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Selfie mit Star: Mats Hummels fanfreundlich im Notre Dame Stadion von South Bend, Indiana.

Borussia Dortmund

Neue Titeloffensive: Borussia Dortmund sagt Bayern München den Kampf an 

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Der Champions-League-Sieger-Besieger Borussia Dortmund sieht sich bestens vorbereitet, um dem FC Bayern den Titel zu klauen.

Bei Burger und Fritten haben die Spieler von Borussia Dortmund ihre US-Tour in einem Schnellrestaurant beendet – und sind froh, dass der schlauchende Amerika-Werbetrip mit vielen Stunden im Flieger und reichlich Jetlag ein Ende genommen hat. 

Die Borussen dürfen sich nach dem 3:2-Sieg vor 40.000 Zuschauern in South Bend/Indiana gegen den FC Liverpool jetzt mit Fug und Recht Champions-League-Sieger-Besieger nennen. Die Westfalen, die am Samstag ins Trainingslager nach Bad Ragaz/Schweizstarten, haben kräftig investiert, starten eine neue Titeloffensive und sagen den Bayern sogar öffentlich den Kampf an.

Borussia Dortmund: Wie ist die Stimmung?

Aus neun Punkten Vorsprung auf die Bayern in der Hinrunde wurden am Ende der vergangenen Saison zwei Zähler Rückstand auf den Rekordmeister. Das löste in der BVB-Familie zunächst großen Frust aus. Die Tatsache, dass die Mannschaft seit 2012 nicht mehr so nahe an den Münchnern dran war, soll laut Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke nun in positive Energie umgewandelt werden. Der Stimmungsumschwung ist in Dortmund angesichts des Investitionsvolumens von aktuell 106,5 Millionen Euro in der laufenden Transferperiode gelungen, weil der BVB seinen Kader auch qualitativ verstärkt hat. Watzke höchstpersönlich verbreitet bei der Borussia die Aufbruchstimmung mit einer klaren Zielvorgabe: „Wir werden in die Saison mit der Maßgabe gehen, dass wir ohne Wenn und Aber um die Deutsche Meisterschaft spielen wollen!“

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Wie stark ist der Kader von Borussia Dortmund?

Der BVB hat sich auf wichtigen Positionen gezielt verstärkt. Auf der linken Defensivseite mit Nico Schulz, einem der schnellsten Außenverteidiger der Bundesliga. Mit Julian Brandt aus Leverkusen und Thorgan Hazard auf Gladbach werden auch in der Offensive neue Akzente gesetzt, was Tempo und Zug zum Tor angeht. Der Königseinkauf ist Sportdirektor Michael Zorc zweifellos mit der Rückholaktion von Mats Hummels aus München gelungen. Er soll der in der Rückrunde schwächelnden Abwehr mehr Stabilität verleihen und Verantwortung auf dem Platz übernehmen. „Mats ist eine ganz wichtige Führungspersönlichkeit“, erklärte Zorc. „Deswegen haben wir ihn geholt.“ Auch der frühere BVB-Meistertrainer Ottmar Hitzfeld ist der Meinung, dass so ein Typ dem BVB in der vergangenen Saison gefehlt hat und glaubt, dass Hummels in Dortmund wieder ein Schlüsselspieler im Kampf um die Meisterschaft werden könnte.

Borussia Dortmund: Worauf steht Trainer Lucien Favre?

Lucien Favre bevorzugt technisch starke Akteure, die hohes Tempo gehen können und enorme Laufbereitschaft zeigen. Diese Eigenschaften werden für sein Umschaltspiel mit schnellen und direkten Pässen auch benötigt, um die Abwehrbollwerke, die sich meist vor den Dortmundern aufbauen, zu knacken. Favre hat in der Vorbereitung zuletzt sogar erstmals mit einer Dreierkette mit drei Innenverteidigern agieren lassen. Der Schweizer Tüftler will das Spiel des BVB noch variabler gestalten.

