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DFB-Fußballerinnen

Bittere Absage

  • Frank Hellmann
    vonFrank Hellmann
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Der englische Fußballverband sagt wegen Corona das Länderspiel gegen die DFB-Frauen ab – für ein Eintracht-Trio ist das besonders bitter.

Das Training der deutschen Frauen-Nationalmannschaft war am Sonntagvormittag in vollem Gange, als bei Teammanagerin Maika Fischer das Handy klingelte. Am anderen Ende der Leitung meldete sich ein Mitarbeiter des englischen Fußball-Verbandes (FA). Die Nachricht, die er überbrachte, war für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) ein Schlag ins Kontor: Aufgrund eines positiven Corona-Falls eines Mitglieds des Funktionsteams sagten der englische Verband das für Dienstag in Wiesbaden geplante Länderspiel gegen die DFB-Auswahl ab. Nicht nur die umgehend in Kenntnis gesetzten Funktionäre wie Präsident Fritz Keller oder Direktorin Heike Ullrich fielen aus allen Wolken, sondern auch Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg, die erst nach der intensiven Einheit in der Wiesbadener Arena davon erfuhr.

„Wir hätten sehr gerne gegen England gespielt, müssen aber den Entschluss der FA respektieren. Wir sind uns bewusst, dass wir in schwierigen Zeiten leben und angesichts der Dynamik der Pandemie immer wieder unvorhersehbare Dinge geschehen können“, teilte Voss-Tecklenburg später mit. Ihre Spielerinnen fuhren noch ins nahe gelegene Hotel zurück, duschten auf ihren Zimmern, dann wurde eilig für den gesamten Tross eine Mannschaftssitzung einberufen.

Ausgerechnet das mit Spannung erwartete Highlight-Länderspiel, eingebettet in eine am Montag auf digitalem Wege anlaufende Imagekampagne zum Thema 50 Jahre Frauenfußballverbot in Deutschland, kann nicht stattfinden. Ohnehin hätte Deutschland bedingt durch die Corona-Krise kein Massenevent wie im November vergangenen Jahres in London veranstalten können, als tatsächlich 77 768 Menschen mit verbilligten Tickets ins Wembleystadion zum Spiel der beiden Teams strömten. Diesmal wären nur 50 Zuschauer erlaubt gewesen. Dennoch hätte das Kräftemessen in der hessischen Landeshauptstadt seinen sportlichen Reiz gehabt. Auch die ARD hatte eine ordentliche Einschaltquote erwartet.

Bitter ist die Absage auch für die drei Nationalspielerinnen von Eintracht Frankfurt, die auf diese Partie hingefiebert hatten. Die in der Nähe in Oppenheim am Oberrhein aufgewachsene Laura Freigang hatte nach neun Treffern in der Frauen-Bundesliga ein Extralob von der Bundestrainerin bekommen. „Sie ist eine sehr spannende Spielerin, die im physischen Bereich große Schritte gemacht hat“, erklärte Voss-Tecklenburg. Sie sei „selber gespannt, wie Laura gegen einen richtig guten Gegner mit Weltklasseverteidigerinnen auftritt.“ Zudem sei die 22-Jährige ein guter Typ, „ein bisschen anders als die anderen“. Für Freigeist Freigang war der Aufenthalt beim DFB-Team-die beste Ablenkung, ihren Elfmeterfehlschuss mit den Eintracht-Frauen gegen den SC Freiburg (0:1) zu vergessen. „Ich hatte viel Druck, so läuft es manchmal“, erklärte sie am Freitag noch in einer digitalen Pressekonferenz.

Auch ihre Vereinskollegin Merle Frohms kam dabei zu Wort. Beim Last-Minute-Sieg in England (2:1) vor fast einem Jahr bestritt die damals noch beim SC Freiburg spielende Torhüterin ihr bestes von bisher elf Länderspielen. Die Krönung war ein gehaltener Elfmeter, den die 25-Jährige selbst verursacht hatte – das „i-Tüpfelchen“ ihrer Entwicklung, sagte Frohms. In Wiesbaden wollte die im Sommer nach Frankfurt gewechselte Torhüterin zeigen, dass ich „ein verlässlicher Rückhalt bin“.

Neuer Anlauf im November

Frohms weiß, dass die langjährige Stammtorhüterin Almuth Schult nach der Geburt von Zwillingen bereits mit Hochdruck am Comeback schuftet. „Respekt an Almuth. Aber wie fit sie ist, wird man erst sehen, wenn sie an alte Leistungen anknüpfen kann.“ Noch beansprucht sie den Platz zwischen den Pfosten.

Mit Sophia Kleinherne hätte eine weitere Eintracht-Akteurin an die Partie im Vorjahr erinnert; die 20-Jährige bestritt auf dem heiligen Rasen von Wembley ihr erstes Länderspiel und steht seitdem regelmäßig im Kader.

Das Trio der Eintracht kehrt am heutigen Montag zum Verein zurück – und hofft darauf, im November erneut fürs Nationalteam berufen zu werden. Die DFB-Frauen haben sich zwar ohne eigenes Zutun bereits für die EM 2022 in England qualifiziert, aber die Qualifikationspartien gegen Irland (27. November) und in Irland (1. Dezember) stehen trotzdem noch an. Dann gelten wieder andere Regeln: Die Uefa erlaubt nicht, dass ein positiver Corona-Fall unter Betreuern eines Nationalteams zwei Tage vor einem Länderspiel in eine Absage mündet.

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