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Und alle haben sich lieb: Arjen Robben (rechts), Franck Ribery (Mitte) und Niklas Süle.

Bayern München - Benfica Lissabon

Bayern München holt Luft

Durch ein souveränes 5:1 gegen Benfica Lissabon erreicht das Team von Trainer Niko Kovac das Achtelfinale der Champions League.

Ein blendend aufgelegter Arjen Robben und Torjäger Robert Lewandowski haben ihrem Trainer Niko Kovac vorerst den Job gerettet. Mit einem nie gefährdeten 5:1 (3:0) gegen Benfica Lissabon hat der krisengeplagte FC Bayern zum elften Mal in Folge das Achtelfinale der Champions League erreicht und seinem schwer angezählten Coach mit ziemlicher Sicherheit eine ersehnte Atempause verschafft.

Nach zähem Anfang stellte Robben (13., 30.) mit zwei sehenswerten Treffern die Weichen auf Sieg für die mit dem nahezu letzten Aufgebot angetretenen Münchner, die sich dennoch stark formverbessert zeigten. Per Kopf erhöhte Lewandowski (36.) mit seinem 50. Tor in der Königsklasse. Auch das 4:1 ging wieder per Kopf (51.) auf das Konto des Polen. Franck Ribery (76.), der kurz danach ausgewechselt wurde und seinen Trainer innig umarmte, traf zum Endstand. Gedson Fernandes (46.) verkürzte vor 70.000 Zuschauern zwischenzeitlich für Benfica 50 Sekunden nach seiner Einwechslung.

„Große Mannschaften stehen nach Rückschlägen auf, das können wir machen“, sagte Robben nach dem höchsten Saisonsieg der Münchner bei Sky: „Wir haben ein sehr hohes Tempo gespielt und gute Angriffe gehabt. Wir waren kompakt in der Defensive und haben fast nichts zugelassen. 5:1 ist überzeugend. Das ist genau das, was wir gebraucht haben.“

Im abschließenden Spiel der Vorrunde in der Königsklasse reicht der Kovac-Elf am 12. Dezember bei Ajax Amsterdam, das 2:0 bei AEK Athen gewann, ein Unentschieden zum Gruppensieg. Am Samstag müssen die Bayern die Leistung in der Bundesliga bei Werder Bremen bestätigen, ansonsten dürfte die Debatte um Kovac erneut beginnen. Präsident Uli Hoeneß hatte ihm am letzten Samstag lediglich eine Garantie für das Benfica-Spiel ausgestellt, als Nachfolger war bereits Arsene Wenger gehandelt worden.

Die Münchner präsentierten sich im Endspiel für Kovac nach der heftigen Schelte von Hoeneß vor allem mannschaftlich geschlossener als zuletzt und legten etwas mehr Wert auf Stabilität. Das derzeit ebenfalls strauchelnde Benfica um seinen wackelnden Trainer Rui Vitoria war allerdings mit einer zeitweise erschreckenden Defensivleistung auch ein dankbarer Aufbaugegner.

Für den deutschen Fußball-Rekordmeister hätten Lewandowski (23.) und der umtriebige Thomas Müller (36.) das Ergebnis schon im ersten Abschnitt noch höher gestalten können, auch Ribery (50.) hatte noch eine dicke Möglichkeit. Insgesamt setzte die Kovac-Elf endlich auch einmal einige spielerische Glanzlichter.

Die Bayern-Fans hatten ihrer Mannschaft einen klaren Auftrag mitgegeben: „Brust wieder raus, Arsch aufreißen: für uns – für euch – für München“, stand auf einem Banner in der Südkurve. Selbstbewusst war der Beginn aber keineswegs. Zwar hatten die Bayern Feldvorteile, weil der portugiesische Rekordmeister sehr verhalten agierte, aber Mut und Ideen fehlten zunächst.
Es war dann Robben, der mit einer Einzelaktion das erste Ausrufezeichen setzte. Bei seinem Solo verteidigte die Benfica-Defensive amateurhaft, umso schöner war gleichwohl der Schlenzer ins linke obere Eck. Wenig später stand Lissabons Abwehr erneut nur Spalier und Robben setzte den Ball entschlossen unter die Latte. Lewandowski bewies bei seinen Kopfballtoren dann Durchsetzungsvermögen.

Wie in den vergangenen Wochen hatte Kovac erneut mit großen Personalproblemen zu kämpfen. Kurzfristig war auch Mats Hummels (Magen-Darm-Infekt) ausgefallen, auf der Bank saßen drei Nachwuchsspieler. Robben und Rafinha waren im Vergleich zum blamablen 3:3 gegen Fortuna Düsseldorf neu im Team, Javi Martinez und Renato Sanches gegen seinen Ex-Verein mussten zunächst zuschauen.

Kovac verfolgte die Aktionen seiner Mannschaft weitgehend ruhig und mit zumeist vor der Brust verschränkten Armen, auch bei den Toren jubelte er verhalten. Nachdem die Bayern eine schnelle Antwort auf den Gegentreffer kurz nach Wiederbeginn parat hatten, brachten die Bayern den Erfolg souverän über die Zeit. (sid)

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