+
War als Königstransfer eingeplant: Leroy Sané.

Kommentar

FC Bayern München:  Bayerische Akquise

  • schließen

Man kann nicht behaupten, dass sich Bayern München auf dem Transfermarkt bislang sehr glücklich präsentiert hat. Ein Kommentar.

Ob der FC Bayern München nun den schwer am Knie verletzten und wohl bis Februar nächsten Jahres ausfallenden Leroy Sané trotzdem verpflichtet, vielleicht sogar etwas preisgünstiger als für 100 Millionen, ist eine Frage, die das ganze aktuelle Dilemma des einstmals strahlenden Klubs aufzeigt. Denn eine Woche vor dem Bundesligastart scheint der FC Bayern keinesfalls gerüstetet für die neue Saison, personelle Baustellen, wohin man blickt. Seit Wochen suchen die Bajuwaren nach Spielern für ihren bislang sehr überschaubaren Kader - und finden keinen. Ganze 17 Feldspieler stehen derzeit Trainer Niko Kovac zur Verfügung, und da sind die eigentlich schon aussortierten Jerome Boateng und Renato Sanches mit dabei. 

Seit Wochen buhlen sie um Sané, und konnten nicht Vollzug melden. Aber selbst wenn der vermeintliche Heilsbringer aus Manchester gekommen wäre, wäre er erst der 18. Feldspieler – auch das dürfte angesichts bayerischer Ansprüche in der Champions League zu wenig sein. Ein erneutes Ausscheiden im Achtelfinale wollen und können sich die Bayern kaum leisten. 

Bislang zwei Verteidiger und ein Talent

Man kann nicht behaupten, dass sich Bayern München auf dem Transfermarkt bislang sehr glücklich präsentiert hat - immer noch wartet die Öffentlichkeit auf all jene Raketen, die Präsident Uli Hoeneß („Wenn Sie wüssten, was wir alles schon sicher haben für die neue Saison“) im Februar dieses Jahres bescheiden angekündigt hatte. Bislang sind das zwei Verteidiger, davon einer angeschlagen (Hernandez, Pavard), und ein Talent (Arp). Nach einer durchdachten Strategie sieht das nicht aus, nicht einmal nach einem Plan B, sollte der Sané-Deal nicht zustande kommen.

Womöglich klopft man jetzt in Leipzig bei Timo Werner an, aber ob er die Bayern weiterbringt? Im Gespräch sind auch große Namen wie Philippe Coutinho (Barcelona), aber das so einer zum FCB will, ist fraglich. Hakim Ziyech hat die Bayern- Gerüchte am Freitag gleich mal beendet, indem er seinen Vertrag bei Ajax Amsterdam verlängerte. Einst war es keine Frage: Der FC Bayern bekam die Spieler, die er wollte, er brauchte nur mit dem Finger zu schnipsen. Das mag innerhalb der Bundesliga noch gelten, international scheinen die Bayern aber keine Topadresse mehr zu sein, englische Klubs sowieso, aber auch spanische und italienische haben ihnen offenbar den Rang abgelaufen. Und dass der deutsche Branchenführer, wissend dass Robben, Ribery, James und Rafinha gehen würden, im Grunde aktuell mit den Planungen genau so weit ist wie im Mai, ist eigentlich bedenklich. Bis Transferschluss am 2. September ist noch Zeit, noch immer lässt sich all das bislang Versäumte aufholen. Indes: Man darf es bezweifeln.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion