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Trennung im Sommer: Dieter Hecking und Max Eberl.

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Trennung mit Verspätung

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In Gladbach passiert genau das, was viele schon geahnt hatten. Erst Verlängerung, jetzt Trennung. Ein Kommentar.

Ziemlich genau ein Jahr ist es her, da wurde im Umfeld von Borussia Mönchengladbach schon einmal kräftig an Dieter Hecking gezweifelt. Ist er wirklich noch der richtige Trainer für den Bundesligisten? Genügt sein taktisches Knowhow, um die konterstarken Fohlen auch spielerisch auf ein höheres Niveau zu hieven? Oder braucht es einen neuen, jüngeren Coach mit frischen Ideen, der den angestaubten Spielstil Heckings mal kräftig durchpustet? Die Antwort der Borussen-Bosse fiel, nun ja, ziemlich abwartend aus: Sie vertagten sich.

Hecking durfte vorerst weitermachen, die schwache Saison war in der Endphase ja eh kaum noch zu retten - sie endete schließlich auf Rang neun, zum zweiten Mal nacheinander. Im Gegenzug wurde aber auch des Trainers im Sommer 2019 auslaufender Vertrag vorsichtshalber nicht verlängert. Das Motto: Lieber mal abwarten, was uns der Dieter da in der nächsten Saison so einbrockt.

Borussia Mönchengladbach: Aufregende Mannschaft in der Hinrunde

Und der Dieter brockte zum Wohlwollen aller Beteiligten und Fans guten Fußball ein. Die Borussia aus Gladbach war neben der Borussia aus Dortmund (und vielleicht Eintracht Frankfurt) die aufregendste Mannschaft der Hinrunde. Die Elf vom Niederrhein vereinte gekonnt Tempo und spielerische Finesse, bezwang beispielsweise den FC Bayern in dessen Arena sensationell mit 3:0, und schloss die Hinrunde als Tabellendritter ab. Hecking war en vogue, wurde ab und an gar als möglicher Nachfolger von Bundestrainer Jogi Löw genannt. Die Folge: Die Borussia verlängerte Heckings Vertrag bis Sommer 2020.

Bis er davon jedoch etwas haben konnte, passierte genau das, was die vormals zögernden Bosse irgendwie ja doch schon geahnt hatten.Die Mannschaft näherte sich ihrem Niveau der Vorsaison bedenklich rasch wieder an. Erst traten die Fohlen direkt nach der Winterpause nur ein bisschen auf der Stelle herum, dann galoppierten sie aber in die komplett entgegengesetzte Richtung.

Klare Heimniederlagen gegen Hertha, Wolfsburg und Bayern, dazu die ernüchternde 1:3-Pleite in Düsseldorf am vergangenen Samstag und das Abrutschen auf Rang fünf. Zu wenig. Vor allem deutlich zu wenig, um die Zweifler an Dieter Heckings grundsätzlicher Eignung als Trainer von Borussia Mönchengladbach nicht mehr zweifeln zu lassen.

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