Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Im Nationaldress Immer mindestens einen Schritt zu spät: Eintracht-Verteidiger Martin Hinteregger.
+
Im Nationaldress Immer mindestens einen Schritt zu spät: Eintracht-Verteidiger Martin Hinteregger.

KOMMENTAR

Böses Erwachen

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
    schließen

Auf die Nationalmannschaft Österreichs prasseln nach dem 2:5 in Israel Hohn und Spott herab – nun gerät sogar die Teilnahme an der WM in Katar in echte Gefahr.

Ein Versagen von hinten bis vorne, stellte der „Wiener Kurier“ ernüchtert fest. Eine blamable Niederlage, mit der fast schon alle Chancen auf die Direktqualifikation für die WM 2022 in Katar verspielt wurden, beklagte der „Standard“. Ein 2:5 in Israel, wobei es nach 33 Minuten im Sammy Ofer Stadium von Haifa schon 0:3 stand, hat die WM-Teilnahme der österreichischen Nationalmannschaft in weite Ferne rücken lassen. Acht Punkte ist Tabellenführer Dänemark enteilt, in der Qualifikationsgruppe F ist Österreich aktuell nur Vierter. Ein Rückfall in überwunden geglaubte Zeiten.

Die führenden Blätter der österreichischen Hauptstadt sind eigentlich geübt darin, eine Blamage ihrer Fußballer in den größeren Kontext zu spannen, oft geschieht das mit spitzer Feder und ironischer Ader, aber diesmal schienen einige der ständigen Berichterstatter selbst geschockt. Sie alle hatten erst vor zwei Monaten ausufernde Elogen auf das Team des deutschen Trainers Franco Foda verfasst, weil David Alaba und Kollegen in einem epischen Achtelfinal-Thriller von Wembley beinahe den späteren Europameister Italien aus dem Turnier katapultiert hätten. Bei der Ankunft im Flughafen Wien-Schwechat standen die Fans dichtgedrängt, in einer eilig einberufenen Pressekonferenz gab Foda ausführlich Auskunft darüber, dass Österreich jetzt doch nur den nächsten Schritt gehen müsse. Am besten direkt bei der WM in der Wüste.

Jetzt sieht es danach aus, dass sich Frankfurts Publikumsliebling Martin Hinteregger auf vorgezogene Weihnachtsferien im nächsten Jahr einstellen kann. Ein ums andere Mal war ihm und den Kollegen Aleksandar Dragovic und Stefan Posch der flinke Doppeltorschütze Eran Zihavi entwischt. Ergo prasselte Hohn und Spott auf ein Ensemble herab, für das Konstanz ein Fremdwort und Israel offenbar ein Angstgegner ist. Schon auf dem Weg zur EM hatte es einen bösen 2:4-Ausrutscher gegeben, der aber ausgebügelt werden konnte. Doch an einer WM nehmen nur 13 Europäer teil, davon die zehn Gruppenersten. Israel belegt nach derzeitigem Stand einen jener zweiten Plätze, die noch zu Playoff-Spielen berechtigen. Auch die Schweiz, Spanien, Portugal, Niederlande oder Kroatien sind derzeit nur Tabellenzweiter.

Die Hürden sind für die Nachrücker hoch wie nie. Weil auch noch zwei Bestplatzierte aus der Nations League mitmischen müssen, werden die verbliebenen drei Startplätze fürs Uefa-Kontingent erstmals über Viererturniere im März 2022 vergeben. Ein tückisches Nadelöhr selbst für Fußball-Großmächte. Sollte es der Außenseiter Israel übrigens hindurch schaffen, bekommt die WM in Katar einen hochpolitischen Anstrich, der an Brisanz kaum zu überbieten sein dürfte. Daran arbeitet übrigens ein Österreicher: Willibald Ruttensteiner, der mehr als anderthalb Jahrzehnte als hochgeschätzter Technischer Direktor im Österreichischen Fußball-Bund (ÖFB) so manch hoffnungsvolles Projekt auf den Weg brachte, hat ein begeisterungsfähiges Team gebastelt, das wohl auch dank des Insiderwissen seines Nationaltrainers am Samstagabend eine für israelische Verhältnisse weltmeisterliche Vorstellung bot. Das sollte im österreichischen Wehklagen nicht völlig verschwiegen werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare