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Möchte auch gegen seinen alten Klub jubeln: Paco Alcacer.

Stürmer trifft mit Dortmund auf Ex-Klub

Borussia Dortmund: Paco Alcácer - wie ein guter Tempranillo

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Bei Borussia Dortmund ruhen gegen den FC Barcelona die Hoffnungen auf dem spanischen Knipser Paco Alcácer.

Ein bisschen verärgert, ein bisschen traurig, aber doch jubelnd, doch befreit. Paco Alcácer hat viele Stimmungen in sich vereint. Der Stürmer des BVB wirkt älter als 26, ist aber auch irgendwie verspielter als andere Fußballer in diesem Alter. Ein Bouquet wie bei einem guten Rotwein. Seine Karriere, sein Habitus – das ging immer Hand in Hand. Mal besser, mal schlechter.

Mit Borussia Dortmund trifft er am Dienstag (21 Uhr/Sky) auf einen Teil seiner Vergangenheit, den man unter „mal schlechter“ verorten muss. Dann aber doch auch irgendwie wieder unter „mal besser“. Der FC Barcelona ist zum Auftakt der Champions-League-Gruppenphase zu Gast. Der Klub, der Alcácer auf die Bank verbannt hatte. „Ich habe Respekt vor vielen Leuten und vielen ehemaligen Teamkollegen. Viele Leute haben sich sehr gut gegenüber mir verhalten und andere haben sich sehr schlecht benommen. Einige Leute beim FC Barcelona haben ihr Wort nicht gehalten“, sagte der Stürmer bei Radio Cadena SER Catalunya.

Paco Alcácer: von Borussia Dortmund aus den Katakomben geholt

Um Paco Alcácer zu verstehen, seine Spielweise und seine Art, muss man seinen Lebensweg mit ihm gehen, bis zum Anfang, wo alles begann. Beim FC Valencia. Da wuchs er heran, reifte wie ein guter Tempranillo.

Die spanische Rebsorte zeichnet sich durch eine frühe Ernte aus. Alcácer entfaltete ebenfalls schnell sein Potenzial. Sein Bouquet reicht vom Knipser bis hin zum Führungsspieler, der auch als junger Spieler bereits die Kapitänsbinde trug, beim FC Valencia. So schnell es nach oben ging, so schnell ging es bergab. Der Tempranillo korkte nach seinem Wechsel zum FC Barcelona. Der gute Wein verstaubte im Regal. BVB-Sportdirektor Michael Zorc war es, der Alcácer im August 2018 aus den Katakomben Barcelonas hervorholte. Der Angreifer war abgeschrieben, kam an der prominent besetzten Offensive der Katalanen nicht vorbei. Die Karriere in der Nationalmannschaft ruhte. Dann aber: neues Leben beim BVB. „Der Wechsel zu Barca war eine große Erfahrung und eine weitere Möglichkeit, Fußball zu erlernen. Ich bin jung, und ich bin mir sicher, dass mir alles weiterhilft, was ich aufnehme – in guten wie in weniger guten Situationen“, sagte Alcácer zwar der Klubzeitschrift „Borussia“. Aber in Dortmund konnte er dann doch mehr Leidenschaft an den Tag legen.

Endlich richtig fit

Und Alcácer hat eben noch etwas mit dem Tempranillo gemeinsam. Zwar erzielte er in seinem ersten Jahr beim BVB schon 19 Tore in 32 Pflichtspielen, entfaltete die gleiche Wucht wie das erste Glas Rotwein. Aber es dauerte. Eine halbe Stunde benötigt der Tempranillo im Dekantierer, mehr als eine halbe Spielzeit benötigte Alcácer den Kraftraum, um richtig fit zu werden. „Er hat einen deutlichen Schritt nach vorne über die Vorbereitung gemacht und hatte viele Spiele – das tut ihm gut, auch für den Kopf“, sagte BVB-Lizenzspielleiter Sebastian Kehl. „Er hat in der Nationalmannschaft getroffen und auch bei uns wieder. Er ist da, wenn man ihn braucht“, sagt Kehl. Alcácer hat nach vier Bundesligapartien schon wieder fünf Tore auf dem Konto, dazu jeweils einen Treffer in Pokal und Supercup, er ist fit wie nie.

Davon wollen seine Mitspieler auch am Dienstag profitieren. „Ich hoffe, er kann uns sehr helfen – er ist ein wichtiger Spieler. Er ist einfach ein eiskalter Torjäger, der nicht viele Chancen braucht“, sagt Marco Reus. „Er freut sich auf dieses Spiel, es wird ein schönes Erlebnis“, so der Kapitän über Dortmunds Nummer neun. Wenn es nach dem BVB geht, macht Alcácer am Dienstag das, was man auch mit einer Flasche Tempranillo machen sollte: einschenken. Und zwar seinem Ex-Klub.

Von Marvin K. Hoffmann

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