Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

jogi2_011220
+
Darf sich aufs neue Jahr in Amt und Würden freuen: Joachim Löw.

Bundestrainer Löw

Botschaft mit Gschmäckle

  • Frank Hellmann
    vonFrank Hellmann
    schließen

Seltsam, dass der Deutsche Fußball-Bund bei der Entscheidung pro Löw plötzlich alle Planungen über den Haufen wirft. Doch als Freibrief für den Bundestrainer darf man den Entschluss nicht verstehen. Ein Kommentar

Nicht mal eine Woche hat es gedauert. Für Bundestrainer-Verhältnisse im Rekordtempo hat der zuletzt heftig angezählte Joachim Löw für sich ausgelotet, dass Selbstaufgabe in Corona-Zeiten, wo er am Fuße des Schwarzwalds weder sein Lieblingscafé besuchen noch mit den Kumpels in der Halle kicken kann, für ihn nicht infrage kommt. Und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat neben der auf der ehemaligen Frankfurter Galopprennbahn entstehenden Akademie so viele weitere Baustellen offen, dass es nicht noch eine weitere braucht. Zudem wäre eine Vertragsauflösung inklusive Nachfolgeregelung mehrere Millionen Euro teuer. Geld ist selbst beim DFB nicht mehr im Überfluss vorhanden.

Solche Argumente finden sich jedoch naturgemäß nicht in der Verlautbarung, mit der beide Parteien Einigkeit demonstrieren, den Weg zum nächsten Turnier gemeinsam zu beschreiten. Das 0:6 in der Nations League gegen Spanien wird jetzt als „Enttäuschung“ kategorisiert. Kann passieren beim Weg der Erneuerung.

Die Aufarbeitung mit den sportlichen Mängeln, dem sturen Festhalten am Mitläufer Toni Kroos, die ständigen Rochaden in der Abwehr, dem fehlenden Reagieren von der Trainerbank, werden in der Pressemitteilung nicht thematisiert. Ebenso fehlt jegliches Statement von Joachim Löw selbst, der nach der Frankfurter Zusammenkunft lieber den Nebenausgang nahm, statt sich zu erklären. Daher haftet dem Schnellschuss ein Gschmäckle an. Warum wird erst ein Fahrplan herausgegeben, wenn dieser ohnehin Makulatur ist? Um die Öffentlichkeit in die Irre zu führen? Oder weil letztlich doch wieder nur Löw über seine Zukunft entscheiden konnte?

Wer allerdings von einem Freibrief bis Vertragsablauf 2022 spricht, der irrt. Der Verband mag in Machtfragen gespalten sein, aber von der öffentlichen Stimmung kann er sich nicht ewig abkoppeln. Löws Weggefährte Oliver Bierhoff hatte nicht grundlos vor der Lehrstunde in Sevilla die EM 2021 zum Lackmustest für den Bundestrainer erklärt. Dieses Turnier ist – Corona-Restriktionen hin oder her – sportlich zu wichtig, als dass es zu Testzwecken entfremdet werden kann. Was Löw auch nicht will. Der bald 61-Jährige weiß, dass es schon in drei Gruppenspielen in München vor allem um ihn geht. Sollte es mit dem Achtelfinaleinzug schiefgehen, wird keine Woche vergehen, bis die DFB-Oberen den Daumen senken. Das Treuebekenntnis für ihn gilt nur bis nächsten Sommer.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare