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Strahlemann: Adi Hütter hat die Seiten gewechselt, von der Eintracht zu Borussia Mönchengladbach – verstehen konnte das nicht jeder.
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Strahlemann: Adi Hütter hat die Seiten gewechselt, von der Eintracht zu Borussia Mönchengladbach – verstehen konnte das nicht jeder.

FR-Bundesliga-Tipptabelle (6)

Borussia Mönchengladbach unter Adi Hütter – Wildwest am Niederrhein

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Der Bundesliga-Check, Teil 6: Trainer Adi Hütter soll Borussia Mönchengladbach mit Offensivfußball zurück nach Europa führen.

Mönchengladbach – Die vergangene Saison? Puh, war dann doch arg verhunzt, am besten einfach vergessen, Haken dran – war was? Okay, bis ins Achtelfinale der Champions League ist die Elf vom Niederrhein sogar vorgestoßen. Das war gut. Vieles andere schlecht. Das Dauertheater rund um den Überläufer Marco Rose (zur Borussia aus Dortmund) legte sich wie ein trüber Schleier über den Borussia-Park. Es folgte ein veritabler Shitstorm, garniert mit Corona-Eskapaden und Pleiten en masse.

Am Ende stand ein enttäuschender achter Platz, was bedeutet, dass die Borussia in dieser Saison international nicht dabei sein wird. Damit sich das ändert, hat Chefeinkäufer Max Eberl Eintracht Frankfurt den Trainer stiebitzt. Adi Hütter soll den Klub nach Europa führen. Ist ihm zuzutrauen.

Borussia Mönchengladbach im Bundesliga-Check: Wie stark ist der Kader?

Stark genug, um vorne mitzumischen, vielleicht nicht ganz vorne, aber direkt dahinter. Die Borussia hat eine gewachsene, gestandene Mannschaft beisammen, die in die richtige Spur gebracht werden muss. Offensiv ist das Gladbacher Ensemble fix und unberechenbar. Nachhaltiger Erfolg stellt sich aber in erster Linie über eine wehrhafte Defensive ein, da ist eine Menge Luft nach oben. Die Abwehr war in der zurückliegenden Saison löchrig wie eine Gießkanne. 56-mal schlug es im eigenen Kasten ein – nur die Prügelknaben Schalke 04 (86), 1.FC Köln (60) und Werder Bremen (57) fingen mehr Kisten. Ob da ausgerechnet Adi Hütter der richtige Trainer ist? Von allen Spitzenteams kassierte die Eintracht die mit Abstand meisten Tore (53). Sollte er verbessern, der Offensivliebhaber Hütter.

Borussia Mönchengladbach: Worauf steht der Trainer Adi Hütter?

„Auf attraktiven und begeisternden Fußball.“ Das hat Adi Hütter bei seiner Vorstellung selbst gesagt, und das kann man ihm ruhig glauben (andere Aussagen eher nicht, aber das ist ja Schnee von gestern). Der 51-Jährige hat in Frankfurt rasanten, wilden, halsbrecherischen Fußball spielen lassen, Wildwest-Spektakel. Dafür steht er, das kann er. Und dafür hat die Borussia satte 7,5 Millionen Euro an die Eintracht überwiesen, was den Ausgelösten selbst wundert. „Ich hätte nie gedacht, dass jemand diese Summe bezahlt.“ Hütter kann Spieler besser machen, sie entwickeln, er mag das Risiko. Vorsichtiges Hasenfußgekicke verabscheut er, und wenn ihm das jemand vorwirft, wird er echt sauer. Nichts hat ihn in Frankfurt so gewurmt, wie die im Herbst der Vorsaison aufflammende „Mutlos-Debatte“. Hütter, durchaus eitel und ichbezogen, sollte aus seinem geräuschvollen Abgang bei der Eintracht lernen, er hat alles dafür getan, seine herausragend gute Arbeit in wenigen Wochen abzuwerten und fast schon verbrannte Erde zu hinterlassen. Das muss nicht sein. Für ihn ist das Engagement am Niederrhein eine große Chance, die Fallhöhe ist – anders als in Frankfurt – nicht hoch. Es kann eigentlich nur nach oben gehen.

Zu- und Abgänge

Zugänge: Jordi Bongard (aus der eigenen Jugend), Hannes Wolf (RB Leipzig, nach letztjähriger Leihe nun fest verpflichtet), Laszlo Benes (FC Augsburg, Rückkehr nach Leihe), Keanan Bennetts (Ipswich Town, Rückkehr nach Leihe), Andreas Poulsen (Austria Wien, Rückkehr nach Leihe), Kouadio Kone (FC Toulouse, Rückkehr nach Leihe).

Abgänge: Michael Lang (FC Basel), Moritz Nicolas (Viktoria Köln, Leihe), Ibrahima Traore (Vertragsende), Oscar Wendt (IFK Göteborg), Valentino Lazaro (Inter Mailand, einjährige Leihe beendet), Julio Villalba (Vertragsende), Max Grün (Viktoria Aschaffenburg).

Borussia Mönchengladbach im Check: Wo hapert es noch?

An ziemlichen vielen Stellen. Zwei Testspiele hat die Fohlen-Elf absolviert, dabei nur ein glückliches 2:2 gegen Viktoria Köln geholt, gegen den SC Paderborn setzte es nach einer bedenklichen Leistung eine 1:3-Pleite. Im Trainingscamp Klosterpforte in Harsewinkel-Marienfeld wartet viel Arbeit. Außerdem unschön für die Borussia: Neuzugang Kouadio Koné, der für neun Millionen Euro vom französischen Zweitligisten FC Toulouse kam, fällt mit einer Knieverletzung aus – genauso wie der Schweizer EM-Fahrer Breel Embolo, der sich im Viertelfinale gegen Spanien eine Sehnenverletzung zuzog. Dumm gelaufen.

Borussia Mönchengladbach vor Saisonbeginn: Wer sticht heraus?

Niemand so richtig, den schillernden Star gibt es nicht, aber viele gute Jungs: den smarten TV-Experten Christoph Kramer, den unverwüstlichen Lars Stindl, die EM-Touristen Jonas Hofmann und Florian Neuhaus, den Sonnyboy Yann Sommer, den geschmeidigen Marcus Thuram – oder den ewigen Matthias Ginter. Der soll aber doch tatsächlich den Klub verlassen, Leverkusen buhlt vehement, Kostenpunkt: 20 Millionen. Junge, Junge.

Tipptabelle der FR

Wie geht’s dem Schatzmeister von Borussia Mönchengladbach?

In Ordnung. Die Gladbacher sind halbwegs gut durch die Pandemie gekommen, fuhren „nur“ einen Verlust von rund 17 Millionen Euro ein – in Corona-Zeiten ist das erträglich. Trotzdem müssen sie noch Spieler verkaufen, wenn sie neue holen wollen. Kandidaten hierfür sind, siehe oben: Matthias Ginter. Und Denis Zakaria, vielleicht sogar Marcus Thuram.

Borussia Mönchengladbach im Bundesliga-Check: Was ist drin?

Ohne zusätzliche Belastung ist Europa locker drin, sogar der letzte Königsklassenstartplatz. (Ingo Durstewitz)

Die Bundesliga-Serie und alle veröffentlichten Tipptabellen finden Sie unter: fr.de/tipptabelle

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