Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Weit hinter den Erwartungen zurück: Kai Hartz beim FC Chelsea.
+
Weit hinter den Erwartungen zurück: Kai Hartz beim FC Chelsea.

Kommentar

Blass bei den Blues

  • Jakob Böllhoff
    vonJakob Böllhoff
    schließen

Timo Werner und Kai Havertz können sich beim FC Chelsea noch nicht freischwimmen – das ist auch schlecht für den Blues-Trainer Frank Lampard, dem die Entlassung droht. Ein Kommentar.

In Krisenzeiten können selbst die grundsätzlichsten Gegebenheiten zur Stolperfalle werden. Es konnte Timo Werner jedenfalls nicht sonderlich überraschen, dass auch im Fußballstadion des FC Chelsea das Spielfeld mit vier Eckfahnen begrenzt ist. Doch als er am Sonntag in der 88. Minute beim Spiel gegen Manchester City bei der Ausführung eines Eckballs keine Zeit verlieren wollte (Chelsea lag ja mit 0:3 zurück), kam ihm tatsächliche eine Fahne in die Quere. Werner blieb mit dem rechten Fuß daran hängen, und während der Ball zu Mitspieler Christian Pulisic kullerte, ging der deutsche Nationalspieler vor Schmerzen in die Knie.

Bezwungen von einem Plastikstab: Fertig war das Symbolbild, für den FC Chelsea und für Timo Werner, deren Krisenzustände in Wechselwirkung zueinander stehen. Auch Kai Havertz, der andere Ausnahmespieler, den der reiche Klub aus London im Sommer für viel, viel Geld aus Deutschland erwarb, hat sein Glück auf der Insel noch nicht gefunden. Havertz, 21, wurde gegen City spät eingewechselt. Ihm gelang immerhin die Vorlage zum unbedeutenden 1:3 in der Nachspielzeit. Was nichts daran ändert, dass das viel gepriesene Supertalent den Ansprüchen hinterherhechelt. Havertz sieht manchmal aus wie ein trauriges Kind aus einem Tim-Burton-Film, an schlechten Tagen spielt er auch so Fußball. Blass, wie gequält von den Erwartungen. Für Chelsea ist das nicht gut. Insbesondere nicht für den Trainer Frank Lampard, der, glaubt man den englischen Medienberichten, in Bälde mit der Entlassung durch Klubboss Roman Abramowitsch rechnen darf.

Dabei hatte der russische Milliardär vor der Saison 250 Millionen Euro für neue Spieler hingeblättert – Corona-Krise? Welche Corona-Krise? –, um endlich wieder nach den großen Titeln greifen zu können, national wie international. Werner, für 53 Millionen bei RB Leipzig ausgelöst, und Havertz, für den Chelsea 80 Millionen an Bayer Leverkusen überwies, wurde bei dem Unterfangen eine Schlüsselrolle zugeschrieben. Bislang ein Trugschluss.

Havertz leidet

Nach zwischenzeitlichen Erfolgen, welche die Blues im Herbst bis auf Rang eins in der Premier League führten, rangiert der Champions-League-Sieger von 2012 inzwischen auf einem tristen Platz im Mittelfeld. Auch Werner, 24, kam gut in die Saison, aber seit 13 Spielen hat er kein Tor mehr geschossen (insgesamt sind es acht in 24 Spielen), und für Kai Havertz hätte es in England bisher sowieso nicht schlechter laufen können.

Durch den späten Transfer hatte er kaum Zeit, sich zu akklimatisieren vor der Saison, dann kam eine Covid-Erkrankung hinzu, deren Folgen ihn körperlich offenbar immer noch belasten. Keine guten Voraussetzungen, um sich schnell an Tempo und Härte der Premier League zu gewöhnen. Trainer Lampard wird nicht müde, dies zu betonen. Immer wieder sagt er, dass Werner und Havertz „noch jung“ seien und „noch Zeit“ bräuchten, und es scheint, als spreche der 42-jährige Ex-Profi ein wenig auch über sich selbst.

Vielleicht aber wäre für Havertz und Werner, die ja auch für Deutschland bei der anstehenden EM eine wichtige Rolle spielen sollen, eine Entlassung ihres Fürsprechers Lampard nicht das Verkehrteste. Dann wäre die Schonzeit nämlich endgültig vorbei.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare