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Pfiff seinen leitenden Angestellten - Niko Kovac - in Sachen Leroy Sané zurück: Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Foto: Matthias Balk

FC Bayern München

Schweigegelübde bei Sané - Rummenigge rügt Kovac

Reden ist Silber, Schweigen ist Sané? Im kniffligen Transferpoker um den deutschen Nationalspieler soll dem FC Bayern nun britische Zurückhaltung helfen. Der Chef rügt Coach Kovac, der muss sich bei Pep Guardiola entschuldigen - bleibt aber bei seiner Einschätzung.

München (dpa) - Bei der komplizierten Königspersonalie Leroy Sané hat sich der FC Bayern ein Schweigegelübde auferlegt. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge rügte Trainer Niko Kovac, der griff sogar zum Hörer und entschuldigte sich bei Pep Guardiola.

"Wir arbeiten an Transfers. Was am Ende des Tages dabei herauskommt, wird man abwarten müssen. Etwas Geduld werden wir alle haben müssen", sagte Rummenigge. "Weder optimistische noch pessimistische Aussagen helfen uns da."

Im ZDF-Interview vor dem 6:1-Erfolg des deutschen Fußball-Meisters im Audi Cup gegen Fenerbahçe Istanbul hatte Rummenigge seinen vorgepreschten Coach zurückgepfiffen. "Ich bin sehr zuversichtlich, davon gehe ich aus, dass wir ihn bekommen können", hatte Kovac erklärt. Missfallen seiner Chefs und dem Vernehmen nach auch bei Manchester City, wo der 23-jährige Sané noch bis zum 30. Juni 2021 unter Vertrag steht, waren die Folge.

"Ich bin ein bisschen zu offensiv geworden", ruderte der 47-jährige Kovac zurück und bestätigte das Pep-Telefonat. "Ich habe mich dafür entschuldigt, weil ich natürlich weiß, dass das ein Spieler von Manchester City ist."

Seit dem Mai wird die Personalie um Turbo-Flügelspieler Sané heiß diskutiert, auch von Uli Hoeneß, Rummenigge & Co. gab es klare Kommentare. Mittlerweile lautet die Maxime Münchner aber Mäßigung statt forschem Mia-san-Mia. Es gebe keine "Wasserstandsmeldungen", sagte Rummenigge. Dass man nicht über Spieler von anderen Clubs rede, sei "im übrigen" auch eine FIFA-Vorgabe.

Die Münchner wittern weiter die Chance, Sané an die Säbener Straße zu locken. Auf dem komplizierten Transfermarkt soll bloß kein falsches Wort die ManCity-Bosse oder den eigenwilligen Guardiola vergrämen - und so möglicherweise die Aussichten auf den Coup verringern.

"Es ist wichtig, dass wir Respekt vor dem Club haben, Respekt vor den Besitzern von ManCity und dem Trainer und meinem Kollegen", sagte Hasan Salihamidzic. Man solle nicht mehr über "andere Spieler von anderen Vereinen" reden. "Ich hoffe, dass wir das alle verinnerlichen", sagte der Sportdirektor.

Salihamidzic selbst war im Winter die Personalie um Wunschspieler Callum Hudson-Odoi sehr offensiv angegangen, doch der 18-Jährige bleibt wohl beim FC Chelsea. Sané ist ein ungleich größeres Kaliber, er selbst hat sich aber immer noch nicht öffentlich positioniert. Doch die Aussagen von Kovac legen den Schluss nahe, dass es positive Signale gegeben hat. Zumal Kovac inhaltlich nicht von seiner Einschätzung abrückte. Was er gesagt habe, habe "seine Richtigkeit" und sei "absolut verifiziert", unterstrich er.

Die öffentliche Zurechtweisung seines Chefs stufte Kovac nicht als schlimm ein. Mit Rummenigge habe er noch in der Kabine gesprochen. "Sie können mir glauben, da war kein Zorn. Auch das ist wieder eine Geschichte. Jetzt hat er das gesagt und da wird wieder was reininterpretiert", sagte Kovac. "Alles wunderbar."

Helfen soll beim Poker neben britischer Zurückhaltung auch ein Rekordbudget für den designierten Schlüsselspieler. "Der Transfermarkt allgemein ist nicht nur teuer, sondern auch schwierig geworden. Transfers jenseits der 100 Millionen gehören zwar nicht zum Tagesgeschäft, aber sind nichts Außergewöhnliches mehr", sagte Rummenigge und legte sich nicht auf eine dreistellige Summe für einen einzigen Topzugang fest. "Ich kann das weder bejahen noch verneinen. Qualität kostet immer Geld, die kostet auch für den FC Bayern Geld."

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