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Bundestrainer Horst Hrubesch scheint mit dem Verlauf des Testspiels gegen Spanien nicht zufrieden zu sein.

Testspiel DFB-Frauen

0:0 beim Abschied: Hrubesch-Elf trennt sich von Spanien 0:0

Keine Tore, aber ein emotionaler Abschied: Horst Hrubesch hat die deutschen Fußballfrauen beim 0:0 gegen Spanien zum letzten Mal betreut. Er geht ohne Wehmut und ist sich sicher: „Die Mädels sind auf einem guten Weg, ich werde das mit Freude verfolgen.“

Die glanzvolle Ära Horst Hrubesch beim Deutschen Fußball-Bund ist mit einem Unentschieden zu Ende gegangen. Das deutsche Frauenfußball-Nationalteam trennte sich in einem Testspiel in Erfurt von Spanien 0:0.

Vor 3169 Zuschauern konnten die Gastgeberinnen diesmal nur streckenweise überzeugen. So gab es im achten und letzten Spiel der DFB-Frauen unter Bundestrainer Hrubesch erstmals keinen Sieg. Von Januar an übernimmt Martina Voss-Tecklenburg die Verantwortung für das Frauenteam.

Hrubesch geht ohne Wehmut, das bekräftigte er nach seinem letzten Spiel. „Da ist schnell etwas zusammegewachsen. Die Mädels haben es mir leicht gemacht, und es hat mir viel Spaß gemacht“, sagte der 67-Jährige im ZDF-Interview. Seine Mannnschaft sei „auf einem guten Weg, und ich werde das mit Freude verfolgen.“ Stolz konnte er auch auf ein Plakat im Steigerwaldstadion sein: „Horst Hrubesch - ein Mensch“.

Torfrau Merle Frohms, an diesem Abend mit Glanzparaden die Beste im DFB-Team, lobte ihre Kolleginnen: „Phasenweise haben wir es echt gut gemacht“, sagte sie und dachte sofort an den Trainer: „Natürlich hätten wir Horst gern einen Sieg beschert.“ Das sah auch Alexandra Popp so: „Wir haben Horst viel zu verdanken, dass wir wieder in die richtige Spur gefunden haben.“

Hrubesch hatte die Mannschaft im Vergleich zum vorangegangenen 5:2 gegen Italien auf vier Positionen verändert. Kathrin Hendrich, Carolin Simon, Leonie Maier und Lena Petermann rückten in die Startelf.

Seine Matchplan - die Spanierinnen mit schnellem, direktem Spiel und großem läuferischen Aufwand vor Probleme stellen - ging aber lange nicht auf. Statdessen drückten die Südeuropäerinnen, Zwölfte der Weltrangliste, dem Spiel eine halbe Stunde ihren Stempel auf. Ballsicher und technisch hervorragend ausgebildet, schnürten sie die DFB-Elf in deren Hälfte ein. Die Regisseurinnen Sara Däbritz und Lina Magull bekamen keinen Zugriff auf das Spiel.

Einzig Torfrau Frohms war es zu verdanken, dass die Null stand. Gegen Amanda Bustos reagierte sie in der 11. und 19. Minute großartig und verhinderte einen Rückstand. Sie hielt auch später nach einigen Abwehrfehlern in der 80. Minute mit zwei Paraden das Unentschieden fest.

Erst nach 25 Minuten besann sich der Olympiasieger auf sein Offensivspiel. Allerdings waren viele Pässe ungenau, zudem liefen die Angreiferinnen immer wieder ins Abseits. In der 33. Minute wäre aber der Führungstreffer fällig gewesen. Giulia Gwinn spielte Maier am Strafraum völlig frei. Die Münchnerin entschied sich für einen Schlenzer, anstatt noch weiter zu laufen - und vergab.

Nach dem Wechsel versuchte die Hrubesch-Elf, den Gegner mit eigenem direkten Spiel zu knacken. Das sah teilweise sehr gut aus. Bei einsetzendem Dauerregen kamen jedoch einige gute Pässe nicht an. Trotzdem gab es Möglichkeiten: Eine sehenswerte Kombination über Popp und Maier landete bei Magull, die beim Torschuss jedoch noch entscheidend gestört werden konnte (56.). In der 74. Minute kam Popp im Fünfmeterraum zur Schussmöglichkeit, versuchte es aber mit Gewalt und drosch den Ball in den Abendhimmel.

(Von Gerald Fritsche, dpa)

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