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Kongeniales Duo: Franck Ribery (rechts) und Arjen Robben.

Bayern München

Nie mehr Robbery?

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Fragezeichen hinter gemeinsamen Auftritt und dem Comeback von Torwart Neuer.

Der Zeitplan für die Reha von Manuel Neuer nach seinem Muskelfaserriss wurde vom FC Bayern von Anfang an klar kommuniziert: Zum Bundesliga-Auswärtsspiel gegen RB Leipzig nächste Woche soll der Torwart wieder zwischen den Pfosten stehen. Es sah bisher auch ganz danach aus, bereits am 24. April absolvierte Neuer zusammen mit Fitnesstrainer Thomas Wilhelmi eine Laufeinheit. „Nun gilt es für den Torhüter das Pensum langsam zu steigern, um im Saisonfinale wieder einsatzbereit zu sein“, schrieb der Rekordmeister dazu auf seiner Homepage.

Umso mehr überrascht es, dass Neuer die ganze Woche nicht auf dem Rasen stand, sondern lediglich Laufeinheiten mit reduziertem Gewicht im Leistungszentrum an der Säbener Straße absolvierte. „Da kann man das Gewicht steuern und es wird angepasst. Er macht Fortschritte tagtäglich, aber er ist noch nicht mit hundertprozentigem Gewicht auf dem Rasen, beziehungsweise dem Laufband. Er wird also noch unterstützt.“ Auf Nachfrage, ob das Bundesligaspiel in Leipzig ein realistischer Comeback-Zeitpunkt sei, antwortete Kovac: „Das ist das, was wir im Auge haben.“ Fraglich, ob es für den Bayern-Kapitän wirklich für die Partie in der Sachsen-Metropole reicht, wenn er aktuell noch nicht mit voller Gewichtsbelastung Laufeinheiten absolvieren kann. Neuer wäre in jedem Fall ein wichtiger Titelfaktor für Kovac.

Niko Kovac bekam im vergangenen Sommer vor allem einen Auftrag von den Klubbossen. Arbeitstitel: „Verschaffe Arjen Robben und Franck Ribéry einen würdigen Abschied vom FC Bayern“. Vier Spiele vor Saisonende ist schwer vorstellbar, dass die einst gefürchtete Münchner Flügelzange noch voll auf ihre Kosten kommen wird. Verletzungen, der enge Kampf um die deutsche Meisterschaft und Niko Kovacs Titelpflicht sind daran schuld. Nie wieder Robbery?

Der Blick auf die nackten Zahlen ist vor allem bei Robben ernüchternd. Der 35-jährige Niederländer machte sein letztes Pflichtspiel am 27. November 2018 gegen Benfica. Dabei zockte er immerhin noch mal ganz groß auf, schoss zwei Tore in bester Robben-Manier. Anschließend legten ihn erst Oberschenkelprobleme, dann eine Wadenverletzung lahm. Dem Linksfuß wurden sogar zwei Zähne gezogen, um mögliche Entzündungsherde zu entfernen.

Abgang durchs großes Tor

Insgesamt kommt Robben auf 15 Einsätze, fünf Tore und zwei Assists in allen Wettbewerben. Aber: Besserung ist in Sicht! Beim 1:1 in Nürnberg nahm der Niederländer wieder auf der Bank Platz. Kovac meinte gestern mit Blick auf Robben und Ribéry: „Ich bin guter Dinge, dass sie in den nächsten vier Spielen noch Einsatzzeiten bekommen und die auch gemeinsam bestreiten. Sie sind gesund, sie sind motiviert.“

Der Franzose plagte sich zuletzt mit muskulären Problemen herum und verpasste schon sieben Spiele verletzt. Die Statistiken des 36-Jährigen lesen sich so: 34 Partien, fünf Tore, vier Vorlagen. Ob da noch viel dazukommt? Mit Serge Gnabry (23) und Kingsley Coman (22) hat die nächste Flügelflitzer-Generation den Oldies längst den Rang abgelaufen. In den verbleibenden drei Ligaspielen und dem Pokalfinale in Berlin wird Kovac kaum Rücksicht auf Sentimentalitäten nehmen können.

Der Bayerntrainer sagte dazu: „Wir müssen und wollen erfolgreich sein. Da werden diejenigen spielen, die die Nase vorne haben.“ Also eben nicht Robbery. Die Münchner Fans können nur hoffen, dass ihr Klub die Meisterschaft vielleicht doch noch vor dem 34. Spieltag klar macht. Ein Schaulaufen vor heimischer Kulisse gegen Eintracht Frankfurt – das klingt würdig. Diese Option hat auch Niko Kovac schon bedacht, er schränkt aber ein: „Wir werden jetzt sicherlich nicht anfangen, alles über den Haufen zu schmeißen und sagen: ‚Wir müssen jemandem einen Abgang verschaffen.‘ Erst muss das Sportliche stimmen, dann kommt der Rest.“

Ein echtes Abschiedsspiel wird es in jedem Fall geben. Präsident Uli Hoeneß hatte bereits angekündigt: „Verdiente Bayern-Spieler müssen durchs große Tor gehen.“

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