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Bayern nach zehntem Titel in Serie: Rasendes Echo

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Von: Jakob Böllhoff

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Routinierter Jubel: die Bayern-Profis Kimmich, Müller und Lewandowski.
Routinierter Jubel: die Bayern-Profis Kimmich, Müller und Lewandowski. © dpa

Der FC Bayern hat den zehnten Bundesligatitel in Serie eingesackt, nach dem Sieg ausgerechnet gegen Borussia Dortmund, der große Rivale, der kein Rivale mehr ist, zumindest kein großer. Ein Kommentar.

Hans-Joachim Watzke hatte es ja kommen sehen, oder sagen wir: kommen hören. „Das Echo“, sagte der Klubboss von Borussia Dortmund, “wird dramatisch sein.“ Zehn Jahre alt ist diese Aussage, gerade hatten die Dortmunder ihren zweiten Meistertitel in Folge gewonnen. Und in München saß der FC Bayern, gedemütigt und entschlossen, in eine Raserei zu verfallen. Das ist ihm gelungen.

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Viel ist seitdem passiert, beziehungsweise: ausgesprochen wenig. Das Echo hat sich zum Tinnitus verstiegen. Nur die Bayern sind seitdem Meister geworden. Nachdem sie am Samstagabend ihr Heimspiel gewonnen haben, haben sie den zehnten Bundesligatitel in Serie eingesackt, ausgerechnet gegen Borussia Dortmund, den großen Rivalen, der kein Rivale mehr ist, zumindest kein großer. Wenigstens diese eine Pointe hielt das Titelrennen also bereit, wobei „Rennen“ einen Vorgang natürlich nur unzureichend beschreibt, der eher an einen Verwaltungsakt erinnert. Abstempeln, Bier drauf, abheften. Juuubel!

Ehrlicher Nagelsmann

Das Echo von 2012 hat alle Bierkrüge und Sektflaschen außerhalb Münchens zerspringen lassen. Feiern tut nur noch der FCB, und das auch nur noch irgendwie halbherzig, denn man gewöhnt sich an alles, wenn es oft genug vorkommt, im Guten wie im Schlechten. Doch, doch, die Meisterschaft sei sehr wichtig, hat Meistertrainer Julian Nagelsmann in der vergangenen Woche versichert: „Wenn ich sie nicht holen würde, wäre ich hier nicht mehr Trainer.“ Eine erstaunlich ehrliche Aussage, die im Grunde alles ins rechte Licht rückt, das Münchner Selbstverständnis und die Hilflosigkeit der Anderen und die Eintönigkeit des Wettbewerbs, der sich Bundesliga nennt.

Jürgen Klopp, der Dortmunder Meistermacher von 2011 und 2012, nannte neulich in der „Bild“-Zeitung zwei Hauptgründe für die Bayern-Dominanz: „Einmal natürlich die Qualität, die sie haben. Der andere Grund ist, dass die Verfolger sich die Punkte gegenseitig klauen. Die anderen Teams sind sich zu nah.“ Tatsächlich betrug der durchschnittliche Abstand vom Zweitplatzierten zum Fünftplatzierten in der vergangenen fünf Jahren zehn Punkte in der Bundesliga. In England und in Spanien, Länder mit meist engen Titelrennen, waren es 17 Punkte.

Die Bundesliga ist also gar nicht so langweilig, lediglich der Kampf um den Titel ist es. Wie beruhigend.

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