1. Startseite
  2. Sport
  3. Fußball

Bayern München hat Lust auf mehr

Erstellt:

Von: Hanna Raif

Kommentare

Ball im Visier: Joaquin Correa (links) und Joshua Kimmich.
Ball im Visier: Joaquin Correa (links) und Joshua Kimmich. © afp

Der FC Bayern surft problemlos durch die Vorrunde der Champions League. Präsident Herbert Hainer sagt: „Diese Mannschaft hat das Zeug, alles zu gewinnen“

Irgendwer hatten den Bayern am Dienstagabend einen Floh ins Ohr gesetzt. Denn anders ist es nicht zu erklären, dass alle Beteiligten nach diesem 2:0 gegen Inter Mailand von der dritten perfekten 18-Punkte-Gruppenphase hintereinander sprachen. Dieses eine kleine Unentschieden gegen Atletico Madrid in der Vorrunde 2020/21 hatte man einfach abgehakt oder besser: vergessen. Sei’s drum, die Botschaft blieb ja doch dieselbe: Die Bayern sind mal wieder ohne Niederlage durch die Gruppe marschiert, haben die Konkurrenz dominiert – und wecken Lust auf mehr.

Auslosung am Montag

Die Ansage für all das, was nach der Winter-WM kommen soll, machte der Chef höchstpersönlich. „Diese Mannschaft hat das Zeug, alles zu gewinnen“, sagte Herbert Hainer, als die Spieler um die beiden Torschützen Benjamin Pavard (32.) und Eric Maxim Choupo-Moting (72.) noch unter der Dusche standen. Schon vor Wochen, als es beim Branchenprimus zwischenzeitlich gar nicht lief, habe der Präsident ein gutes Gefühl gehabt. Jetzt, nach den „überragenden und überzeugenden“ letzten Wochen ist er sich noch sicherer, dass es heuer weit gehen kann. Am Montag (12 Uhr) wird in Nyon der Gegner für die Runde der letzten 16 ausgelost, in die man „den Geist der Gruppe“ laut Julian Nagelsmann mitnehmen will.

Die Worte des Trainers konnte man gleich doppelt deuten. Denn in den ersten sechs Königsklassen-Partien der Saison stimmten nicht nur die Ergebnisse, sondern auch das Mannschaftsgefüge, das Miteinander, das Wir-Gefühl. 18:2-Tore stehen am Ende als Bilanz, Nagelsmann aber hob im sportlich bedeutungslosen Spiel am Dienstag vor allem die Entwicklung der Mannschaft hervor. „Wir haben einen großen Schritt gemacht, in Richtung sehr erwachsen zu spielen.“

Obwohl der 35-Jährige fünf Mal rotiert und Spielern wie Josip Stanisic und Ryan Gravenberch ihre lang ersehnten Chancen gegeben hatte, war der Sieg am Ende mehr als verdient. „Wir wollten zeigen, dass wir, egal wie viel wir wechseln, soviel Qualität auf dem Platz haben, jeden schlagen können“, sagte Choupo-Moting. Das gelang. Von „absolutem Topniveau“ sprach Nationalspieler Robin Gosens mit Blick auf die Bayern, gegen die er mit Inter zum zweiten Mal nicht mithalten konnte.

Auch Hasan Salihamidzic beobachtet seit der Länderspielpause, dass „jeder, der reinkommt, das Selbstvertrauen aufnimmt“. Der Sportvorstand sieht sich daher in seiner Strategie, den namhaften Abgang von Robert Lewandowski im Kollektiv zu kompensieren, bestätigt. „Die Jungs pushen sich in jedem Training an ihre Leistungsgrenze, es macht Spaß, denen zuzuschauen“, führte er aus. Für die drei Partien des Liga-Endspurts in Berlin, gegen Bremen und auf Schalke ist die Zielsetzung klar: Der Sprung auf Platz eins soll gelingen, ehe es im Frühjahr ans Eingemachte geht.

Die perfekte Gruppenphase soll kein schlechtes Omen sein. Man müsse „ein paar Schritte anders gehen“ als im Vorjahr, sagte Nagelsmann, dem das Viertelfinal-Aus gegen Villarreal lange nachhing. „Unterschätzt“ habe man den spanischen Underdog, gab auch Hainer zu und versprach: „Das werden wir diesmal nicht machen.“

Das Wort zum Dienstag sprach Ersatzkeeper Sven Ulreich: „Wenn man den Henkelpott holen will, muss man gegen jeden gewinnen.“ Nach einer perfekten Gruppenphase fragt 2023 niemand mehr.

Auch interessant

Kommentare