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Thomas Müller & Co gewinnen wieder im eigenen Stadion.

Bayern München - 1. FC Nürnberg

Bayern zurück in der Spur

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Der FC Bayern München hat seine Heimmisere in der Fußball-Bundesliga beendet. Das 3:0 gegen den 1. FC Nürnberg war aber erst der dritte Erfolg im siebten Saisonspiel in der Allianz Arena.

An jedem beliebigen Novembertag wäre Manuel Neuer für diese Aktion in der Luft zerrissen worden. Dabei hatte er es nur gut gemeint, als er im Mittelkreis einen gegnerischen Befreiungsschlag aufnahm und zum Mitspieler weiterleitete. Er stoppte den Ball auf Kniehöhe mit der Brust. Dabei rutschte er leicht weg. Elegant sah es dann nicht mehr aus, doch weil sein FC Bayern zu diesem Zeitpunkt schon klar führte und am Ende den 1. FC Nürnberg denkbar ungefährdet 3:0 bezwang, war die unfreiwillige Einlage auch gleich wieder vergessen.

Was in einem Fußballspiel so alles schiefgehen kann, haben die Bayern in den vergangenen Monaten zur Genüge erfahren müssen. Am Samstag machte sich nach dem Spiel deshalb eine Leichtigkeit breit, wie man sie in diesem verwöhnten Ensemble lange nicht erlebt hat. 
Spielverläufe wie am Samstag sieht man bei den Bayern in besseren Zeiten ständig. Aber diese besseren Zeiten sind eine gefühlte Ewigkeit her. Drei Monate mussten sie auf einen Liga-Heimsieg warten, und zu Hause ohne Gegentor geblieben zu sein, war sogar ein Saison-Novum. Diese Kennzahlen sind eigentlich weit unter der Würde dieses stolzen Vereins.

Thomas Müller: „Ganz ordentliches Kombinationsspiel“

Deshalb war es arg übertrieben und pathetisch angehaucht, als Karl-Heinz Rummenigge am Abend auf der Weihnachtsfeier im Palais Lenbach feststellte: „Die weihnachtliche Stimmung könnte nicht schöner sein.“ Das Wetter ist schmuddelig, der Schnee nicht in Sicht, fast so weit entfernt wie in der Tabelle die souveräne Nummer eins aus Dortmund – das wären in diesem Klub genug Gründe, um den atmosphärischen Ausnahmezustand auszurufen. Aber das haben sie ja gerade erst hinter sich.

Krampfhaft bemühen sie sich nun darum, alles als Zeichen des Aufschwungs zu deuten, was das Spiel hergibt. Die Abkehr des Trainers von Rotationen in großem Stil hat Verlierer erschaffen wie Javi Martinez und Mats Hummels, die sichtlich angesäuert den Weg zur Weihnachtsfeier antraten. In der Zentrale, wo sich die Defensivkräfte Leon Goretzka und Joshua Kimmich sowie der Freigeist Thomas Müller festgespielt haben, sind dafür nun wieder Ansätze von Kreativität und manchmal auch Anarchie zu finden. Mittlerweile entstehe dort „ein ganz ordentliches Kombinationsspiel“, fand Müller, nachdem es monatelang nur geheißen habe: „Nach außen und Post ab.“

Streng genommen steckt in diesem Lob eine Menge Tadel. Gleichzeitig sind die Bayern emsig bemüht, die dunklen Herbstwochen hinter sich zu lassen, die schwer aufs Gemüt drückten. Als Hasan Salihamidzic auf die jüngste Krise angesprochen wurde, antwortete er: „Welche Krise?“ In jedem zweiten Satz des Sportdirektors tauchte dann die Formel „Das sieht gut aus“ auf. Die Mannschaft hat sich gefunden“, erklärte Sportdirektor Hasan Salihamidzic. Kaum läuft es einigermaßen gut für die Bayern, werden auch die Sprüche wieder lauter, Salihamidzic, der blasse Mann aus der zweiten Reihe, etwa ließ sich so in der „Welt am Sonntag“ zitieren: „In meiner bisherigen Arbeit habe ich wahrscheinlich mehr bewegt als meine Vorgänger in ihrer gesamten Amtszeit beim FC Bayern.“ Naja.

Mehr als die vage Hoffnung, dass Borussia Dortmund irgendwann auch mal schwächelt und man selber „die Gunst der Stunde“ nutzten kann, bleibt dem Trainer bei neun Punkten Rückstand halt nicht. „Man hofft immer, dass der Konkurrent strauchelt“, gestand Thomas Müller. „Aber wenn nichts passiert, hofft man auf nächste Woche.“

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