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Keine Nettigkeiten: Subotic (rechts) textet Robben zu.

Bayern München - Borussia Dortmund

Schrille Grüße von Subotic

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Das letzte Ligaduell mit Finalcharakter zwischen den Bayern und dem BVB gewannen 2012 die Dortmunder – die tragische Figur hieß Robben.

Jürgen Klopp legt noch heute Wert auf die Feststellung, Neven Subotic sei „wahrscheinlich einer der nettesten Menschen auf diesem Planeten“. Acht Jahre hat er als Trainer in Mainz und Dortmund Gelegenheit gehabt, sich ein Urteil über den Abwehrspieler zu bilden. Aber mindestens einmal in seinem Fußballerleben war Neven Subotic auch ganz und gar nicht nett. Das weiß Klopp. Und das weiß vor allem Arjen Robben.

An jenem April-Abend vor sieben Jahren waren der Serbe und der Niederländer zwei der prominentesten Hauptdarsteller eines Spiels, das bis heute unvergessen ist. Es war die bisher letzte Bundesliga-Partie, die den Namen Endspiel verdiente. Drei Punkte lag der BVB nach 29 Spieltagen vorne, die Tordifferenz war identisch. Mit einem Sieg wären die Bayern vorbeigezogen. Doch sie verloren 0:1.

Das nackte Ergebnis gibt nicht annähernd die Dramatik des Abends wieder, der unter anderem drei Aluminiumtreffer hervorbrachte, ein spätes Siegtor durch Robert Lewandowski (der damals noch Borusse war), eine vergebene Großchance in der Nachspielzeit – und einen verschossenen Elfmeter fünf Minuten vor Schluss. Der ging auf Robbens Konto. In jenem Moment, als er sein Pech am liebsten still betrauert hätte, bekam er unerbetene Gesellschaft. Subotic kam herbeigestürzt und brüllte ihm aus nächster Nähe etwas Unschönes ins Ohr.

Weidenfeller pariert Elfer

 „Da ist ihm mal ganz kurz die Hutschnur gerissen“, erinnert sich Klopp, eher amüsiert als betreten. „Das hast du jetzt davon“, so was in der Art habe sein Schützling wohl gerufen, aber natürlich weiß der Trainer, dass Subotic in Wahrheit drastischere Worte wählte. Robben, im Strafraum nicht der Standfesteste, hatte den Elfmeter selber herausgeholt, aber obwohl die Dortmunder das Gegenteil beteuerten, war der Pfiff diesmal gerechtfertigt. Der Angreifer zielte nach rechts, Roman Weidenfeller, der den Elfmeter selber verschuldet hatte, wählte dieselbe Ecke. „Den Urschrei im Stadion“, sagt der Torwart, „den habe ich heute noch im Ohr.“

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Fast alles, was am 11. April 2012 geschah, lässt sich herunterbrechen auf Arjen Robben, der so viel in dieses Spiel investiert hatte und am Ende nicht mehr erntete als Beschimpfungen und Mitleid. Sein Fehlschuss vom Kreidepunkt war der erste in der Bundesliga nach sieben erfolgreichen Versuchen. In der Nachspielzeit prallte ein verunglückter Kopfball – Absender Subotic – von der Latte zurück, doch der Niederländer verfehlte das leere Tor. Selbst am Gegentreffer war er beteiligt. Als Lewandowski einen Schuss von Kevin Großkreutz mit der Hacke ins Tor lenkte, monierten die Bayern vergeblich Abseits. Robben hatte es aufgehoben.

Dieser Abend war schlimm für ihn, aber er war noch nicht der Tiefpunkt der Saison. Der kam erst sechs Wochen später, nach dem verschossenen Elfmeter im „Finale dahoam“. Beim anschließenden Test zwischen Bayern und der niederländischen Nationalmannschaft wurde er vom eigenen Anhang leidenschaftlich ausgepfiffen.

In der folgenden Saison machte Robben seinen Frieden mit den Fans – und mit dem BVB. Das Siegtor im innerdeutschen Champions League-Endspiel bescherte ihm den Ehrentitel „Wembley-Held“. Die schwarz-gelbe Wunde ist längst verheilt.

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