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DFB und Hansi Flick: Bilder, die nicht passen

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Von: Jan Christian Müller

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Macht weiter, wirkt aber nicht gerade glücklich. Bundestrainer Hansi Flick.
Macht weiter, wirkt aber nicht gerade glücklich. Bundestrainer Hansi Flick. Foto: dpa © dpa

Der DFB spricht Bundestrainer Hansi Flick nach dem Rapport öffentlich das Vertrauen aus, verhält sich aber ganz anders. Ein Kommentar.

Die Bilder, die sich am späten Mittwochnachmittag nach Anbruch der Dunkelheit durch den Nieselregen boten, und das Verbandsbulletin, das am frühen Abend folgte, passten nicht zusammen. Hansi Flick, der alte und neue Bundestrainer, steuerte seinen Wagen mit mürrischem Blick frühzeitig aus der Tiefgarage. Bernd Neuendorf, der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, ließ sich überhaupt nicht blicken. Dabei wären es nur ein paar Meter aus dem Sitzungszimmer hinaus in den überdachten Vorhof der Nobelherberge gewesen. Man wäre dabei sogar trocken geblieben.

Das Fernbleiben der Protagonisten suggerierte für die vor dem Hotel ausharrenden Medienleuten: Man trennt sich, und wenn man sich trennt, will man lieber nicht miteinander gesehen werden. Stattdessen verlautbarte der DFB dann per Pressemitteilung, welch riesengroßes Vertrauen man ineinander habe.

Das wirkt dann in der Tat nicht so furchtbar glaubwürdig, denn man fragt sich ja: Wenn das ehrlich so wäre, wie es geschrieben steht, warum geht man dann nicht zwei, drei, vier Minütchen vor die Tür zu den Kameras und Mikrofonen der TV-Sender, stellt sich gemeinsam dicht nebeneinander und liefert überzeugende Bilder zur Botschaft. Der Verdacht liegt nah: Weil es diese überzeugenden Bilder gar nicht gegeben hätte? Weil man den Beteiligten angesehen hätte, dass man sich irgendwie zusammenraufen will, um die Chose durchzuziehen?

Flick hatte am Vortag seine ausdrückliche Unzufriedenheit mit der Trennung des DFB von ihm sehr vertrauten Oliver Bierhoff zum Ausdruck gebracht. Das war im Duktus mindestens irritierend. Und daraus ließ sich entweder schließen: Flick knüpft seine Zukunft an Bedingungen. Oder: Ihm passt schon jetzt so viel nicht mehr, dass er hinwerfen möchte.

Dazu ist es nun nicht gekommen. Wie knapp es davor stand, lässt sich nur erahnen. Denn da für den Manager noch längst kein Nachfolger gefunden ist, muss der Bundestrainer fürchten, dass eine Führungskraft angeworben wird, mit dem ihn spürbar weniger ein „best buddy“-Verhältnis verbindet. als dass mit Bierhoff der Fall war. Flick sagt selbst von sich, dass er nicht gut arbeiten kann, wenn diese Voraussetzung nicht gegeben ist. Insoweit ist im Grunde noch gar nichts geklärt. Es sei denn, Neuendorf und Liga-Aufsichtsratschef Aki Watzke hätten Flick in dieser Hinsicht irgendwelche Versprechungen gemacht. Darauf hat der Bundestrainer nach zwei von drei ziemlich arg vercoachten WM-Spielen und einem insgesamt wenig überzeugenden öffentlichen Auftritt in Katar aber im Grunde gar keinen Anspruch mehr.

Überzeugend hört sich das alles nicht an, überzeugend sieht es auch nicht aus. Der versierte Politiker Neuendorf sollte sich deshalb dazu durchringen, sein vorgeblich „volles Vertrauen“ in Flick nicht nur in einer dürren E-Mail zu bekunden, sondern sehr zeitnah leibhaftig - selbst wenn es dazu jetzt schon reichlich spät geworden ist.

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