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Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender der FC Bayern München.

Super League

Bayern steht zur Bundesliga

Die Bayern wollen offenbar nichts davon wissen, dass Pläne für eine privatwirtschaftlich organisierte Super League unterschriftsreif auf dem Tisch liegen sollen.

Uli Hoeneß hätte gerne gesprochen. Nicht über das Spiel, der Präsident des FC Bayern wollte eigentlich etwas loswerden zur Super League, „Aber das ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt“, fand er nach dem 1:1 gegen Freiburg. Sportlich liegt zu viel im Argen beim deutschen Rekordmeister, um dieses Thema außer Acht zu lassen. Deshalb verkündete er nur, dass die Meldung, wonach die Münchner sich an der Forcierung einer europäischen Eliteliga beteiligt hätten, „falsch“ sei. Zuvor hatte schon der Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge beteuert, „total zur Mitgliedschaft in der Bundesliga“ zu stehen – „und analog auch zu den Uefa-Wettbewerben“.

FC Bayern weiß von nichts

Die Bayern wollen offenbar nichts davon wissen, dass Pläne für eine privatwirtschaftlich organisierte Super League unterschriftsreif auf dem Tisch liegen, wie angeblich aus den Football-Leaks hervorgehen, die der „Spiegel“ erhalten und mit dem NDR und dem Recherche-Netzwerk EIC geteilt hat. Allerdings ist unbestritten, dass sich die Bayern damit in der Vergangenheit beschäftigt haben, wie bereits der Chefjustiziar Michael Greilinger am Rande der Football-Leaks-Recherchen bestätigte. Er sagte aber vor ein paar Wochen auch, dass man von einer Super League  „so weit weg sind wie noch nie“.

Für Rummenigge war diese juristische Auseinandersetzung ein normaler Vorgang. „Wenn so eine Anfrage kommt, ist es meine Aufgabe, diese zu prüfen und am Ende intern darüber zu diskutieren“, findet er – und sieht deshalb darin „auch keinen Skandal“.

In der eigenen Mannschaft würde eine europäische Superliga statt einer nationalen Meisterschaft eh auf Vorbehalte stoßen. „Ich bin mit der Bundesliga groß geworden und das Herz hängt dran“, sagte Thomas Müller. 

Watzke glaubt nicht an konkrete Pläne

Auch Hans-Joachim Watzke von Borussia Dortmund wusste von den Plänen, der BVB sollte laut „Spiegel“ zu den „Gästen“ in der noch zu gründenden Klasse zählen, die anders als die Gründungsmitglieder absteigen können. Man werde für „keinen Wettbewerb dieses Planeten die Bundesliga verlassen“, versprach der BVB-Boss. Die Liga sei „deutsches Kulturgut“. Watzke glaubt nicht, dass die Super League-Pläne „schon sehr konkret“ sind, hält aber „im Fußball alles für möglich“.

Während an eine Bundesliga ohne Bayern weder Rudi Völler von Bayer Leverkusen („ich verstehe die Hysterie nicht“) noch Schalkes Sportvorstand Christian Heidel („die Bayern würden nie auf die Idee kommen“) glauben, findet Hannovers Manager Horst Held die Vorstellung ganz amüsant. Man solle die Münchner ruhig gehen lassen, sagte er: „Wenn sie feststellen, dass es doch nicht so toll ist, müssen sie in der Vierten Liga wieder anfangen.“ 

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