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Rechtfertigt sich: Joachim Löw.
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Rechtfertigt sich: Joachim Löw.

Kommentar

Es braucht Joachim Löw in rot statt in grau

  • Jan Christian Müller
    vonJan Christian Müller
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Der Fußball-Bundestrainer rechtfertigt sich mit Verve. Joachim Löw sollte diesen Kampfmodus aber auf keinen Fall bei den nächsten Länderspielen im März und erst recht nicht zur EM verlassen.

Diejenigen, die Joachim Löw seit dessen ersten Arbeitstag beim DFB im Sommer 2004 begleiten, waren zuletzt skeptisch geworden: Der 60-Jährige mit den dicken Rändern unter den Augen wirkte im düsteren Corona-Herbst im abwechselnd grauen oder schwarzen Gewand abgekämpft, uninspiriert, ohne Mumm. Ohne klare Ansage. Irgendwie.

Sicher geriet die Farbauswahl seines Pullovers (und womöglich auch die Kunst der Visagistin) am Montagabend nicht zufällig zum deutlichen Kontrapunkt zu diesem Eindruck. Der trübe Herr Löw sah da aus wie ein frischer Herr Löw. Auch den netten Herrn Löw, als der er mal berühmt geworden ist, hatte er bei seinem Auftritt in Frankfurt daheim im Breisgau gelassen. Ihn gibt es wohl ohnehin nicht mehr, der Herr Präsident Keller weiß das inzwischen. Löw hatte nun auch öffentlich eine klare Botschaft an den Verbandschef: Krieg den Laden in den Griff, und zwar umgehend!

Hat der Bundestrainer selbst seinen Laden noch im Griff? Im November auf der Bank in Sevilla hatte man daran berechtigte Zweifel hegen dürfen. Löw saß dort in sich gekehrt, verlassen wirkend, tief frustriert. Am Ende einer Ära.

Er hat es zugelassen, dass dieses Bild sich drei Wochen lang in den Köpfen festsetzte. Das war - begleitet von den Misstönen und Indiskretionen aus dem Verband - nicht klug. Der Bundestrainer hat als Führungskraft die Herrschaft über die Kommunikation ohne Not in der ihm eigenen Gemächlichkeit aus der Hand gegeben. Der DFB war damit nach der heftigen Niederlage, die eine Art nationalen Notstand der „Mannschaft“ nach sich zog, überfordert.

Es wäre besser gewesen, man hätte schneller miteinander Tacheles geredet und wäre nicht ständig einer kritischen Öffentlichkeit hinterhergeächzt. Das ist auch Löws Verantwortung, nicht nur die eines noch nicht so lange im Amt befindlichen Präsidenten und dessen Kommunikationsabteilung. Nicht nur der Fußball ist schneller geworden, sondern auch das Tempo, in dem in einem kommunikativen Vakuum die Schärfe zunimmt.

Löw glaubt, er sei mit seiner Mannschaft weiterhin auf dem richtigen Weg. Die Zweifel daran konnte auch sein engagierter öffentlicher Auftritt natürlich nicht vertreiben. Das kann nur der Zustand, in dem sich das DFB-Team im März und im kommenden EM-Sommer präsentieren wird. Dann braucht es den Joachim Löw in rot, nicht den in grau.

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