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Blickrichtung Bundesliga

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Von: Daniel Schmitt

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Schon wieder ein Doppelpack: Mathias Honsak ist obenauf. Foto: dpa
Schon wieder ein Doppelpack: Mathias Honsak ist obenauf. Foto: dpa © dpa

Nach dem Pokal-Aus peilt der Tabellenführer der zweiten Liga für die kommende Saison weitere Hessenderbys an - das müsste doch zu schaffen sein,

Mathias Honsak, der Darmstädter Doppelpacker, kam am späten Dienstagabend in den Katakomben der Frankfurter Arena kaum noch aus dem Schwärmen heraus. Eine „unglaubliche Mannschaft“ habe die Eintracht, die ja erst wenige Minuten zuvor den 4:2-Erfolg im DFB-Pokalachtelfinale dingfest gemacht hatte gegen ihn, Honsak, und dessen Kollegen vom Zweitligisten SV Darmstadt 98. „Unglaubliche Spieler“ wie Mario Götze, Randal Kolo Muani oder Daichi Kamada, zählte der Österreicher in Diensten der Südhessen sogleich auf, „unglaubliche Namen“ seien das so alles in allem. Und: „Da wollen wir auch hin.“

Gemeint ist die Bundesliga, Deutschlands Eliteklasse des Fußballs, der der SVD als Tabellenführer in Liga zwei so nah ist wie selten zuvor. Das Pokal-Aus gegen die favorisierte Eintracht, zustande gekommen aus Sicht der Lilien nach einer beachtlich widerstandsfähigen, leidenschaftlichen, auch spielerisch guten Leistung, tue zwar sehr weh, die Enttäuschung überwiege, so Honsak, „trotzdem können wir stolz auf uns sein.“

Trainer lobt und meckert

Der 26-Jährige war es, der mit seinem zweiten Zweierpack binnen fünf Tagen - zuvor hatte er in der Liga gegen den SV Sandhausen doppelt getroffen - die Partie im Fluss hielt, die Lilien erst zurück ins Spiel brachte und dann sogar in Führung. Er war es auch, der an diesem packenden Pokalabend aus Darmstädter Sicht am ehesten an das Leistungsniveau des Champions-Leage-Klubs vom Main herankam, vielleicht das persönliche beste Spiel der Karriere machte. „Honsi war unser Bester“, lobte der sonst ungern einzelne Profis lobende Torsten Lieberknecht.

Ganz grundsätzlich war die Enttäuschung des Darmstädter Trainers im Nachgang der Partie jedoch greifbar. Klar, er attestierte seiner Truppe eine ordentliche Leistung, nicht viel mehr, lobte die Mentalität, auch die das Team so oft auszeichnende Ruhe im Spiel, um nach einem frühen Rückstand dennoch zurückzukommen. Es fuchste den 49-Jährigen aber doch gewaltig, dass seine Mannschaft manch Gegentor in diesem stimmungsmäßig aufgeheizten Kühlschrank namens Waldstadion ziemlich leicht herschenkte.

Zumal er es kommen sah. Das 2:2 etwa, kurz vor der Pause von Frankfurts Stürmer Rafael Borré erzielt, leiteten ein unnötiger Pass von Darmstadts Torwart Marcel Schuhen sowie ein noch unnötiger Ballverlust von Rechtsverteidiger Frank Ronstadt ein. Lieberknecht fuchtelte in jener Situationen bereits wild in seiner Coachingzone herum, da waren seine Mannen noch im Ballbesitz. Hätte man anders lösen können, ganz klar, etwa mit einem langen Befreiungsschlag. „Geschenktes Tor“, so Lieberknechts Analyse.

„Wahre Eintracht“ wartet

Ohne den subjektiven Blick eines Trainers auf manch Fehlleistungen seines Teams bleibt von diesem Pokalspiel aus Sicht der Südhessen aber gewiss eine sehr stabile, gute Leistung übrig. Die Mannschaft hat den Klub aus der Königsklasse gefordert, ihn lange Zeit richtig geärgert, sich keineswegs versteckt, sondern mutig mitgemacht im Spiel. Wenngleich, auch das bleibt festzuhalten, die Eintracht über die volle Spielzeit natürlich die bessere Elf und der verdiente Sieger war.

All das analysierte Lieberknecht hinterher auf dem Pressepodium recht nüchtern, ja für seine Verhältnisse sehr reserviert, ein einziges Mal aber verfiel er dann doch in die für ihn typische wie sympathische Lieberknecht-Lache: „Wir wissen, wer der nächste Gegner ist“, begann er, legte eine kurze Pause ein und schob hinterher mit einem breiten Grinsen hinterher: „Die wahre Eintracht.“

Jene aus Braunschweig nämlich, Lieberknechts immer noch innig gemochte Ex, für die er zehn Jahre an der Seitenlinie stand und die am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) zu Gast ist am Böllenfalltor. Das klare Ziel der Lilien: drei Punkte. Schließlich wollen sie in Darmstadt alsbald weitere Hessenderbys erleben.

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