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Borussia Dortmund kontert Erling Haaland

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Von: Peter Schwennecker

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Zweimal erfolgreich gegen den SC Freiburg: Erling Haaland.
Zweimal erfolgreich gegen den SC Freiburg: Erling Haaland. © AFP

Der Stürmer fühlt sich vom Klub unter Druck gesetzt - der kann sich über die Vorwürfe nur wundern.

Mit dem 3:2-Sieg in Frankfurt und dem 5:1-Erfolg über den SC Freiburg hat Borussia Dortmund zum Rückrundenstart seine Position als einziger Bayern-Jäger untermauert. Doch eigentlich kann in Dortmund passieren, was will. Thema Nummer eins bleibt stets Erling Haaland. Verlieren die Borussen, sind sie zu schlecht für die norwegische Tormaschine, gewinnen sie überzeugend, werden überall die Begehrlichkeiten der europäischen Spitzenklubs, den Stürmer am Ende der Saison für die festgeschriebene Ablösesumme von 75 Millionen Euro verpflichten zu können, medial aufgefrischt.

Am Freitagabend erwies sich Haaland selbst als Spielverderber. Während seine Teamkollegen von den wenigen Fans auf der Südtribüne gefeiert wurden, ließ der Angreifer bei Landsmann Jan Age Fjörtoft, der für den norwegischen TV-Sender Viaplay unterwegs ist, Frust ab. Haalands Vorwurf: Die Borussia lasse ihn nicht in Ruhe seinen Job machen.

Fjörtoft Freund der Familie

Der Ausnahmestürmer fühlt sich von der Vereinsführung unter Druck gesetzt. „Die letzten sechs Monate habe ich beschlossen, aus Respekt vor Dortmund nichts zu sagen. Nun hat der Klub begonnen, mich zu drängen, eine Entscheidung zu treffen. Aber alles, was ich will, ist Fußball spielen. Doch jetzt ist es wohl Zeit, die Dinge auf den Weg zu bringen“, beschwerte sich Haaland vor laufender Kamera. “

Da Fjörtoft ein guter Freund der Familie Haaland ist, sie seit der Ankunft in Dortmund ständig begleitet und damit schon als öffentliches Sprachrohr bezeichnet wird, vermuteten einige in den Sozialen Medien sogar, dass das Interview inszeniert worden sei. Was der 55-jährige Fjörtoft über Twitter energisch bestritt: „Muss ich nicht kommentieren, so idiotisch ist die Behauptung.“

Fakt ist allerdings auch, dass Berater Mino Raiola bereits seit vielen Monaten durch Europa reist, um die Möglichkeiten eines Wechsels seines Stars zu einem Spitzenklub auszuloten. Was im BVB-Umfeld ständig für Unruhe sorgt. Daher ist es verständlich, dass die Dortmunder Verantwortlichen in diesem Fall möglichst bald Klarheit haben wollen - und überdies irritiert sind. „Ich kann das nicht nachvollziehen“, sagte Geschäftsführung, Hans-Joachim Watzke, der Funke-Medien-Gruppe, ergänzte aber auch fürsorglich: „Erling ist ein spontaner Mensch und noch ein junger Bursche, der darf das, das ist kein Problem. Aber er muss auch ein bisschen Verständnis für unsere Situation haben. Wir können nicht bis Mai warten, das wird ihm auch einleuchten.“

Von Druck auf Haaland könne, so Sportdirektor Michael Zorc bei „Bild“, nicht die Rede sein. „Es gibt keine Fristen oder Deadlines. Dass wir nicht erst im Sommer wissen wollen, wie seine Entscheidung ausfällt, ist im Fußball völlig normal.“ Der künftige BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl wunderte sich über die Vorwürfe („Wir haben in letzter Zeit gar keine Gespräche geführt“) und kündigte im Fußballstammtisch „Doppelpass“ bei Sport1 an, er werde zeitnah mit Haaland reden. „Wie soll ich meine Kaderplanung vorantreiben, wenn wir keine Tendenz mitbekommen, ob der Spieler bleiben will oder nicht?“

Angesichts des Wirbels um das Haaland-Interview ging völlig unter, dass die Borussia im Spitzenspiel gegen den bisherigen Tabellenvierten Freiburg eine der besten Saisonleistungen gezeigt hatte.

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