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Grenzenloser Jubel in Bochum: Der VfL ist nach elf Jahren wieder erstklassig.
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Grenzenloser Jubel in Bochum: Der VfL ist nach elf Jahren wieder erstklassig.

Zweite Bundesliga

Bochum und Fürth im Rausch

  • Daniel Schmitt
    vonDaniel Schmitt
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Der VfL Bochum und Greuther Fürth steigen auf, Holstein Kiel muss nachsitzen - und Darmstadt 98 ist das Zünglein an der Waage.

Eines hatten die drei Fußballtrainer Thomas Reis, Stefan Leitl und Ole Werner nach dem Schlussakt dieser Zweitligarunde gemein: Sie sahen aus wie begossene Pudel. Während die einen, Reis und Leitl, selig strahlend ihr klitschnasses Sein ertrugen, die über sie ergossenen Bier- und Schampusduschen, war der andere, Werner, durchtränkt von Frust – und das so ganz ohne feuchtes T-Shirt-Dilemma.

Die Ausgangslage vor dem finalen Spieltag der Zweiten Fußballbundesliga hatte eine Menge Spannung erwarten lassen, schließlich musste das sich um den Aufstieg balgende Trio zu einem Duo zusammengeschnurrt werden: Bochum, Kiel, Fürth - welche zwei Teams dürfen direkt hoch und welche Truppe muss nachsitzen in zwei Partien gegen den drittschlechtesten Bundesligisten, den 1. FC Köln?

VfL Bochum: Thomas Reis erfüllt sich einen Traum

Am Samstag um 17.23 Uhr war die Entscheidung gefallen: Der VfL Bochum und Trainer Thomas Reis kehren nach elf Jahren Zweitligazugehörigkeit zum siebten Mal in der Vereinshistorie zurück ins Fußballoberhaus, Greuther Fürth und Stefan Leitl zum zweiten Mal. Holstein Kiel und Ole Werner müssen zwei Sonderschichten schieben.

„Für mich geht ein Traum in Erfüllung“, sagte der Bochumer Reis, der seine vor der Saison eher im Tabellenmittelfeld erwartete Mannschaft zu einem verdienten Meister geformt hat. Mit einem Mix aus erfahrenen Anführern (Riemann, Tesche, Losilla), hoffnungsvollen Talenten (Bella Kotchap) und erprobten Zweitligakickern (Zoller, Zulj, Blum) spielten die Bochumer den attraktivsten, besten und auch erfolgreichsten Fußball in Liga zwo. Das abschließende 3:1 gegen Sandhausen beschloss da nur den Gesamteindruck der Saison.

Greuther Fürth: Trainer Stefan Leitl lässt Zukunft offen

Hinterher brach sich beim Traditionsklub aus dem Pott die Anspannung Bahn - in vielen freudigen Momenten und ein wenig Aggression. Vor dem Stadion hatten sich mehrere tausend Fans versammelt, sie jubelten, meist friedlich, einige aber gerieten mit der Polizei aneinander. Steine und Flaschen flogen, Pfefferspray schwirrte durch die Luft. Die Bilanz: Verletzte hier wie dort.

Aus Fürth sind glücklicherweise keinerlei Zusammenkünfte zwischen Fans und Ordnungsmacht übermittelt, dafür Stimmen der glücklichen Aufsteiger: „Für mich ist das ein Fußballmärchen“, sagte etwa Trainer Leitl, der mit seiner unerfahrenen Billigtruppe (nur 8,5 Millionen Euro Etat, jüngstes Zweitligateam) sensationell den Sprung in Liga eins packte. Ob der 43-Jährigen diesen selbst mitmachen wird, ließ er trotz laufenden Vertrages aber offen. Er müsse erst einmal die Emotionen abklingen lassen und wolle dann mit seiner Familie über die Zukunft reden, so Leitl, dem jetzt schon schwanen dürfte, dass es kommende Saison mit den finanzschwachen Franken in der deutschen Eliteklasse ganz schön eng werden könnten. Zudem: Werder Bremen soll Interesse an ihm hegen.

Darmstadt 98: Serdar Dursun wird Torschützenkönig

Dass es für die Fürther zum Aufstieg langte, lag nicht nur am eigenen 3:2 gegen Düsseldorf, sondern vor allem am Patzer der Konkurrenz. „Sehr, sehr still“, sei es nach dem Abpfiff in der Kieler Kabine gewesen, sagte KSV-Trainer Werner, dessen Team mit 2:3 gegen Darmstadt 98 verlor und auch nicht so recht den Eindruck erweckte, sich in der Relegation gegen Köln noch mal aufraffen zu können. Es liegt nicht an fehlendem Willen, schlicht an fehlenden Kräften. Die müde Mannschaft (neun Spiele in den vergangenen 30 Tagen) schleppte sich gegen die Hessen nur so übers Grün.

Aus hessischer Sicht noch hervorzuheben: Darmstadt 98 beendet die Saison als Siebter, in der Rückrundentabelle sind die Lilien hinter Bochum und Fürth gar die drittbeste Truppe. Zudem schraubte Serdar Dursun mit zwei weiteren Buden in Kiel sein Trefferkonto auf 27 nach oben. Der verdiente Lohn: die Torjägerkanone der zweiten Liga.

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