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So lief’s im Hinspiel: Dortmund jubelt, München ist konsterniert.

Bayern München - Borussia Dortmund

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Bayern München wird sich im Sommer neu erfinden und den Abstand zum Rest wieder vergrößern. Ein Kommentar zum Bundesliga-Gipfeltreffen.

Bayern gegen den BVB: Es hätte nicht besser laufen können für die Marketingstrategen der Deutschen Fußball-Liga, die sich Tag für Tag den Kopf darüber zerbrechen, wie sich die Bundesliga am besten in der Welt platzieren lässt. Das Premiumprodukt des deutschen Fußballs soll ja auf Dauer zur „beliebtesten Sportliga der Welt“ werden, wie Christian Pfennig neulich auf dem Spobis in Düsseldorf erklärte. Der DFL-Direktor für Unternehmens- und Markenkommunikation weiß genau, dass sich so eine Liga nicht über die Masse verkaufen lässt, nicht über eine Spiel wie Mainz gegen Freiburg am Freitagabend, das man in Wahrheit nicht einmal in Mainz sonderlich gut loswird. Jede Liga ist nur so wertvoll wie ihre Spitzenspiele.

Bayern gegen den BVB also – die Geldzähler der DFL dürfen händereibend vor dem Fernseher Platz nehmen am Samstagabend um halb sieben.

Pünktlich zum 100. Aufeinandertreffen der deutschen Großklubs, live übertragen in 205 Ländern, kann die Bundesliga dem Publikum ein pickepackevolles Topspiel präsentieren. Auch sonst eher nüchterne Nachrichtenagenturen gehen da bereitwillig an die Kante: „Megaknaller als Meisterschaftsspektakel“, schreibt die Deutsche Presseagentur, und man wünschte, sie würde es lassen: „Der zum Endspiel um die Schale hochgehypte 100. deutsche Clasico sorgt für höchsten Nervenkitzel im Titelkampf der Fußball-Bundesliga.“

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Je dicker das Spiel, desto dicker wird aufgetragen, ein natürlicher Vorgang. Zumal man bezweifeln darf, dass sich die aktuelle Konstellation an der Tabellenspitze so schnell wiederholen wird vor einem direkten Duell, mit den Dortmundern zwei Zählern vor den Münchnern, sieben Spieltage vor Saisonende. Die Saison von Borussia Dortmund, sagt Hans-Joachim Watzke, sei unabhängig vom Meistertitel eine glatte Eins. Der BVB-Geschäftsführer hat damit natürlich recht, aber wer sich vor Augen führt, dass der FC Bayern direkt dran ist an den Westfalen und in einer Saison, in der so viel schiefläuft aus Münchner Sicht, vielleicht doch Meister wird, weiß ungefähr, wie es um die Wettbewerbssituation in der Bundesliga stehen könnte in den kommenden Jahren.

Die Bayern werden sich neu erfinden im Sommer, wie radikal, ahnt man, wenn man an das Preisschild denkt, das am Neuzugang Lucas Hernandez heftet: 80 Millionen Euro. Für einen Verteidiger. „Die Schere zwischen FC Bayern und Borussia Dortmund wird nicht enger, sie geht weiter auseinander“, hat BVB-Manager Michael Zorc im „Kicker“ angemerkt. Das bayerische Zugpferd wird bald wieder in den Galopp übergehen, und irgendwann wird es sich vielleicht ganz losreißen von der Bundesliga. Auf und davon, in die europäische Superliga.

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