem Spiel wie Öl herunterlaufen, etwa den: „Für mich ist er ist der Spieler des Spiels.

Tatsächlich war der 24-Jährige schnelle Mann jener Profi, der am Samstagnachmittag maßgeblich zum 3:1 (2:1)-Auswärtssieg von Borussia Mönchengladbach beim mittlerweile wieder leicht gestutzten VfL Wolfsburg beigetragen hatte. Er war der auffälligste Mann auf dem Platz, kein Wunder, wenn man das 1:0 (5.) per wunderschönem Fallrückzieher erzielt, das 2:0 (7.) mit einem Günter-Netzer-Gedächtnis-Pass vorbereitet, dazu noch einen Strafstoß herausholt (den der Spielkamerad Lars Stindl aufreizend lässig verschießt) und dadurch auch die Gelb-Rote Karte für den Wolfsburger Maxence Lacroix (76.) provoziert: das alles befördert einen zu Recht zum Spieler des Tages. In dieser Form, lobte dann auch 2:0-Torschütze Jonas Hofmann, sei Breel Embolo „Gold wert“.

Das Problem ist nur: Embolo ist nicht oft in dieser Form.

In dieser Saison, die für Borussia Mönchengladbach im Grunde erst jetzt, nach den sechsten und siebten Spieltagen, so richtig begann, hat der schnelle Stürmer zumindest eine Ausrede dafür, dass er sein ohne Zweifel vorhandenes Potenzial nicht abrufen konnte: Er kehrte mit einer Sehnenverletzung im Oberschenkel von der EM zurück, die er sich im Viertelfinale gegen Spanien eingefangen hatte, er verpasste weite Teile der Vorbereitung, kommt jetzt erst langsam in Tritt und bestritt bislang nur zwei Spiele über 90 Minuten, gegen Borussia Dortmund (1:0) und jetzt in Wolfsburg. Ist es Zufall, dass dies die bislang einzigen Saisonsiege der Gladbacher waren?

Aber zuvor war Embolo, seit 2019 am Niederrhein (54 Spiele, elf Tore), vornehmlich als jemand auffällig geworden, der beste und allerbeste Möglichkeiten vor dem Tor nonchalant vergibt. Embolo gilt als größter Chancentod der Liga, der Boulevard hatte im vergangenen Jahr genau nachgezählt: Nur ein Treffer bei zehn Großchancen war dem 24-Jährigen gelungen, eine Quote von zehn Prozent. Zum Vergleich: André Silva kam im vergangenen Jahr bei Eintracht Frankfurt auf eine Quote von 75 Prozent, Robert Lewandowski hatte 73 Prozent, selbst Kolleg Stindl schaffte 75 Prozent und spielt im Mittelfeld.

Und dann gab es ja noch diesen Skandal jenseits des Spielfeldes: Mitten in der größten Pandemie hielt es Embolo im Frühjahr für eine gute Idee, in Essen eine Party feiern zu müssen, um sich dann beim Auftauchen der Polizei wie ein Lump mit einer halsbrecherischen Flucht über Dächer aus der Verantwortung stehlen zu wollen. Dafür kassierte er vom Klub eine saftige Geldstrafe und bundesweit verständnisloses Kopfschütteln.

Vorbei, aber nicht vergessen. Immerhin scheint sich Borussia Mönchengladbach nach verkorkstem Saisonstart gefangen zu haben. Ähnlich wie im ersten Jahr bei seiner vorherigen Station in Frankfurt hat Hütter auch in Gladbach nach dünnen vier Punkten aus fünf Spielen eine Trendwende einleiten können. Die auch erforderlich ist, wenn man die Erwartungen der Fohlen kennt, die in dieser Runde, ohne internationalen Auftritt belastet, den Fokus komplett auf die Liga richten können. Und müssen.

„Wir haben keinen Grund, uns auszuruhen“, bremste Adi Hütter, wie das Trainer halt so machen: „Wir sind noch lange nicht da, wo ich es mir vorstelle.“ Er konnte aber schon konstatieren, dass seine Mannschaft den nächsten Entwicklungsschritt gemacht hat. Die Borussia schaffte überzeugend den ersten Auswärtssieg der Saison – in Wolfsburg den ersten seit fast 18 Jahren. Dazu erstmals in dieser Saison zwei Erfolge nacheinander, und das gegen zwei Spitzenteams. Breel Embolo sei Dank. mit sid

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