Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Wer schießt denn nun? Dodi Lukebakio (links) und Davie Selke streiten um den Elfer, am Ende schießt Lukebakio - und trifft sogar.
+
Wer schießt denn nun? Dodi Lukebakio (links) und Davie Selke streiten um den Elfer, am Ende schießt Lukebakio - und trifft sogar.

KOMMENTAR

Berliner Chaos

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
    schließen

Zwei Herthaner streiten sich um einen Elfer – das Wirrwarr vorm Strafstoß steht symbolisch für das Kuddelmuddel beim verhinderten Big-City-Club. Die Liste der Versäumnisse ist lang.

Es war natürlich kein gutes Bild, als da plötzlich Davie Selke und Dodi Lukebakio am Samstag im Berliner Olympiastadion am Elfmeterpunkt stritten. Jeder der beiden Stürmer von Hertha BSC hatte einen Ball in der Hand und wollte damit seinen Willen zur Ausführung demonstrieren. Wie Halbstarke irgendwo auf einem Bolzplatz in der Gropiusstadt. Das für einen ambitionierten Profiverein reichlich merkwürdige Machtspielchen, erst nach minutenlanger Debatte geklärt, ging glimpflich aus, weil letztlich Lukebakio den Strafstoß zur 1:0-Führung gegen den VfL Wolfsburg verwandelte, doch am Ende stand eine 1:2-Heimniederlage – und es blieb ein missmutiger Sportvorstand Fredi Bobic.

Solch eine profane Angelegenheit wie den präferierten Elfmeterschützen könne man einfacher regeln, am besten schon vor dem Spiel, motzte der starke Mann bei der Alten Dame. Dabei steht das Wirrwarr beim Elfmeter symbolisch für das Kuddelmuddel (O-Ton Bobic) beim verhinderten Big-City-Club. Die Liste der Versäumnisse ist, irgendwie Berlin-typisch, ellenlang, wobei Bobic am meisten erschrocken sein dürfte, wie schlecht die Kabine funktioniert. Anders als bei seinem ehemaligen Arbeitgeber in Frankfurt ist dieses Multikulti-Ensemble keine Eintracht – sondern der Kader gespickt mit Möchtegern-Stars mit hoher Selbstüberschätzungsrate. Deshalb soll mit dem Brasilianer Matheu Cunha das größte Ego heute als morgen zu Atletico Madrid wechseln. Dass ihn Trainer Pal Dardai öffentlich einen Spaziergänger nannte, sagt eigentlich alles. Prädikat: nicht integrierbar.

Doch beim neuerlichen Austausch des Personals kommt Bobic auch wegen der Corona-Krise nicht so schnell voran wie gewünscht. Es braucht einen langen Atem – und die Einsicht, dass die von Investor Lars Winhorst so üppig bereitgestellten Gelder zum Teil schon ziemlich sinnfrei in die Taschen von Spielern, Beratern und anderem Anhang gewandert sind. Doch wenn einem zugetraut wird, das Hertha-Chaos zu begradigen, dann ein Manager mit schwäbischen Wurzeln, der bei Eintracht Frankfurt aus sehr wenig sehr viel gemacht hat – und bei Hertha BSC aus viel wenigstens etwas mehr als Mittelmaß machen soll.

Was einfach klingt, könnte nach dem verpatzten Saisonstart noch eine schwierige Aufgabe werden. Auf dem Prüfstand steht dabei aller Beliebtheit zum Trotz auch der Trainer. Bobic wünscht sich, dass Dardai das Händchen hat, und es in der Zukunft funktionieren wird. Wenn nicht, ist der neue Macher der letzte, der aus irgendwelchen Sentimentalitäten an ihm festhalten wird.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare