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Spätstarter: der Mainzer Robert Glatzel (l.).
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Spätstarter: der Mainzer Robert Glatzel (l.).

Mainzer Neuzugang

Bobby Glatzel erfüllt sich seinen Traum

  • Jan Christian Müller
    vonJan Christian Müller
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Was der Neu-Mainzer mit Bob Marley, Eritrea und Bayern München zu tun hat.

Irgendwann ist die Geschichte von Mittelstürmer Robert Glatzel dann wieder in Vergessenheit geraten. Jetzt, da der 27-Jährige kurzerhand als Leihgeschäft vom englischen Zweitligisten Cardiff City zu Mainz 05 wechselte, wird sie wieder rausgekramt. Die Geschichte geht so: Glatzel, 1995 geboren, heißt mit Vornamen Robert Nesta, weil sein Vater das als großer Fan von Bob Marley so wollte. Marley, schon 1981 verstorben, wurde nämlich 1945 als Robert Nesta Marley geboren.

Die Songs der Reggae-Legende hört Robert Glatzel noch immer ganz gern. Und er berichtet im Videogespräch am Montag in aller Früh, dass sein Vater Bob Marley nicht nur als Sänger, sondern auch als Mensch verehrt habe, „weil der sich für Menschenrechte eingesetzt hat“. Glatzels Vater ist Eritreer. Der Fußballprofi selbst war immerhin schon einmal im Heimatland seines Vaters, vor knapp zehn Jahren, Eritrea gehört zu jenen afrikanischen Ländern, deren Einwohner wegen andauernder Menschenrechtsverletzungen überdurchschnittlich häufig in die Flucht getrieben werden. Er habe eine „große Verbindung zu diesem Land“ sagt der Neu-Mainzer Glatzel, der auf die Schnelle im Teamhotel Unterschlupf fand und dort eine fünftägige Quarantäne in Zimmer und Kraftraum verbrachte.

Ob er gut genug für die Bundesliga ist und sich gegen Teamkollege Adam Szalai durchsetzen kann, muss sich jetzt zeigen. Beim ersten Kurzeinsatz am Samstag beim 1:0 gegen Union Berlin verpasste der 1,93-Meter-Mann nur knapp das 2:0. Zuvor hat er lediglich zweitklassig gespielt. In Kaiserslautern, in Heidenheim und zuletzt in Cardiff, wo die „krasse Härte“ der britischen Fußballkultur zwar nicht unerwartet kam, ihn aber doch überrascht habe.

Den bisherigen Höhepunkt seiner Karriere erlebte der gebürtige Münchner im DFB-Pokalspiel mit Heidenheim gegen die Bayern. Beim 4:5 vor knapp zwei Jahren in München erzielte er drei Treffer. Heidenheim kassierte bald darauf aus Cardiff die Vereins-Rekordablöse von sechs Millionen Euro für den Schlaks, der für die Waliser aber nicht mehr ganz so zuverlässig traf und zuletzt seinen Stammplatz verlor. Entsprechend überrascht war der Wandspieler dann, dass Mainz 05 anfragte und hat nicht gezögert: rein in den Privatflieger, Medizincheck, Vertrag unterschrieben, Quarantäne, erster Einsatz. Die Bundesliga bezeichnet „Bobby“ Glatzel als „Kindheitstraum“, die prekäre Situation von Mainz 05 habe ihn „in keiner Weise abgeschreckt“. Es ist ein spätes Debüt in Deutschlands höchster Spielklasse mit der realistischen Aussicht, dass es schnell wieder runtergeht.

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