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Das Ballgefühl ist zurück: Mario Götze.

Borussia Dortmund

Mario Götze im Flow

Für die wiedererstarkte Dortmunder Offensivkraft ist das Gipfeltreffen in München kein Spiel wie jedes andere.

Von Anspannung war bei der ersten Einheit der Woche keine Spur in Dortmund, als der frischgebackene Papa Marco Reus und seine Mitspieler lockeres Passspiel an den sonnigen Tag legen. Kein bisschen aus der Puste und nur im Ansatz schwitzend: Mario Götze. „Wir wissen ja, dass wir eine lange Woche vor uns haben. Ganz normale Vorbereitung, ganz normale Trainingseinheiten. Alles wie immer, eigentlich“, sagt Götze.

Eigentlich, wäre da nicht das Topspiel bei den Münchner Bayern, die am vergangenen Wochenende die Tabellenführung abgaben und diese um jeden Preis zurückerlangen wollen. „Zu Beginn der Woche konzentrieren wir uns auf das Training, dass alle auf einem guten Stand sind, sodass wir am Samstag mit Frische ins Spiel gehen können“, sagt der 26-Jährige. Vor einigen Jahren wären seine Aussagen wohl weniger abgeklärt über die Lippen gehuscht. Götze hat Erfahrung mit solchen Situationen und weiß, dass es besonders jetzt darauf ankommt, Ruhe zu bewahren in turbulenten Wochen.

Dem Sieg in letzter Minute bei der Hertha vor der Länderspielpause folgte der Paco-Alcácer-Doppelpack in der Nachspielzeit gegen Wolfsburg. Sechs wichtige Zähler im Kampf um Platz eins, die gut und gerne hätten auch nur zwei sein können – weiß auch Götze: „Es hätte bei uns anders laufen können, es hätte bei Bayern in Freiburg anders laufen können. Die besten Beispiele sind die Partien gegen Wolfsburg und Berlin, die zweimal hätten Unentschieden ausgehen können. Das sind eben die Kleinigkeiten, die entscheiden“, sagt der WM-Torschütze von 2014.

Mahnende Worte

Mahnende Worte, die besonders an die jüngere Generation seiner Mannschaft gerichtet sein dürften, gehört Götze neben Reus, Axel Witsel und Thomas Delaney doch zu den routinierteren Kräften auf dem Feld. Nach der Schockdiagnose im Februar 2017 (Stoffwechselerkrankung) und einer schwierigen Saison unter den Trainern Peter Bosz und Peter Stöger ist der 26-Jährige aktuell wieder in Bestform und greift mit seinem BVB nach der Schale.

„In den vergangenen Jahren sind unglückliche Sachen passiert, da war es eben nicht so rund wie dieses Jahr. Wir haben einen positiven Aufschwung innerhalb der Mannschaft“, berichtet Götze, der drei Meistertitel (2014 bis 2016) mit dem kommenden Gegner Bayern München feierte. Ein Kunststück, das er nur zu gern in Schwarz-Gelb wiederholen würde, wenngleich eine Titel-Vorentscheidung für ihn ausgeschlossen ist. „Wir haben noch sieben Spiele vor uns, das sind noch 21 Punkte. Darum geht es im Endeffekt“, rechnet Götze vor. „Es ist eine gute Ausgangssituation, so etwas hatten wir in den vergangenen Jahren nicht. Nichtsdestotrotz müssen wir auch noch in Freiburg und Gladbach spielen. Da kann noch einiges passieren.“

Der 26-Jährige weiß, worauf es ankommt im Endspurt. Dass es allerdings auch für ihn ein besonderes Spiel wird am Samstag, kann er nicht bestreiten: „Natürlich ist es das. Ich habe drei Jahre dort gespielt und viele Titel gefeiert“ so Götze, für den es auf die „Kleinigkeiten“ ankommen wird: „Es ist wichtig, dass wir die komplette Spieldauer auf Top-Niveau sein werden, dass wir sowohl als Mannschaft gut verteidigen, als auch offensiv mutig und clever sind in den entscheidenden Situationen. Wir wissen um die Qualität der Bayern und auch, dass es ein sehr, sehr schwieriges Spiel für uns wird. Aber: Wir haben einen guten Flow.“

Dem sich die lange verletzten Lukasz Piszczek und Maximilian Philipp, die Teile des Teamtrainings absolvierten, bald wieder anschließen sollen. Die Anspannung bis zum Wochenende gänzlich auszublenden wird in Dortmund nicht möglich sein: „Wenn wir am Freitag Richtung München fliegen, wissen wir schon, worum es geht“, blickt Götze voraus.

Autor: Sven Schneider

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