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Bayern München gegen Borussia Mönchengladbach: Hinken und galoppieren

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Von: Jan Christian Müller

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Hart umkämpft: Spiele zwischen dem FC Bayern und Borussia Mönchengladbach haben traditionell immer viel zu bieten.
Hart umkämpft: Spiele zwischen dem FC Bayern und Borussia Mönchengladbach haben traditionell immer viel zu bieten. © dpa

Der vierte Spieltag der Fußball-Bundesliga bietet mit Bayern gegen Gladbach gleich ein absolutes Topspiel. Das weckt Erinnerungen an bessere Zeiten, als die Fohlen den Bayern in der Liga noch regelmäßig Konkurrenz machen konnten.

Wir brauchen an dieser Stelle gar nichts hochzujazzen und irgendwelche künstliche Spannung aufzubauen. Aber natürlich ist es eine schöne Sache, dass am vierten Spieltag der Fußball-Bundesliga im Topspiel des Samstags um 18.30 Uhr der Erste - Bayern München, wer sonst? - gegen den Zweiten - diesmal Borussia Mönchengladbach - spielt. Ältere erinnert das an den Klassenkampf der 70er. Dort die konservativen Bayern, wiewohl ganz in rot, mit Beckenbauer, Maier, Schwarzenbeck, hier die „linken“ Borussen, ganz in weiß, mit Kleff, Netzer, Wimmer, von Konditionstrainer Drygalsky fit gemacht, von Manager Grashoff straff an kurzer Leine geführt, Schöne Zeiten.

Später dann mit Stefan Effenberg und Lothar Matthäus, mal hier, mal dort unterwegs. Effe, in beiden Mannschaften Kapitän, erinnert sich: „Es war immer spannend. Es war immer ein harter Kampf.“ Das kann es auch am Samstag wieder werden. Die Borussia hat sechs der letzten elf Pflichtspiele gegen die Bayern gewonnen. Aber schon diese vordergründig eindrucksvolle Statistik zeigt: Es sind längst nur noch einzelne Momente, in denen die Münchner verwundbar sein mögen; eine schnell vorübergehende Schwäche, die seit einer halben Ewigkeit aber schon nicht mehr ganze Spielzeiten lang währt. Ergo: Selbst ein Gladbacher Sieg, für den die Wettanbieter bis zum Zwölffachen des Einsatzes ausspucken, ändert perspektivisch nichts an der Hierarchie. Zumal - allen Forderungen einer solidarischeren Verteilung der Königsklassengelder zum Trotz - die Bayern in der ab 2024 neu sortierten und um sechs Milliarden Euro einträglicheren Champions League noch viel, viel mehr herausholen werden.

Da hinken die jungen Fohlen, die im Sommer 2022 erstaunlich gut ins Galoppieren gekommen sind, dann also doch wieder hinterher wie alte Maulesel. Wenngleich sie auch ein Lob verdient haben: Trainer Daniel Farke hat schon bei Underdog Norwich City in der Premier League extrem mutig Ballbesitz und Kurzpassspiel gelehrt, entsprechend kommt die Borussia seit der Übernahme durch Farke auf einen Ballbesitzanteil von 70 Prozent, der ökonomisch zu sieben Punkten genutzt wurde.

Diese Quote wird in München nicht gehalten werden können, und tatsächlich birgt diese Spielweise auch eine Gefahr: die des Ballverlustes in eigener Strafraumnähe gegen die besten Gegenpresser der Liga. Zumal die Super-Bayern laut Auskunft ihres Trainers Julian Nagelsmann vor Formstärke nur so strotzen.

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