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Bayern München: Zum Erfolg verdammt

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Von: Hanna Raif

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Musste sich zuletzt mit zwei Remis begnügen: Bayern-Coach Julian Nagelsmann.
Musste sich zuletzt mit zwei Remis begnügen: Bayern-Coach Julian Nagelsmann. © dpa

Die Bayern haben eine schwere Gruppe erwischt in der Königsklasse, los geht’s gegen Inter Mailand am Mittwoch. Ein Scheitern wie im vergangenen Jahr darf sich nicht wiederholen.

Reisepläne werden den Spielern des FC Bayern vor jedem Spiel zugeschickt. Abfahrt an der Säbener Straße, Flugnummer, Hotel am Spielort – aber nur in besonderen Fällen: Dresscode. Gestern wurde erstmals seit 6. April der feine Zwirn aus dem Schrank geholt. Als Julian Nagelsmann und sein Team um 17 Uhr mit dem Sonderflug LH2570 in Richtung Mailand abhoben, waren sie alle Königsklassen-fein – und wussten, dass sie es in dieser Saison besser machen müssen als in der vergangenen.

Zur Erinnerung: Eine knappe Woche nach dem bis dato letzten Auswärtstrip – dem 0:1 beim FC Villarreal – war im April Schluss, Endstation Viertelfinale. Früh herrschte in Nagelsmanns Premierensaison die Gewissheit, dass nur ein Titel drin sein würde. „Wir wollen es allen zeigen, das spürt man im Team“, sagte Thomas Müller vor dem Neustart auf europäischer Bühne heute (21 Uhr/Dazn) bei Inter Mailand und gab zu: „Es ist einfach immer wieder etwas Besonderes, auch nach all den Jahren.“ 14 sind es für ihn persönlich, darunter zwei Titel-Saisons – und immerhin drei Partien gegen Inter. Damit hat der 32-Jährige, der nach seiner Pause beim 1:1 gegen Union Berlin zurück ins Team rückt, ein Alleinstellungsmerkmal.

Für alle anderen ist die Begegnung Neuland. Dass Müller gegen Inter keine gute Erfahrungen gemacht hat (Finalniederlage 2010, Achtelfinalaus 2011) , ändert nichts an der Tatsache, dass die Bayern die Reise gen Süden selbstbewusst angetreten haben. „Wir sind zum Erfolg verdammt“, sagte Vorstandsboss Oliver Kahn. Und die Aussage, dass man „liefern, liefern und nochmal liefern“ müsse (Müller), ist nach der ersten kleinen Ergebniskrise besonders aktuell.

Statistik macht Mut

„Wir müssen von Beginn an voll da sein“, sagte Nagelsmann. Den „Geheimplan“ verriet Müller bereits: „Wie jedes Jahr ist in der Gruppenphase ein guter Start das Wichtigste.“ Und die Bayern gehen ja auch als Favorit in das Duell mit dem 19-maligen italienischen Meister. Die Lehren aus dem Remis in Berlin sind gezogen, die Statistik macht Mut. Immerhin hat der Rekordmeister die letzten 18 Auftaktpartien gewonnen. In der Gruppenphase sind die Bayern seit 28 Spielen ungeschlagen (25 Siege, drei Remis) – die letzte Niederlage gab es im September 2017. Gegen Inter stehen bei sieben Duellen drei Siege und ein Unentschieden, das Kuriose aber: Alle Siege feierten die Bayern im San Siro – als echter Inter-Schreck.

Von einem „schwierigen Gegner“ sprach Matthijs de Ligt, der seine Mitspieler mit Erfahrungen aus seiner Zeit bei Juventus Turin füttern konnte. „Inter wird nicht leicht, aber wir sind heiß“, betonte auch Sportvorstand Hasan Salihamidzic. Noch einmal mehr als zuletzt in Bundesliga und Pokal drängen die Stars ins Team. Nagelsmann hat die Qual der Wahl, wird sicher Müller und wohl auch Lucas Hernandez für Dayot Upamecano bringen. Für Leon Goretzka dürfte ein Startelfeinsatz hingegen noch zu früh kommen.

Den feinen Zwirn hatte er gestern trotzdem an. Und läuft es optimal, dürfen er und seine Kollegen ihn heuer noch sechs Mal rausholen. Im Optimalfall auch am 9. Juni 2023 – dem Tag vor dem Finale in Istanbul.

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