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Uli Hoeneß: Spieler haben zu wenig Mumm gezeigt.

Bayern München

Hoeneß hat CL-Aus noch nicht verdaut

Die Bayern sind der Meisterschaft in Torlaune und Tabellenführer, aber international nur Zuschauer.

Uli Hoeneß wollte es möglichst kurz machen. Seine Meinung zur Ausbootung der drei Weltmeister von Bayern München? Sei eine Sache zwischen ihm und Bundestrainer Joachim Löw, sagte er. Die Leistung von James, dreifacher Torschütze beim 6:0 (3:0) gegen den FSV Mainz 05? „Ein großartiger Spieler.“ Die Lage in der Bundesliga? „Unsere Spieler sind sehr motiviert, die Meisterschaft im Auge zu behalten, wir spielen zumindest in der Bundesliga sehr gut, wir haben in den letzten drei Spielen 17 Tore geschossen, das ist schon okay.“

Nur bei einem Thema kam Hoeneß am Sonntagabend in Wallung: Als es noch einmal um das Ausscheiden in der Champions League gegen den FC Liverpool ging. „Nein“, sagte Hoeneß, das habe er noch nicht verdaut, „das dauert noch ein paar Tage.“

FC Bayern: In der Liga die Kurve gekriegt

Dann sah sich der Präsident des Rekordmeisters genötigt, mal klarzustellen, dass er die „generelle Kritik“ nach dem Aus nicht verstanden habe: „Man kann nicht ein Spiel hernehmen und eine Generalkritik über Bayern München machen“, ereiferte sich Hoeneß. Nein?

„Ich finde“, behauptete Hoeneß, „dass wir im Großen und Ganzen seit drei Monaten einen sehr guten Fußball spielen“, und ja, „genauso muss ich konstatieren, dass wir am Mittwoch sehr schwach gespielt haben. Die Spieler haben zu wenig Mumm gezeigt, das hätte man anders machen können. Trotzdem kann das mal vorkommen.“

Dass danach allerdings behauptet worden sei, „der FC Bayern ist international nicht konkurrenzfähig, das ist mir viel zu weit hergeholt“, mäkelte Hoeneß. Nur: Die Tatsachen sprechen dagegen.

In der Bundesliga spielt der FC Bayern keine überzeugende Saison, auch wenn die vergangenen drei Spiele bei Borussia Mönchengladbach (5:1) sowie daheim gegen den VfL Wolfsburg und Mainz (jeweils 6:0) anderes vermuten lassen. Doch da war eben auch das 1:3 im Heimspiel gegen den FC Liverpool und damit verbunden das Aus in einem Wettbewerb, über den sich die Münchner so gerne definieren. Auf das Niveau der Bundesliga wirft das kein gutes Licht, auch nicht auf das internationale des deutschen Rekordmeisters.

Bezeichnend, dass gegen Mainz neben Robert Lewandowski (3.), Kingsley Coman (39.) und Alphonso Davies (70.) dreimal auch James traf (33./51./55.). Für den Kolumbianer, dessen Zukunft über das Saisonende hinaus ungeklärt ist, gab es Lob von allen Seiten.

Von Hoeneß, von Mitspieler Niklas Süle: „Sein linker Fuß ist einmalig.“ Allerdings: Als es in der Champions League darauf ankam, war auf den Leihspieler von Real Madrid auch kein Verlass. Und so ist fraglich, ob ihn die Bayern für 42 Millionen Euro fest verpflichten.

Dass sie ihre Enttäuschung über das Scheitern in der europäischen Königsklasse ein wenig mildern konnten, lag am Sonntag auch an den allzu scheuen Mainzern. Balsam auf die Wunden wird aber wohl erst der 6. April bringen können, wenn Borussia Dortmund nach München kommt. „In drei Wochen ist das Spiel, auf das alle warten“, sagte Thomas Müller, „es ist ein rassiges Duell, der neutrale Fan wünscht sich das. Das Spiel wird richtungweisend.“ Für die Bundesliga. (sid)

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