Wo hapert’s noch beim BVB?

Dortmund muss vor allem die Abwehrschwächen bei Standards abstellen. Zudem fehlt dem BVB ein richtiger Stoßstürmer, der im Angriffszentrum auch durch körperliche Präsenz und Kopfballstärke besticht. In der vergangenen Saison wechselten sich beim BVB Mario Götze und der sehr verletzungsanfällige Paco Alcacer als Teilzeitarbeiter in der Spitze ab. Ein Problem könnte der derzeit noch viel zu große Kader werden. Unzufriedene Profis sorgen nicht selten für Unruhe.

Borussia Dortmund: Wer sticht heraus?

Marco Reus hat sich in den vergangenen Jahren zum BVB-Leader entwickelt und trägt zu Recht seit einem Jahr die Kapitänsbinde. Dass Mats Hummels auf dem Platz eine ähnliche Rolle übernehmen könnte, stört Reus nicht. Ganz im Gegenteil. „Mats ist einer, der unheimlich viel Qualität mitbringt“, sagte der Nationalspieler. „Er ist eine Führungspersönlichkeit. Es ist immer hilfreich, wenn man mehrere Spieler in der Mannschaft hat, die eine gewisse Persönlichkeit mit sich bringen.“ Mit Schlussmann Roman Bürki, Hummels, Axel Witsel und Reus besitzen die Dortmunder jetzt eine starke Achse, die auf dem Platz die Richtung angeben wird.

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Wie geht’s dem Schatzmeister des BVb?

Der BVB ist hinter dem FC Bayern der finanzstärkste Verein der Bundesliga und steht auf einem sehr gesunden Fundament. Die 106,5 Millionen, die bisher investiert wurden, waren gut zu stemmen. Zumal durch die Verkäufe von Christian Pulisic zum FC Chelsea und Abdou Diallo zu Paris St. Germain auch ein fast dreistelliger Millionenbetrag in die Kassen geflossen ist. Zudem winkt ein neuer 300-Millionen-Deal für zehn Jahre mit dem Ausrüster Puma.

Borussia Dortmund: Was ist drin?

In den vergangenen Jahren haben die Dortmunder stets die direkte Qualifikation für die Champions League als Saisonziel ausgegeben. Angesichts der Transferaktivitäten wäre das zu wenig. Dortmund hat seit 2012 keine Meisterschaft gewonnen. Die Mannschaft müsste diesmal in der Lage sein, erneut mit den Bayern auf Augenhöhe zu agieren. Und ist in der kommenden Saison vielleicht den kleinen Tick stärker, der am Ende der vergangenen Runde noch fehlte.

Borussia Dortmund: Zu- und Abgänge

Zugänge: Mateu Morey (FC Barcelona), Mats Hummels (FC Bayern München), Julian Brandt (Bayer 04 Leverkusen), Thorgan Hazard (Borussia Mönchengladbach), Nico Schulz (TSG Hoffenheim), Tobias Raschl (eigene Jugend), Luca Unbehaun (eigene Jugend), Paco Alcacer (FC Barcelona, nach Leihe fest verpflichtet), Shinji Kagawa (Besiktas Istanbul, Leihe beendet), Sebastian Rode (Eintracht Frankfurt, Leihe beendet), Andre Schürrle (FC Fulham, Leihe beendet)

Abgänge: Abdou Diallo (Paris Saint-Germain), Jeremy Toljan (US Sassuolo, Leihe, war zuvor an Celtic Glasgow ausgeliehen), Felix Passlack (Fortuna Sittard, Leihe, war zuvor an Norwich City ausgeliehen), Dzenis Burnic (SG Dynamo Dresden, erneute Leihe), Alexander Isak (Real Sociedad, zuvor an Willem II Tilburg verliehen), Christian Pulisic (FC Chelsea, Leihe beendet)

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