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Die Anweisungen halfen nicht: Joachim Löw.
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Die Anweisungen halfen nicht: Joachim Löw.

DFB-Team

Bitterer Schlusspunkt der Ära Löw

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Die deutsche Nationalmannschaft verliert letztlich verdient gegen England. Ein bitteres Ende der Ära Löw. Ein Kommentar.

London - Es war ein würdiger Rahmen für das Ende einer Ära: England als Rausschmeißer von Joachim Löw im Wembley-Stadion. Das ist keine Blamage, wie sie das Fast-Aus gegen Ungarn im letzten Gruppenspiel gewesen wäre, aber schon eine große Enttäuschung. Eine Enttäuschung, die ganz ähnlich auch anderen großen Fußballnationen bei dieser EM widerfahren ist. Die jedoch in Erinnerung bleiben wird – als Schlusspunkt einer 15-jährigen Bundestrainer-Karriere, die geraume Zeit eine erfolgreiche gewesen ist und den Fußball hierzulande zum Positiven verändert hat.

Joachim Löw, 61, wird immer der coole Typ bleiben, der Deutschland 2014 in Brasilien zum Weltmeister frisiert hat, der vorher und ein wenig auch noch danach einen ästhetischen Fußball spielen ließ. Aber sein Ende als Bundes-Jogi wird in den Geschichtsbüchern nicht in Schönschrift vermerkt sein: Vorrunden-Aus als Gruppenletzter bei der WM 2018, verdientes Scheitern im Achtelfinale der EM 2021. Zweimal unterperformt mit einer Mannschaft, deren individuelle Qualität mehr versprochen hatte.

Joachim Löw: Schon nach dem WM-Aus wäre eine Trennung sinnvoll gewesen

Kritiker hatten Löw und den Deutschen Fußball-Bund zeitig gewarnt. Es wäre klüger gewesen, sich nach dem Debakel in Russland voneinander zu trennen. Drei bleierne Jahre wären beiden Seiten erspart geblieben. Löw wäre der Weltmeister-Coach gewesen, der nach einem verpatzen Turnier (es wäre sein einziges wirklich schlechtes gewesen) die Größe gehabt hätte, den Weg freizumachen. Jetzt ist der Freiburger auch der Bundestrainer, der zu lange an seinem Stuhl geklebt hat.

Er hat diesen Job zu sehr geliebt, um zeitig von ihm zu lassen. Die Arbeit schenkte ihm eine Work-Life-Balance, von der Klubtrainer in ihrem Hamsterrad nur träumen können.

Joachim Löw: Der Triumph von 2014 bleibt haften

Löw schenkte dem Fußballland dafür einen forschen Spielstil, der in den letzten Jahren aber Lähmungserscheinungen zeigte. In der Geschichte wird der Bundesvorwärtstrainer Löw als derjenige stehen, der den deutschen Fußball aus der Talsohle des Rumpelfußballs auf den Gipfel geführt hat. Der große Triumph im WM-Finale 2014 gegen Argentinien und das epische 7:1 gegen Gastgeber Brasilien im Halbfinale werden im kollektiven Gedächtnis haften bleiben.

Die vergangenen Jahre aber auch. Die fortwährende Kritik setzte ihm zu, das 0:6 gegen Spanien war der fußballerische und atmosphärische Tiefpunkt seiner Amtszeit. Es war überfällig, dass Löw bald danach Fakten schaffte und seinen Rücktritt nach dieser EM ankündigte – die jetzt früher vorbei ist als geplant. In London kickte die Löw-Truppe zwar nicht schlecht, aber eben auch bei weitem nicht gut genug, um die Engländer bezwingen zu können.

Bald leitet ein alter Bekannter die Nationalspieler an. Hansi Flick, Löws Weltmeister-Assistent von 2014, wird der nächste Bundestrainer. Der 56-Jährige übernimmt ein kompliziertes Erbe mit einem überalterten Team, das sein Vorgänger gern zeitiger und konsequenter verjüngt hätte. Löw hat erst spät die große Wucht erfahren müssen, die er sich im hohen Amt zuvor allenfalls in homöopathischen Dosen verabreicht hatte: Zum Versuch gehört auch der Irrtum. (Jan Christian Müller)

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