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Zumindest der Bundestrainer hat wenige Schrammen abbekommen.
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Zumindest der Bundestrainer hat wenige Schrammen abbekommen.

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Beim DFB reicht keine Schminke

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Niemand sollte davon ausgehen, dass drei Geister-Länderspiele zum Befreiungsschlag werden – dafür sind die Gegner nicht prominent genug, dafür ist das Land zu coronaerschöpft.

Der März hat hierzulande bislang weder witterungsbedingt noch stimmungsmäßig für Aufhellung gesorgt. Alles mau, alles grau. Grau wäre aus Sicht des düster daherdümpelnden Deutschen Fußball-Bundes sogar noch eine schöne Farbe. Die Führung zerlegt sich gerade gegenseitig auf eine Art und Weise, dass darüber ein hochspannender Doku-Thriller gedreht werden könnte, dessen Einschaltquoten wohl höher wären als die der bevorstehenden Länderspiele zu versprechen werden. Die Amateurklubs müssen coronabedingt tatenlos in Winterstarre verharren. Immerhin _- Lichtblick! - dürfen ein paar Kinder wieder aufs Feld. Und das nächste Sorgenkind, die Nationalmannschaft, tja, sie wird sich gewiss redlich mühen zum Monatsende gegen Island, Rumänien und Nordmazedonien.

Aber Mühe allein genügt gerade nicht angesichts des darbenden Interesses - zu groß der Ansehensverlust nach dem 0:6 in Spanien vom November, das Trainer und Team maximal zerzaust zurückließ, ehe es sogleich in die nächste Führungskrise führte und neue Fronten offenbarte. Allerspätestens seitdem hat man das Gefühl, jeder sei vor allem damit beschäftigt, mit etwas Schminke sein Gesicht zu wahren: der Präsident, der Bundestrainer, der Generalsekretär.

Joachim Löw hat es dabei geschickt hingekriegt, dass an ihm gerade nicht zu viele Schrammen erkennbar sind: Erst hat er die - nüchtern betrachtet wohl eher berechtigten - Überlegungen seines Verbandschefs auf vorzeitige Ablösung nach der EM als Brüskierung empfunden und entsprechend öffentlich gegeißelt, nur, um sie zweieinhalb Monate später als eigene Entscheidung vorzustellen. So entwickelt man aus einer Position der Schwäche sogar noch Stärke, was den führenden Funktionären in ihrer bis auf Blut geführten Auseinandersetzung gerade nicht gelingen will. Zwischenzeugnis dort: nur Verlierer.

Niemand sollte davon ausgehen, dass drei Geister-Länderspiele - zwei in Duisburg, eines in Bukarest - nun zum Befreiungsschlag werden. Dafür sind die Gegner nicht prominent genug, dafür ist das Land zu coronaerschöpft und zu Nationalmannschafts-müde. Die Menschen würden sich auch ohne Abstandsregeln nach einem viernull gegen Nordmazedonien nicht hemmungslos vor Freude in den Armen liegen.

Ein bisschen ist es vielleicht sogar so, dass die Leute bang schauen, ob nicht wieder was schiefgeht, weil alle überfordert sind in Zeiten, in denen es keine einfachen Antworten gibt. Wie zuletzt beim Impfen, beim Lockdown und Öffnen und vor und zurück, beim Länderfußball mit Jogi Löw und beim Zwist zwischen Keller und Konsorten.

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