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Halten zusammen: Bierhoff und Löw.
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Halten zusammen: Bierhoff und Löw.

Kommentar

Bierhoffs rosarotes Plädoyer in Sachen Löw

  • Jan Christian Müller
    vonJan Christian Müller
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Der DFB-Direktor verteidigt den Bundestrainer und braucht dafür fast die Länge eines Fußballspiels. Doch die berechtigten Zweifel am Weg des Verbands kann er so nicht zerstreuen. Ein Kommentar.

Die Anklage der Nation lautete: Herr Bundestrainer, Sie sehen so aus, als hätten Sie nicht mehr den Esprit, die Kraft und Überzeugung, diese Fußball-Nationalmannschaft in die Zukunft zu führen. Zwei Wochen lang hat die Verteidigung benötigt, um ihr Plädoyer zu verfassen. Am Freitag wurde es von Oliver Bierhoff vorgetragen. Es dauerte 89 Minuten und drei Sekunden. Fast so lang wie ein Fußballspiel.

Bierhoff begann seine Ausführungen mit dem Hinweis, er sei nicht als Anwalt des Joachim Löw erschienen. Aber er hörte sich dann doch verdächtig genau danach an und vergaß nicht, wie viel er aus diesem Grunde in den vergangenen 14 Tagen „gerödelt und rotiert“ habe, oft „zehn, zwölf Stunden am Telefon“.

Heraus kamen unter anderem Powerpoint-Schaubilder, die dem hohen Gericht (hier: 36 per Zoom zugeschaltete Medien) allerhöchste Fähigkeiten der schnellen Erfassung komplexer Sachverhalte (Tiefenläufe, Ballberührungszeiten) abnötigte. Quintessenz der Kurvenbilder und rot, grau, grün unterfütterten Diagramme; viel grün, ein bisschen grau, wenig rot. In der Mischung: rosarot. Es fielen die bemerkenswerten Adjektive „toll“ und „großartig“ in Zusammenhang mit der Arbeit des Bundestrainers.

Die Nation und große Teile der Medien („FAZ“, „Süddeutsche Zeitung“, „Bild“, „Stuttgarter Zeitung“ und viele weitere) hatten das in den vergangenen Jahren nicht ganz so erbaulich wahrgenommen, ganz im Gegenteil, in dieser Wahrnehmung von außen wirkte Joachim Löw seltsam schlaff, ganz so, als schleppe er eine schwere Last mit sich herum. Bierhoff dementiert, er hatte fleißig Argumente gesammelt - zu wenig gemeinsames Training, zu wenig Frische, zu wenig gesundes Personal -, Argumente, die ja auch in Teilen nachvollziehbar sind in einem Jahr der Extreme.

Das 0:6 gegen Spanien ist vielerorts aber ebenso nachvollziehbar als Tiefpunkt einer Entwicklung interpretiert worden, die genau hier das Ende der Amtszeit von Joachim Löw als logische Konsequenz erfordert hätte. 30 Monate zu spät, sagen viele, die das DFB-Team und seinen Coach nicht nur oberflächlich betrachten, sondern schon über die vollen 16-einhalb gemeinsamen Jahre begleiten. Im Kokon der Verbandstätigkeit ist die Empfindung offenbar eine andere, sei es aus Überzeugung, wie Bierhoff vorgibt, oder sei es aus Bequemlichkeit, weil einer wie Ralf Rangnick natürlich viel anstrengender ist als: Joachim Löw.

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