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Der eine feierte sein Debüt für Real, der andere verabschiedete sich in die Münchner Heimat: Luka Jovic (links) und Jerome Boateng.

FC Bayern

Die Stars liefern und fordern

Der FC Bayern gewinnt das Testspiel gegen Real Madrid souverän mit 3:1. Kimmich plagen derweil Kadersorgen.

Niko Kovac genoss das Hochgefühl nach dem souveränen Testsieg gegen den alten Rivalen Real Madrid sichtlich. Der Kader des FC Bayern, so zeigte es das 3:1 (1:0) gegen die Königlichen auf texanischem Boden in Houston zumindest phasenweise, kann durchaus konkurrenzfähig sein. „Wir haben mutig nach vorne gespielt. Im Offensivteil haben wir es richtig gut gemacht, defensiv kann man es immer noch ein bisschen verbessern, aber Stand jetzt sind wir sehr zufrieden“, sagte Kovac nach dem Sieg in einem Spiel, in dem Bayern in der ersten Halbzeit eine starke, Real sogar seine bestmögliche Besetzung inklusive 100-Millionen-Einkauf Eden Hazard und Toni Kroos aufbot. Erst nach der Pause wurde durchgewechselt, bei den Spaniern kam dann unter anderem auch der ehemalige Frankfurter Angreifer Luka Jovic zu seinem Debüt im weißen Real-Dress.

Bis zur Pause sei es „ein Wahnsinnsspiel“ gewesen, sagte Serge Gnabry vielleicht etwas zu überschwänglich. Der deutsche Nationalspieler hatte vor 60 413 Zuschauern in der riesigen Football-Halle der Houston Texans den Treffer zum 3:0 erzielt, zuvor waren Corentin Tolisso (15.) und der wie Gnabry nach der Pause eingewechselte Robert Lewandowski (67.) erfolgreich gewesen. Torwart Sven Ulreich sah danach noch wegen einer Notbremse die Rote Karte (81.), in Überzahl verkürzte Reals Rodrygo (84.).

Gegenüber dem 1:2 gegen den FC Arsenal zum Auftakt der US-Tour war der Münchner Auftritt zwar kein kapitaler Höhenflug, dennoch verwies Kapitän Manuel Neuer zufrieden darauf, „dass wir drei Tore gegen Real Madrid erzielt und uns viele Chancen herausgespielt haben“. Nationalspieler Joshua Kimmich befand, „dass wir einiges Positives mitnehmen können“. Kein Problem also?

Nun, die Debatte um dringend notwendige Verstärkungen holte Kovac schnell wieder ein. Während die Bayern-Profis zunächst beim Trainingsbesuch von Basketball-Superstar James Harden herumalbernd Ablenkung fanden, nahmen sie deutlich ernster die sportliche Leitung in die Pflicht und forderten ausdrücklich schnelle Nachbesserung.

„Wir hatten viele Abgänge, deshalb brauchen wir Nachschub, der hoffentlich den Kader verstärkt“, mahnte Gnabry. Kimmich drängte darauf, „dass wir den einen oder anderen Spieler dazubekommen, damit wir in allen Wettbewerben voll angreifen können. Sonst sind wir drauf angewiesen, dass sich ja keiner verletzt.“ David Alaba teilte via „Bild am Sonntag“ mit: „Um den Konkurrenzkampf anzuheben, brauchen wir mehrere Profis auf Top-Niveau.“ Der in München gebliebene Sportdirektor Hasan Salihamidzic weiß um die Dringlichkeit, dennoch gab es am Wochenende nichts Neues. Im fernen Texas ergriffen die Profis zumindest das Wort, um weitere Abgänge zu verhindern: Renato Sanches und auch der schon abgeschriebene Jerome Boateng erhielten flammenden Zuspruch.

„Wir wissen, was sie können, und sind froh, wenn sie bleiben“, sagte Neuer. Kimmich befand: „Jerome ist sehr positiv aus dem Urlaub gekommen.“ Während sich beim Portugiesen Sanches ein Verbleib an der Säbener Straße abzeichnet (Kovac: „Wir sind alle davon überzeugt, dass er es bei uns packen kann“), ist ein Umdenken bei Boateng, der aus privaten Gründen nach dem Real-Spiel abreiste, dagegen fraglich. Trainer Kovac teilte zwar mit: „Sportlich bin ich sehr zufrieden. Großes Lob, großes Kompliment. Das hat er aber auch schon im Training angedeutet.“ Nur: Was will er im Hinblick auf den ehemaligen Nationalspieler auch anderes sagen?

Personaldiskussionen beherrschten auch das Geschehen bei den unterlegen Madrilenen. Der einstige Weltrekordeinkauf Gareth Bale soll weg, „wenn es morgen schon passiert, umso besser“, verkündete Trainer Zinedine Zidane unmissverständlich. Bei den Bayern, von spanischen Medien mit dem Waliser in Verbindung gebracht, ist Bale schon aus finanziellen Gründen aber kein Thema. (sid/fr)

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