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Unzufriedener Torjäger: Erling Haaland.
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Unzufriedener Torjäger: Erling Haaland.

BVB

Borussia Dortmund hisst die Weiße Fahne

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Borussia Dortmund zieht sich als Bayern-Jäger schon nach der Hinrunde zurück - es fehlt Bedingungslosigkeit.

Dieses Mal hat Didi Hamann nicht mal „nageln“ müssen, Marco Rose wusste selbst, dass der Karren in den Dreck gefahren war oder, wie der Trainer von Borussia Dortmund nach dem zutiefst ernüchternden 2:3 gegen Hertha BSC sagte: „Wir haben uns vorgenommen, die Bayern zu ärgern. In der Verfassung, in der wir momentan sind und in der Bayern ist, wird das jetzt relativ schwer.“ Es hat ja fast schon Tradition in Dortmund, die Meisterschaft relativ früh in der Saison abzuschreiben, Lucien Favre, Vor-Vorgänger von Rose, hat das vorgemacht, Rose tut das jetzt im Grunde auch. Vermutlich hat er Recht: Borussia Dortmund, Tabellenplatz zwei zwar, aber im Kern nur noch als „Bayern-Jäger“ unter ferner liefen rangierend, hat nach Abschluss der Hinrunde bereits neun Punkte Rückstand auf den Branchenprimus.

4:12 Punkte

Eigentlich schlimmer noch: Wie schnell dieser Rückstand immer größer wurde, er hat ja fast canyon-artige Ausmaße: Vor dem 3. Dezember, dem Aufeinandertreffen der beiden Schwergewichtige aus Dortmund und München, lag der BVB lediglich einen Zähler hinter den Bayern. In etwas mehr als zwei Wochen haben die Schwarzgelben beinahe alles verspielt, sie unterlagen den Bayern 2:3, spielten 1:1 gegen Bochum, bezwangen mit Mühe Greuther Fürth und unterlagen Hertha, die Mitte der Woche noch vom FSV Mainz mit 0:4 verprügelt wurde. Der BVB holte in diesen 15 Tagen vier, der FCB zwölf Punkte.

Was stimmt nur nicht mit Borussia Dortmund? Marco Rose, der sich Mitte der Woche furchtbar aufgeregte, weil TV-Experte Hamann es gewagt hatte, den BVB wegen seines mühevollen Sieges gegen Fürth zu kritisieren, bemängelte nun das grundsätzliche Fehlen von Essenziellem: Rose nannte es „Bedingungslosigkeit“. Dass man in Berlin gewinnen wolle, habe man nicht erkennen können, statt dessen liefere man „ein Drecksspiel“ ab, wie BVB-Boss Joachim Watzke bellte. „Wir spielen zu lange zu wenig bedingungslos - und erst wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist“, schimpfte Rose. Aber um „maximal erfolgreich zu sein, braucht es ein bisschen mehr“.

Symptomatisch für die enormen Schwankungen der Borussen ist der Auftritt von Julian Brandt, ein außerordentlich begabter Fußballer, einer, der so viel Gefühl im Fuß hat, der ein wunderschönes, intelligentes Führungstor erzielt hat - und dann mit zwei krassen Ballverlusten vor dem eigenen Strafraum die beiden Tore von Marco Richter verschuldet. Es ist auch dieser eher phlegmatische Ansatz, der die Dortmunder straucheln lässt. Phlegma, Mentalität, fehlende Bedingungslosigkeit, dazu eine viel zu große Abhängigkeit von Erling Haaland - das könnten wesentliche Gründe für das Abrutschen der Borussia sein, die, das darf man nicht außen vor lassen, zudem in einer machbaren Gruppe aus der Champions League gefallen sind.

Dass sie es können, Rückstände aufzuholen, haben sie im letzten Jahr bewiesen, als sie unter Edin Terzic Eintracht Frankfurt einen Sieben-Punkte-Vorsprung auf die Champions League abluchsten. Dieses Mal freilich fehlt der Glaube.

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